<p>SDAX-Gewinner des Tages: CARL ZEISS MEDITEC</p> <p>Die Aktie hat heute 8,8 % höher geschlossen. Auslöser war der angekündigte Aktienkauf der Mutter Carl Zeiss AG. Sie will bis Ende Februar 2027 bis zu 200 Mio. € in weitere CZM-Aktien investieren und den Anteil von derzeit rund 59 % ausbauen. Die Grenze von 70 % soll aber nicht überschritten werden. Ein Delisting, ein Beherrschungsvertrag und Strukturänderungen sind nicht geplant. Das nimmt dem Markt Governance-Sorgen und schafft zusätzliche Nachfrage in einer stark gefallenen Aktie. Operativ bleibt CARL ZEISS MEDITEC aber angeschlagen. Im ersten Halbjahr 2025/26 sanken Umsatz und Ergebnis. Die bereinigte EBITA-Marge fiel auf 6,1 %. Belastend bleiben China, Währungseffekte und der Produktmix. Positiv ist das Sparprogramm mit mehr als 200 Mio. € Ergebnisverbesserung p.a. bis 2028/29.</p> <p>Fazit: Der Boden sollte gefunden sein. Risikofähige Anleger können einsteigen. Für einen belastbaren Aufwärtstrend braucht es aber ein Break bei gut 29 €.</p> <p>Oliver Kantimm, Bernecker-Redaktion</p>
<p>Siemens Energy prüft Medienberichten zufolge bis zu 60 % der Sparte Transformation of Industry (TI) über einen Börsengang oder Spin-off an die Aktionäre abzugeben. Die Einheit umfasst das Kompressoren-, Dampfturbinen- und Wasserstoffgeschäft und erwirtschaftete zuletzt 5,7 Mrd. Euro Umsatz bei einer operativen Marge von 11 %.</p> <p>Für Investoren ist jedoch vor allem die Signalwirkung entscheidend. Das Management prüft das Portfolio aktiv auf Wertsteigerungspotenziale. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer späteren Abspaltung von Siemens Gamesa Renewable Energy (SGRE). Der Windkraftbereich steht seit Jahren wegen schwacher Profitabilität, hoher Kapitalbindung und operativer Probleme in der Kritik. Zusätzlichen Druck erzeugt ein aktivistischer Investor, der sich Anfang des Jahres für eine erneute Trennung des Windgeschäfts ausgesprochen hatte.</p> <p>Bemerkenswert ist die aktuelle Wertverteilung im Konzern: TI und SGRE stehen zusammen für mehr als ein Drittel des Umsatzes, tragen jedoch lediglich rund 10 % zum bei Analysten üblichen ermittelten Sum-of-the-Parts-Unternehmenswert bei. Allein SGRE repräsentiert dabei nur rund 5 % des Konzernwerts, obwohl die Sparte mehr als 20 % der Erlöse erzielt. Gas- und Netzgeschäft vereinen dagegen nahezu 90 % des Unternehmenswertes auf sich.</p> <p>Die Abspaltung der der TI-Sparte ist daher als erster Schritt einer umfassenderen Portfoliobereinigung zu verstehen. Die Chance, dass Siemens Energy weitere verborgene Werte freilegt steigt.</p>
<p>Der Industrieverband BDI senkt seine Konjunkturprognose für das laufende Jahr und rechnet jetzt nur noch mit einem Wachstum von 0,4 %. Im Januar war der BDI noch ein Wachstum von 1 % für 2026 prognostiziert. Hauptgrund für die reduzierte Wachstumsprognose ist der Iran-Krieg, der seit Ende Februar zu höheren Energiepreisen und gestörten Lieferketten geführt hat. Laut BDI-Präsident Peter Leibinger sei die Lage der deutschen Industrie kritisch, aber nicht hoffnungslos. Leibinger fordert jetzt von der Bundesregierung vermehrte Reformanstrengungen.</p>
