<p>Dell hat die Umsatzprognose für das bis Januar 2027 laufende Geschäftsjahr gleich um 25 Mrd. auf 192 Mrd. $ angehoben – deutlich über dem Konsens von 173,8 Mrd. $. Allein mit KI-Servern sollen 74 Mrd. $ umgesetzt werden, dreimal so viel wie im Vorjahr. In den vergangenen zwölf Monaten gingen Bestellungen über mehr als 130 Mrd. $ ein; der entsprechende Auftragsbestand erreichte zum Halbjahr 95 Mrd. $.</p> <p>Auch die aktuellen Zahlen überzeugten: Der Quartalsumsatz sprang um 58 % auf 47 Mrd. $, der bereinigte Gewinn von 7,04 $ je Aktie übertraf die erwarteten 4,90 $ klar. Für das Gesamtjahr stellt Dell nun 25,50 $ je Aktie in Aussicht – der Markt rechnete mit 19,10 $. Rückenwind kommt zudem vom klassischen Server-, Speicher- und PC-Geschäft. Gleichzeitig sanken die Betriebskosten auf historisch niedrige 8 % des Umsatzes. Die Chance auf eine positive Überraschung hatten wir im Bernecker daily von gestern avisiert.</p> <p>Einziges Manko: Nach mehr als einer Kursverdreifachung 2026 liefert die operative Dynamik zwar gute Argumente – die Bewertung ist allerdings bereits ambitoniert.<br /> <br /> <br /> </p>
<p>HUGO BOSS beendet sein erst am 24. August gestartetes Aktienrückkaufprogramm, in dem bisher knapp 5 Mio. Euro für zurückgekaufte Aktien ausgegeben wurden! Warum? Der Grund dafür sind aktuelle Aussagen der FRASERS GROUP. Diese hat offenbar gerade mitgeteilt, ihren Anteil an BOSS auf über 50 % erhöhen zu wollen. Außerdem will sie ihre Unterstützung für den Aufsichtsratsvorsitzenden Stephan Sturm prüfen. Im Zuge der gescheiterten Übernahme von BOSS war FRASER's Beteiligung zuletzt auf 47,89 % gewachsen, so dass zur Übernahme der Mehrheit nicht mehr viel fehlt. Bereits seit Mitte Juni versucht man, bei HUGO BOSS zu Potte zu kommen. Die zusätzliche Annahmefrist des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots war am 13. August ausgelaufen. Steter Tropfen höhlt den Stein!</p> <p>Catharina Nitsch aus Ihrer Bernecker Redaktion / <a href="https://www.bernecker.info">www.bernecker.info</a></p> <p>Börsianer lesen Briefe der Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH unter <a href="https://www.bernecker.info">www.bernecker.info</a> im Abo oder im Einzelabruf!</p>
<p>Gestern gab Continental ein Kapitalmarktupdate. Nach dem Konzernumbau wird Continental zum reinen Reifenhersteller – und die neue Transparenz zeigt, wie profitabel das Geschäft tatsächlich ist. In Asien erreichte die EBIT-Marge im ersten Halbjahr fast 19 % und dürfte im Pkw-Reifengeschäft sogar über dem Branchenbenchmark Pirelli liegen. Gleichzeitig steckt noch erhebliches Potenzial im Konzern. In Europa liegt der Anteil margenstarker Ultra-High-Performance-Reifen erst bei 43 % gegenüber 66 % in Amerika und 70 % in Asien. Der größte Hebel liegt in Amerika: Dort beträgt die EBIT-Marge lediglich 8 %. Eine Rückkehr auf 15 % würde laut aktueller Einschätzung der UBS mehr als 300 Mio. € zusätzliches EBIT bringen. Höhere Auslastung, Premium-Marktanteilsgewinne und weniger Reifenimporte aus Europa sollen helfen.</p> <p>Das dritte Quartal könnte am oberen Ende der Margen-Guidance von 13 bis 14,5 % landen, damit steht vermutlich eine Prognoseanhebung im November im Raum.</p> <p>Ein weiterer Kurstreiber bleibt der erwartete Kapitalrückfluss an die Aktionäre. Bis H1 2027 könnten über 3 Mrd. € bzw. mehr als 20 % der aktuellen Marktkapitalisierung über Aktienrückkauf, Sonder- und reguläre Dividende an die Aktionäre fließen. Darum bereinigt kommt Continental auf ein KGV von rd. 9, Michelin und Pirelli auf 12 bis 13. Das Neubewertungspotenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft.</p>
