<p>Freenet ist der Dividenden-Star. Die Aktie betrachten wir wie eine Art Anleihe. Begrenztes langfristiges Kurspotenzial, dafür robuste Cashflows kombiniert mit Fantasie bei waipu.tv. Der Kurs steht nach der Ausschüttung im Mai unter Druck. Drei Gründe lassen sich festmachen:</p> <p>Erstens: Traditionell durchläuft die Aktie nach Ausschüttung eine Schwächephase.</p> <p>Zweitens: Obwohl es bei waipu.tv gut läuft, ist ein IPO zunächst nicht absehbar (HV-Aussagen).</p> <p>Drittens: Gleichzeitig drückt im Mobilfunk ein negativer Effekt aus einer Vereinbarung mit einem Netzbetreiber auf die Marge. Freenet hatte bereits in Q1 gemeldet, dass das Mobilfunk-EBITDA um 9,8 % auf 93,7 Mio. € fiel und dieser Effekt im Jahresverlauf weiter belasten kann, sofern Nachverhandlungen nicht erfolgreich abgeschlossen werden.</p> <p>Der Titel notiert damit ein Drittel unter dem Februarhoch. Damit sollten die Gründe des Rücksetzers mehr als eingepreist sein. Die Dt. Bank sieht es ähnlich und setzte diese Woche ein Kursziel von 33 €. </p> <p>PS: Nächte Woche gibt es ein umfangreiches Update zum Passiven Einkommen Portfolio im neuen Aktionärsbrief 28/26. </p> <p>Volker Schulz</p> <p>Redaktionsleiter <a href="https://www.bernecker.info/">https://www.bernecker.info/</a></p> <p> </p>
<p><strong>Elon Musk dementierte umgehend Gerüchte, dass ein spezielles KI-Smartphone bei SPACEX entwickelt wird.</strong> Zuvor war zu hören, der Prototyp eines solchen Geräts sei bereits Investoren gezeigt worden. Die Aktie des Börsenneulings legte gestern 2,8 % zu. - Zum nächsten Titel im Musk-Imperium: </p> <p><strong>TESLA meldete ein starkes Volumen im Q2.</strong> 451.758 Fahrzeuge wurden produziert und 480.126 Einheiten ausgeliefert. Die Zahlen sind ein gutes Viertel höher als vor zwölf Monaten. Außerdem 18 % über dem Analysten-Konsens. Ein wichtiger Auslöser war der Irankrieg, über den Effekt gestiegener Benzinpreise. Die TESLA-Aktie sank aber 7,5 %. Einerseits: Beim Mitbewerber RIVIAN waren die Auslieferungszahlen ebenfalls stark und das Jahresziel wurde angehoben (bis zu 70.000 Einheiten, zuvor hatte man bis zu 67.000 Fahrzeuge angepeilt). In drei Wochen zeigt TESLA den kompletten Quartalsbericht. Die Lupe gehört dann auch auf Stromspeicher als weitere TESLA-Produkte.</p> <p><strong>Blick auf den Chartvergleich.</strong> Ihre gemeinsame Börsenhistorie ist kurz, die Möglichkeiten einer Fusion werden gerade erst diskutiert, aber: In der relativen Kursentwicklung nähern sich (Nasdaq-Kürzel:) SPCX und TSLA bereits an. </p> <p>Helmut Gellermann</p> <p>Börsianer lesen Bernecker daily. </p>
<p>VEOLIA bietet nicht nur klassische Wasserversorgung, sondern komplette Lösungen: Kühlwasserbehandlung, Wiederverwendung von Abwasser, Anlagenbetrieb, Chemikalien, digitale Überwachung, Energie- und Abfallmanagement. Bei der neuen „Data Center Resource 360“-Offerte spricht VEOLIA von bis zu 75 % geringerer Wasserbilanz, bis zu 20 % Energie-Wiederverwendung und bis zu 95 % Recycling/Wiederverwendung von Abfällen. Das ist für Hyperscaler wichtig, weil Genehmigungen zunehmend an lokale Wasser- und Nachhaltigkeitsfragen gekoppelt werden.</p> <p>VEOLIA arbeitet z.B. mit Amazon in Mississippi an der Nutzung von aufbereitetem Abwasser für die Kühlung von Rechenzentren. Das Projekt soll ab 2027 rund 83 Mio. Gallonen Wasser pro Jahr einsparen. Wir verweisen auf unsere Wasser-Lupe aus AK 43/25 und AK 08/26. KGV 15 für 2027 bei rd. 4,5 % Dividendenrendite sind moderat.</p> <p>Schönes Trendinvestment </p>