<p>SK hynix hat heute Samsung als wertvollstes südkorenische Unternehmen an der Börse mit 1,4 Bio. $ Börsenwert abgelöst.</p> <p>Man arbeitet aktuell an einer ADR-Notierung in den USA, die bereits im August erfolgen könnte. Ziel ist eine höhere Bewertung durch US-Investoren und ein direkter Vergleich mit Micron (wegweisende Zahlen am Mittwoch) an der Nasdaq. Wir hatten Freitag einen Teil der Position glattgestellt. </p> <p>Weiter im Aufwind bleibt auch Empfehlungswert Kioxia (+ 120 % seit 20. Mai / Aktionärsbrief) im Bereich Nand. Die fundamentale Story bleibt intakt. Nach der Vervielfachung der Aktie sollte nicht übersehen, dass mit Bain Capital und dem Konsortium um SK hynix finanzstarke Großinvestoren an Bord sind, die auf enormen Buchgewinnen sitzen. Nach acht Jahren Haltedauer wäre es nicht überraschend, wenn in den kommenden Quartalen Aktienpakete auf den Markt kämen. </p> <p>Gegen eine Halbierung der Position ist nichts einzuwenden. </p> <p>Volker Schulz </p> <p>Redaktionsleiter</p> <p> </p>
<p>Der Energiekonzern RWE könnte vor einer strategisch bedeutsamen Erweiterung seines Engagements im deutschen Stromnetz stehen. Laut einem Bericht von Bloomberg führt RWE fortgeschrittene Gespräche über den Erwerb weiterer Anteile am Übertragungsnetzbetreiber Amprion. Im Fokus stehen dabei Beteiligungen von bis zu 17 % des Versicherers Swiss Life sowie rund 24 % der Beteiligungsgesellschaft AEBG. Da diese Anteile über die Holding M31 gehalten werden, könnte sich die wirtschaftliche Beteiligung von RWE an Amprion von derzeit 25,1 % auf etwa 55 % erhöhen.</p> <p>Die kolportierte Bewertung von Amprion liegt bei rund 10 Mrd. Euro Eigenkapitalwert. Auf Basis des bereinigten Jahresüberschusses von 672 Mio. Euro für 2025 entspräche dies einem KGV von rund 15. Angesichts des erwarteten Wachstums der regulierten Vermögensbasis (RAB) von durchschnittlich 27 % pro Jahr bis 2030 dürfte das Bewertungsniveau auf Basis der 2026er-Gewinne auf etwa 12,5 sinken. Damit würde Amprion weiterhin unter der Bewertung vergleichbarer europäischer Netzbetreiber gehandelt.</p> <p>Für RWE wäre die Transaktion vor allem finanziell attraktiv. Analysten von Jefferies schätzen, dass die zusätzliche Beteiligung bereits 2026 einen positiven Ergebnisbeitrag von rund 90 Mio. Euro liefern könnte. Das entspräche einer Gewinnsteigerung von etwa 5 % gegenüber den bisherigen Schätzungen. Trotz eines potenziellen Kaufpreises von rund 3 Mrd. Euro würde sich die Verschuldung lediglich von aktuell 2,6 auf etwa 3,1 Mal EBITDA erhöhen und damit weiterhin innerhalb der von RWE angestrebten Bandbreite von 3,0 bis 3,5 bewegen.</p> <p>Strategisch würde RWE damit sein Engagement in einem besonders attraktiven Bereich des Energiesektors ausbauen. Übertragungsnetze profitieren von langfristig regulierten Erträgen und erheblichen Investitionen in den Ausbau der Strominfrastruktur. Angesichts des anhaltenden Ausbaus erneuerbarer Energien und der Elektrifizierung von Industrie und Verkehr dürfte der Investitionsbedarf in den kommenden Jahren weiter deutlich steigen.</p> <p>Fazit: Sollte die Transaktion zustande kommen, wäre sie aus Investorensicht klar positiv. RWE könnte freie Bilanzkapazitäten in ein wachstumsstarkes und defensives Infrastrukturgeschäft investieren, das attraktive Renditen bei vergleichsweise geringem Risiko verspricht und gleichzeitig das Gewinnwachstum des Konzerns unterstützt.</p>