<p style="text-align: justify;">Industriegase gehören zu den unspektakulärsten, aber qualitativ hochwertigsten Geschäftsmodellen an der Börse. Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff und Spezialgase werden in der Stahl-, Chemie-, Lebensmittel-, Gesundheits- und Halbleiterindustrie permanent benötigt. Das Besondere sind die hohen Eintrittsbarrieren: Große Produktionsanlagen werden häufig direkt beim Kunden errichtet, die Verträge laufen über viele Jahre und ein Wechsel des Lieferanten ist teuer und kompliziert. Gleichzeitig eröffnen Halbleiterproduktion, künstliche Intelligenz, Wasserstoff und die Dekarbonisierung der Industrie zusätzliche Wachstumsfelder. Der Weltmarkt wird von wenigen Konzernen beherrscht. Ganz vorne stehen LINDE und AIR LIQUIDE. Beide Unternehmen sind hochprofitabel und wachsen zuverlässig. Schnäppchen sind ihre Aktien allerdings nie gewesen. Wir waren in beiden oftmals investiert und gehen erneut Long. Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist und wie sie ebenfalls profitieren können erfahren Sie in der Termin-Börse daily (<a href="https://www.bernecker.info/tb-daily">KLICK HIER</a>).</p>
02-Sept. 08:19
Guten Morgen aus der Redaktion: Märkte schwach, Gold schwach aber Dell und GitLab heben ab
<p>Die Aktienmärkte starten auch am zweiten Tag des schwierigen Septembers schwach. In Asien setzt sich der Abverkauf fort. Brent nähert sich wieder der Marke um 100 $ (aktuell 97 $). Das drückt weiter auf die Bond-Märkte und auf Gold mit glatter 50 % Korrektur auf die jüngste Rally. Wir setzen weiter auf erhöhte Cash-Quoten.</p> <p>Auch Europas Staatsfinanzen rücken wieder in den Blick. Französische Zehnjahresrenditen liegen inzwischen über den italienischen. Frankreich weist ein Defizit von mehr als 5 % des BIP aus, während Italien einen Primärüberschuss erzielt. Der Anleihemarkt erklärt Paris damit zum neuen europäischen Sorgenkind.</p> <p>Passend zum Infrastrukturboom erwartet PwC bis 2050 weltweite Rechenzentrumsinvestitionen von 31,6 Bio. Dollar. Der größte Teil dürfte in Server, Chips und Netzwerktechnik fließen. In Europa kehrt Nokia am 21. September in den Euro Stoxx 50 zurück, Volkswagen scheidet aus (was für ein Debakel). GoPro wird unterdessen für 285 Mio. Dollar von Starman Optical übernommen. Des Weiteren:</p> <p>Dell steigerte den Umsatz um 58 % auf 47 Mrd. Dollar und übertraf den Konsens um 2,5 Mrd. Dollar. Das bereinigte EPS von 7,04 Dollar lag sogar 2,12 Dollar über der Erwartung. Der Auftragsbestand bei KI-Servern erreichte 95 Mrd. Dollar, die Jahresprognose wurde um 25 Mrd. auf 192 Mrd. Dollar angehoben. Die Aktie steigt nachbörslich um rund 8 %. </p> <p>Bei Credo reicht selbst ein Umsatzwachstum von 115 % nicht aus. Die Erlöse von 479 Mio. Dollar und das bereinigte EPS von 1,20 Dollar lagen zwar über dem Konsens, der Vorsprung fiel aber kleiner aus als in den vorherigen Quartalen. Der Q2-Ausblick von 525 bis 535 Mio. Dollar liegt ebenfalls über den Erwartungen. Dennoch verliert die Aktie nachbörslich gut 10 %.