<p>Die Absage des Fregattenprogramms F126 belastet Rheinmetall im laufenden Jahr voraussichtlich mit bis zu 300 Mio. € Umsatz. Zugleich soll das Umsatzwachstum im zweiten Quartal auf mehr als 60 % beschleunigt haben. Bei der sogenannten Nomination, also dem klassischen Auftragseingang einschließlich neu abgeschlossener Rahmenverträge, wird Rheinmetall das zuvor genannte Ziel von 20 Mrd. € aber klar verfehlen. Erwartet wird nur noch ein niedriger zweistelliger Milliardenbetrag. Details zur Gesamtjahresprognose sollen mit den Quartalszahlen am 6. August folgen. Bisher hatte Rheinmetall für 2026 einen Umsatz von 14,0 bis 14,5 Mrd. € und eine operative Marge von rund 19 % in Aussicht gestellt.</p> <p>Entscheidend ist die Relation zum Börsenwert. Beim Kurssturz nach dem F126-Aus war die Aktie zeitweise prozentual zweistellig gefallen und bis in den Bereich von 972 € abgerutscht. Am 25. Juni wurde auf Xetra sogar ein Tief von 900,20 € markiert. Der erste Kurseinbruch kostete Rheinmetall an einem Tag grob 10 Mrd. € Börsenwert. Seit dem Xetra-Hoch von 2.008,00 € lag der Abschlag zeitweise sogar bei mehr als 50 %. Bei rund 46,5 Mio. Aktien entsprach das einer vernichteten Marktkapitalisierung von mehr als 50 Mrd. €. Diese Zahl beschreibt aber den Rückgang seit dem Hoch und nicht allein den F126-Effekt.</p> <p>Gemessen an den nun bezifferten direkten Einbußen wirkt dieser Kursabschlag deutlich zu groß. 300 Mio. € Umsatz entsprechen nur gut 2 % des für 2026 erwarteten Konzernumsatzes. Auch der geplante Beitrag zur 2030er-Prognose lag laut Rheinmetall unter 3 %. Das Problem liegt daher weniger in der kurzfristigen Gewinn- und Verlustrechnung. Der eigentliche Schaden betrifft die Glaubwürdigkeit der Marine-Strategie, die Bewertung der NVL-Übernahme und die Frage, wie schnell Berlin große Aufträge tatsächlich vergibt.</p> <p>Die Analysten reagieren gespalten. Barclays senkte das Kursziel nur leicht von 2.035 auf 2.000 € und blieb bei „Overweight“. Die Bank verweist auf das starke große Bild, erwartet im zweiten Quartal knapp 3,1 Mrd. € Umsatz und sieht Chancen durch Munition, eine überzeugende Telefonkonferenz und den Boxer-Auftrag. JPMorgan bleibt vorsichtiger, senkte das Ziel von 1.500 auf 1.350 € und bestätigte „Neutral“. Begründet wird dies mit schnelleren technologischen Veränderungen, langsameren deutschen Vergaben, Ausführungsrisiken und möglichen Margenbelastungen. MWB Research formulierte die strategische Belastung schärfer und sprach vom Verlust eines zentralen Bausteins der Marine-Story. Das Researchhaus blieb aber bei „Buy“ und wertete den Ausverkauf angesichts des geringen Konzernbeitrags als überzogen. Insgesamt liegen selbst die reduzierten Analysten-Kursziele aber weiterhin deutlich über dem aktuellen Kursniveau.</p> <p>Fazit: Die Kursreaktion war operativ überzogen, wenn auch strategisch zunächst nicht völlig irrational. Die F126-Belastung ist kurzfristig verkraftbar. Der Kurs sollte vorerst sein Tief gesehen haben. Nach der dynamischen Gegenbewegung dürfte sich zunächst die Konsolidierung fortsetzen. Danach dürfte sich der Kurs weiter Richtung 1.150 bis 1.200 € erholen.</p> <p>Oliver Kantimm, Bernecker-Redaktion</p>