<p style="text-align: justify;">Die großen Technologiewerte haben den Markt in den vergangenen Monaten getragen wie ein einziger breiter Stahlträger. Doch auch der stabilste Träger braucht irgendwann eine Entlastung. Genau an diesem Punkt stehen die Börsen jetzt. Die KI-Fantasie ist intakt, aber sie ist an vielen Stellen nicht mehr neu. Sie ist bekannt, eingepreist und teilweise sehr ambitioniert bewertet.</p> <p style="text-align: justify;">Auffällig ist zudem: Nicht mehr alle Techwerte laufen mit. Während der Nasdaq-Index nach außen noch Stärke zeigt, bröckelt unter der Oberfläche die Marktbreite. Einige frühere Favoriten zeigen bereits relative Schwäche. Genau dort setzen wir an. Wir suchen nicht die stärksten Aktien zum Wetten gegen den Trend, sondern jene Titel, bei denen die technische Verfassung angeschlagen ist, die Bewertung wenig Fehler verzeiht und die fundamentale Geschichte Risse bekommen hat.</p> <p style="text-align: justify;">Deshalb nehmen wir heute drei Short-Ideen auf einzelne Technologiewerte in den Blick. Das ist keine Wette gegen Innovation, keine Wette gegen Künstliche Intelligenz und auch keine grundsätzliche Absage an den Technologiesektor. Es ist eine taktische Spekulation darauf, dass überdehnte Erwartungen, hohe Bewertungen und erste Gewinnmitnahmen kurzfristig zu einer fälligen Korrektur führen können. Diese und viele weitere Ideen gibt es in der Termin-Börse daily, im Abo oder Einzelabruf (<a href="https://www.bernecker.info/tb-daily">KLICK HIER</a>).</p>
<p><strong>Die Aktie des Halbleiterausrüsters erhielt von Berenberg Bank ein neues Kursziel in Höhe von 125 € (zuvor 92 €).</strong> Der Research-Bericht vom 18. Juni stufte SUSS als „Buy“ ein. Trotz einer starken Rally werde die Dynamik in den Endmärkten des Anlagenbauers nicht gänzlich honoriert.</p> <p><strong>Ein weiterer positiver Effekt ist der seit dem 3. Juni bekannte, heute vollzogene Aufstieg (per Fast Entry) in den MDAX.</strong> Die weiteren Neulinge im Index sind ELMOS SEMICONDUCTOR und SILTRONIC (ebenfalls aufgestiegen) und PORSCHE AUTOMOBIL HOLDING (aus dem DAX abgestiegen). </p> <p><strong>Ausgehend von 92 €, hatte sich die SUSS-MICROTEC-Aktie zwischen dem 11. und 19 Juni bereits um 21 % verteuert.</strong> Wozu das neue Kursziel am Freitag (Tagesplus 8,7 %) entscheidend beitrug. Bei 2,1 Mrd. € Börsenwert und KGV 32,5 auf Basis der Gewinnerwartung für 2027 (Quelle: Onvista) kann die Position weiter ausgereizt werden. Wer allerdings noch den Neueinstieg wagen möchte, wartet auf Kursberuhigung.</p> <p>Helmut Gellermann</p> <p>Börsianer lesen Bernecker daily.</p>
<p>Die neue Woche startet mit einem klaren Signal vom Ölmarkt. Brent fällt unter 80 Dollar je Barrel. Teherans permanente Drohungen wie zuletzt am Wochenende werden registriert, aber nicht als Basisszenario gehandelt, was richtig ist. Iran verliert für die tägliche Preisbildung an den Märkten weiter an Gewicht.</p> <p>Die jüngsten Signale aus der Schweiz bestätigen das. Irans Außenminister Abbas Araghchi meldete nach den Gesprächen mit den USA „major progress“. Unter Vermittlung Katars und Pakistans soll ein Mechanismus zur Deeskalation im Libanon entstehen. Gleichzeitig wurden mögliche Erleichterungen für iranische Öl- und Petrochemieexporte, die Freigabe eingefrorener Gelder und ein Wiederaufbauprogramm genannt.</p> <p>Damit wird Inflationsdruck von den Märkten genommen, was die Renditen am langen Ende in den letzten drei Wochen trotz falkenartiger Äußerungen der Notenbanken gedrückt hat. Gleichzeitig bleibt die Gewinndynamik der Unternehmen robust, wobei die US-Unternehmen hier die mit Abstand höchste Dynamik präsentieren. Damit ist die Ausgangslage für die Aktienmärkte weiter positiv.</p> <p>Die asiatischen Märkte präsentieren sich folglich heute robust. Technologieaktien führten die Gewinne dabei weiter an:</p> <p>LG-Aktien in Südkorea stiegen kräftig. Es geht um Kooperationen mit Nvidia in den Bereichen Physical AI, Robotik, KI-Infrastruktur.</p> <p>Auch der DAX startet in der Frühbörse freundlich um 25.050 Punkten. </p> <p>Ihr Volker Schulz</p> <p>Redaktionsleiter <a href="https://www.bernecker.info/">https://www.bernecker.info/</a></p> <p> </p> <p> </p> <p> </p> <p> </p>