</p> <p>MongoDB übertraf die Erwartungen ebenfalls deutlich. Der Umsatz stieg um 30 % auf 771,8 Mio. Dollar, das bereinigte EPS erreichte 1,90 Dollar und die Jahresprognose wurde erneut angehoben. Der freie Cashflow verdoppelte sich nahezu auf 137,6 Mio. Dollar. Trotzdem bricht die Aktie nachbörslich um rund 14 % ein. Atlas wuchs mit 29 %, beschleunigte sich damit aber nicht so stark wie von besonders optimistischen Anlegern erhofft. </p> <p>Palo Alto Networks meldete einen Umsatzanstieg von 34 % auf 3,41 Mrd. Dollar und einen Rekordauftragsbestand von 21,2 Mrd. Dollar. Das wiederkehrende Geschäft mit Sicherheitslösungen der nächsten Generation wuchs um 63 % auf 9,1 Mrd. Dollar. Für 2027 stellt Palo Alto 14,1 bis 14,2 Mrd. Dollar Umsatz sowie eine bereinigte Cashflow-Marge von 38 % in Aussicht. Die Aktie verliert nachbörslich dennoch knapp 2 %. Der Markt hatte bei der Cashflow-Marge etwas mehr erwartet.</p> <p>GitLab liefert die stärkste Kursreaktion. Der Umsatz stieg um 21 % auf 286,3 Mio. Dollar, das bereinigte EPS von 0,24 Dollar lag 0,06 Dollar über dem Konsens. Rekordbuchungen und ein Anstieg des Netto-ARR um mehr als 40 % lassen die Aktie nachbörslich um gut 17 % springen. </p> <p>Der Zahlenkalender bleibt auch heute gut gefüllt. Im Mittelpunkt steht nach US-Börsenschluss Broadcom. Erwartet werden rund 29,4 Mrd. Dollar Umsatz und ein bereinigtes EPS von etwa 3,16 Dollar. Ebenfalls nachbörslich berichten Snowflake, Hewlett Packard Enterprise, NetApp, Five Below, C3.ai und ChargePoint. Bereits vor dem US-Handelsstart legen unter anderem Brown-Forman und Ollie’s Bargain Outlet ihre Zahlen vor.</p> <p>Volker Schulz</p> <p>PS: Wer Lust und Zeit hat besucht uns am 12. September auf dem Düsseldorfer Anlegertag mit vielen spannenden Vorträgen: <a href="https://www.anlegertag.de/">https://www.anlegertag.de/</a></p> <p>Redaktionsleiter Hans A. Bernecker Börsenbriefe</p> <p> </p> <p> </p> <p> </p> <p> </p>
<p>HOCHTIEF stärkt sein Geschäft mit Energieinfrastruktur. Dafür kauft der Konzern Autmatec, einen Spezialisten für Hochspannungs-Freileitungsinfrastruktur mit Sitz in Walldorf. Autmatec erzielte zuletzt ein Jahresumsatz von rund 50 Mio. Euro. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht genannt doch lohnend wird es schon sein. Denn HOCHTIEF bekommt durch den Kauf unmittelbar Zugang zu umfassendem Fachwissen, Kundenbeziehungen und Zertifizierungen in einem der am schnellsten wachsenden Infrastrukturmärkte Europa. Ein dreifaches Hoch darauf!</p> <p>Catharina Nitsch aus Ihrer Bernecker Redaktion / <a href="https://www.bernecker.info">www.bernecker.info</a></p> <p>Börsianer lesen Briefe der Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH unter <a href="https://www.bernecker.info">www.bernecker.info</a> im Abo oder im Einzelabruf!</p>
<p>Durchwachsene Nachrichten gab es heute Morgen von der deutschen Konjunktur: Der Umsatz im deutschen Einzelhandel ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes im Juli gegenüber Juni preisbereinigt um 3,4 % gesunken. Auf Jahresbasis ergab sich ein Rückgang um 2,5 % auf preisbereinigter Basis. </p> <p>Georg Sures aus Ihrer Bernecker Redaktion</p> <p>Börsianer lesen Briefe der Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH im Abo oder im Einzelabruf unter <a href="https://www.bernecker.info">www.bernecker.info</a></p>