<p><strong>Die Bafin prüft ZALANDO hinsichtlich der ABOUT YOU-Übernahme.</strong> Das Ganze wirkt eher wie ein Governance- bzw. Transparenzthema rund um die Angaben im Anhang. Hinweise auf falsche Umsätze, überhöhte Gewinne, Bilanzierungsfehler oder eine zweifelhafte Werthaltigkeit der Übernahme gibt es nicht. Man prüft offenbar, ob ZALANDO im Konzernabschluss 2025 eine Transaktion mit einer nahestehenden Partei im Kontext der Übernahme ausreichend offengelegt hat. Dabei geht es insbesondere um die Rolle von Anders Holch Povlsen bzw. Heartland. Die DZ Bank hat dennoch einen Bewertungsabschlag von 30 % vorgenommen und das Ziel von 37 auf 27 € gesenkt. Wir halten das für überzogen. Auf Basis aktueller Gewinnschätzungen liegt das KGV per 2027 um 13,8. Dazu kommt: ZALANDO bleibt schuldenfrei und sitzt auf rd. 500 Mio. € Nettocash, welches gemäß Konsens Richtung 2027 auf rd. 1 Mrd. € anschwellen sollte. </p> <p><strong>Fazit: Bei nur 6,4 Mrd. € Börsenwert resultieren daraus neue Chancen. </strong></p> <p>Dies ist ein Ausschnitt aus der neuen <a href="https://www.bernecker.info/actien-boerse">Actien-Börse</a>. In der aktuellen Ausgabe analysiert Hans A. Bernecker, Deutschlands erfahrenster Börsenexperte, mit seinem Team die Marktlage und verrät Ihnen, wie Sie sich als Anleger am besten positionieren.</p> <p>Den kompletten Brief erhalten Sie im Abo oder im Einzelbezug auf www.bernecker.info und über unsere Bernecker-App. </p> <p>Weitere Themen der Actien-Börse Nr. 27 u. a.:</p> <p>- Die Amerikaner feiern ihren 250. Unabhängigkeitstag</p> <p>- Sieben DAX-Konzerne verkündeten umfangreiche Strukturmaßnahmen</p> <p>- Die BAYER-Story ist noch nicht beendet</p> <p>- BB BIOTECH richtet das Portfolio neu aus</p> <p>- Schweiz: ROCHE setzt neue Akzente</p> <p>- Die US-Börsen gewinnen an Marktbreite</p> <p>Ihre Bernecker Redaktion / www.bernecker.info </p>
<p>IREN steht unter Druck, aber operativ ist bislang wenig aus dem Lot geraten. Die Meta-Meldung hat am Markt die Sorge ausgelöst, dass künftig mehr KI-Rechenkapazität angeboten wird und die Neoclouds unter Druck geraten. Diese Lesart ist für mich zu pauschal. Meta prüft offenbar die Vermarktung überschüssiger GPU-Kapazitäten für die ferne Zukunft. IREN dagegen baut eine eigene AI-Cloud-Plattform auf, mit Stromzugang, Rechenzentren, GPU-Finanzierung, Cloud-Betrieb und durch Mirantis zusätzlicher Software- und Orchestrierungskompetenz.</p> <p>Die bestehende AI-Cloud-Kapazität ist voll kontrahiert. Für die kommenden Ausbaustufen liegt der Engpass damit nicht in der Nachfrage, sondern nur in der Geschwindigkeit der Umsetzung.</p> <p>Belastend wirkte zusätzlich: IREN hat neue Aktienprogramme gemeldet, darunter große RSU-Pakete für die beiden Co-CEOs von jeweils gut 9 Mio. Aktienäquivalenten. Das ist langfristig gebunden, bedeutet aber potenzielle, wenn auch gemessen am Börsenwert, überschaubare Verwässerung und kommt naturgemäß schlecht an.</p> <p>Wir bleiben bei diesem durchaus spekulativen Investment an Bord. </p>