<p style="text-align: center;"><strong>Wann kommt der erste Rücksetzer bei SpaceX?</strong></p> <p>Der glückliche Start mit ersten Kursen um 190/210 $ in den ersten Tagen rechtfertigt eine Denkpause. 4,2 % Freefloat sind extrem wenig. Also wird vereinzelt Kasse gemacht werden, aber ohne nachhaltige Wirkung. Mithin sind die kommenden zwei bis drei Wochen schlicht abzuwarten. Der ganze Börsengang ist damit erfolgreich verlaufen. Darin allein liegt die Arbeit der begleitenden Banken. </p> <p style="text-align: center;"><strong>BMW nach der Gewinnwarnung antizyklisch kaufen?</strong></p> <p>Der Absturz von BMW um rund 10 % in drei Tagen ist eine negative Überraschung. Der Vorgänger des aktuellen Chefs (seit einer Woche im Amt) lieferte eine typische Überraschung derart, dem Nachfolger eine gute Startbasis vorzulegen. Ursache dafür ist das China-Geschäft. Kurse um 60/62 € sind ein glatter Kauf mit der tiefsten Gewinnbewertung, die es für BMW jemals gab.</p> <p style="text-align: center;"><strong>Wieder mehr US- statt Europa-Aktien kaufen?</strong></p> <p>Die Wall Street ist nun mal der Leitbulle. Die Wechselwirkungen von der Wall Street nach Europa für Anlagekapital der Großanleger sind eine fromme Mär. Dafür steht allein der Unterschied in der Größenordnung. Der S&P 500 hat akt. einen Marktwert um 64/70 Bio. Dollar oder 59 Bio. Euro. Alle Europäer zusammen bringen es auf etwa 8/9 Bio. Dollar inkl. London. Der DAX allein schafft etwa 2,2 Bio. Euro inkl. MDAX. Daran allein ist sichtbar, dass größere Kapitalbewegungen via Atlantik kein ernsthaftes Thema sind. </p> <p>Weitere spannende Themen lesen Sie in der aktuellen <span style="color: #e67e23;"><strong>Actien-Börse</strong></span> Nr. 25/2026. Zur Info-Seite geht es mit einem <a href="https://www.bernecker.info/actien-boerse">KLICK HIER</a>.</p>
<p>Das Wallstreet Journal schlidert heute klassische Spätphasen-Merkmale für den KI-Sektor: Börsengewinne prägen inzwischen den Alltag in Taiwan (TSMC), Südkorea (SK Hynix, Samsung) und Japan (Kioxia - s. Aktionärsbrief 20.05.2026 mit 110 % in 4 Wochen). Bisher börsenferne Gruppen wie Taxifahrer steigen ein, Erfolgsgeschichten werden sozial ansteckend, Minderjährige bekommen massenhaft Wertpapierkonten, und Gewinne werden bereits in Konsum, Luxus oder Immobilien gesteckt.</p> <p>Das WSJ <a href="https://www.wsj.com/world/asia/stock-market-ai-chips-taiwan-korea-01b7d385?utm">https://www.wsj.com/world/asia/stock-market-ai-chips-taiwan-korea-01b7d385?utm</a> beschreibt den Boom in Südkorea, Taiwan und Japan als stark KI- und Halbleiter-getrieben, mit besonders hoher Beteiligung von Privatanlegern. In Südkorea wurden im ersten Quartal 2026 rund 180.000 Konten für Minderjährige eröffnet.</p> <p>Natürlich gibt es einen echten Ertragskern (Nachhaltigkeit?) hinter der Rally, was das Ganze von der Dot.com-Blase maßgeblich unterscheidet. Aber:</p> <p>Die gesellschaftliche Verbreiterung der Spekulation ist ein psychologisches Warnsignal. Wenn Aktiengewinne in Klassenzimmern, im Freundeskreis und beim Wohnungskauf zum dominierenden Gesprächsthema werden, ist viel eingepreist. Für uns gilt es nicht überstürzt die Reißleine zu ziehen, aber wachsam zu bleiben.</p> <p>Schönes Wochenende</p> <p> </p>
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Volker Schulz
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