<p>Nach der rund 30-prozentigen Korrektur seit dem Hoch im Januar ist der Pessimismus für das Edelmetall hoch. Belastet wurde der Goldpreis von steigenden Zinserwartungen in den USA, dem festeren US-Dollar sowie typisch prozyklische Mittelabflüsse aus Gold-ETFs. Viele Analysten haben ihre Kursziele inzwischen gesenkt, während die ETF-Abflüsse bereits Kapitulationsniveau erreicht haben – typisch für fortgeschrittene Korrekturphasen. Die langfristigen Fundamentaldaten sprechen jedoch weiterhin für Gold: Das hohe US-Haushaltsdefizit von rund 6 % des BIP, der steigende Finanzierungsbedarf der USA sowie die nachlassende Nachfrage internationaler Investoren nach US-Staatsanleihen sprechen klar für Gold. Gleichzeitig bleibt die physische Nachfrage hoch: Laut World Gold Council erwarten 89 % der Zentralbanken steigende Goldreserven, während 74 % von einer sinkenden Bedeutung des US-Dollars als Reservewährung ausgehen. Zeit für erste Käufe, etwa bei Xetra-Gold (DE000A0S9GB0; akt. Kurs: 117,42 €).</p> <p><img src="https://bernecker.info/images_external/Horntrich Charts/gold.jpg" alt="" width="650" height="405" /></p>
<p>Rotation in die Old Economy lautet auch gestern die Devise mit neuem Allzeithoch in DAX und Dow nebst schöner Marktbreite und Abverkäufen im Tech-Sektor - vorzugweise bei den Halbleitertiteln. Auslöser waren der schwache US-Arbeitsmarkt, welcher den Dollar unter Druck brachte und damit auch den Edelmetallen eine deutliche Erholung ermöglichte. Gleichwohl bleibt das lange Zinsende klebrig oben.</p> <p>Heute Morgen setzt sich die gute Stimmung fort. Der DAX (s. Chart) startet nach seinem Allzeithoch gestern um 25.735 Punkte erneut fester. In Asien führen die Halbleiterwerte die Rally an, welche sich zum Teil prozentual zweistellig erholen. Die Nasdaq-Taxen liegen ebenso um 300 Punkte erholt zum gestrigen Schlusskurs.</p> <p>In den USA wird heute allerdings aufgrund des Unabhängigkeitstages nicht gehandelt. </p> <p>Tendenziell sollten wir - wie avisiert - vor einem freundlichen Juli stehen.</p> <p>Volker Schulz</p> <p>Redaktionsleiter <a href="https://www.bernecker.info/">https://www.bernecker.info/</a></p> <p> </p>
<p>Brent notiert mit rund 70 Dollar je Barrel erstmals wieder unter dem Niveau vor dem Iran-Krieg. WTI liegt bei rund 67 Dollar. Nach der Wiedereröffnung des Terminals Ras Tanura hat Saudi-Arabien seine Ölexporte bereits auf rund 90 % des Vorkriegsniveaus gesteigert.</p> <p>Die Vereinigten Arabischen Emirate exportieren inzwischen wieder mehr als 3,9 Mio. Barrel pro Tag. Laut US-Schätzungen fließen inzwischen wieder über 10 Mio. Barrel täglich durch die Straße von Hormus. Wir müssen differenzieren:</p> <p>Während viele Notfallmaßnahmen aus der Kriegszeit, etwa strategische Reservefreigaben und die schwache chinesische Nachfrage, noch bestehen, kehren gleichzeitig die regulären Exporte zurück. Dadurch entsteht kurzfristig ein Angebotsüberschuss. Aber:</p> <p>Eine Erholung der chinesischen Nachfrage ist im Jahresverlauf anzunehmen. Dazu kommt, dass Staaten ihre während des Krieges geleerten Ölreserven wieder auffüllen müssen. Die US-Lagerbestände außerhalb der strategischen Reserve sind auf den niedrigsten Stand seit März 2025 gefallen und sinken seit zwölf Wochen kontinuierlich.</p> <p>Somit sollte der Ölpreis demnächst seinen Boden finden. </p> <p> </p> <p> </p>
<p>Berenberg erwartet, dass die operative Entwicklung von BP im zweiten Quartal durch eine robuste Nachfrage im Rafinerie-Geschäft gestützt wird. Wegen der sinkenden Ölpreise senkte das Research-Haus aber seine Gewinnprognosen für die Jahre 2026 und 2027 um 3,5 bzw. 5,5 %. Berenberg reduzierte zudem das Kursziel von 7 auf 5,90 Pfund und beließ die Kaufempfehlung für die BP-Aktie unverändert.</p>
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Volker Schulz
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