<p>Broadcom hat gestern auf der VMware Explore die neue „VMware Private AI Cloud“ vorgestellt. Die Plattform verbindet VMware Cloud Foundation mit KI-Infrastruktur, einer neuen VMware AI Factory, mehr als 150 unterstützten KI-Modellen sowie Funktionen zur Steuerung und Absicherung autonomer KI-Agenten. Broadcom positioniert VMware damit deutlich stärker als Unternehmensplattform für KI-Anwendungen im eigenen Rechenzentrum und unterstützt unter anderem Beschleuniger von Nvidia und AMD sowie Modelle von Google, Nvidia und Alibaba.</p> <p>Für die Investmentthese ist das positiv. Broadcom erweitert seine KI-Positionierung damit über Netzwerkchips und kundenspezifische Beschleuniger hinaus auf das margenstarke VMware-Softwaregeschäft. Allerdings wurden weder Umsatzpotenzial noch konkrete Großkunden oder Auftragsvolumina genannt. Entsprechend blieb gestern die unmittelbare Kursreaktion begrenzt: Broadcom schloss mit 370,34 $ nur 0,42 % höher und gewann nachbörslich weitere 0,26 % hinzu. Die Meldung stärkt die längerfristige Wachstumsstory, ist kurzfristig aber noch kein Treiber für die Gewinnschätzungen.</p> <p>Oliver Kantimm, Bernecker-Redaktion</p>
<p style="text-align: justify;">Jahrelang gehörte die deutsche Chemieindustrie zu den Sorgenkindern des Aktienmarktes. Hohe Energiekosten, schwache Nachfrage und massive Überkapazitäten in China drückten auf Preise und Margen. Ausgerechnet die geopolitische Krise im Nahen Osten sorgt nun für eine überraschende Trendwende. Der Ifo-Index für die aktuelle Geschäftslage der deutschen Chemieindustrie sprang im August von minus 14,6 auf plus 11,6 Punkte. Erstmals seit vier Jahren beurteilen die Unternehmen ihre Lage wieder positiv. Gleichzeitig verbesserte sich das Geschäftsklima von minus 26,3 auf minus 2,4 Punkte. Ursache ist die anhaltende Blockade der Straße von Hormus. Produktionsausfälle in Asien und Schwierigkeiten bei der Versorgung mit petrochemischen Grundstoffen verlagern Aufträge nach Europa. Besonders bemerkenswert: Der Indikator für die Exporterwartungen sprang von minus 22,7 auf plus 10,1 Punkte.</p> <p style="text-align: justify;">Wir sollten daraus allerdings keinen nachhaltigen Chemieboom konstruieren. Die Kapazitätsauslastung der Branche liegt weiterhin deutlich unter ihrem langfristigen Durchschnitt, die Energiekosten bleiben hoch und die asiatischen Überkapazitäten verschwinden nicht. Der gegenwärtige Rückenwind ist eine geopolitisch ausgelöste Sonderkonjunktur. Genau deshalb suchen wir diejenigen Aktien, bei denen die neue Situation bereits in den Zahlen sichtbar wird und gleichzeitig noch Bewertungsspielraum vorhanden ist. Drei Titel stechen heraus, die sie bei uns in der Termin-Börse daily finden können (<a href="https://www.bernecker.info/tb-daily">KLICK HIER</a>).</p>
<p>Bei AMAZON treffen zwei gegensätzliche Nachrichten aufeinander. Evercore ISI erhöhte das Kursziel von 315 auf 355 Dollar und bestätigte „Outperform“. Das wären 37 % Potenzial. Analyst Mark Mahaney sieht insbesondere in agentischer KI einen neuen Wachstumstreiber für den Handel. In einer Umfrage gaben 57 % der Nutzer der neuen Alexa-KI an, Produkte gekauft zu haben, die sie zuvor gar nicht kannten. KI könnte Amazon damit nicht nur die Suche erleichtern, sondern tatsächlich zusätzliche Käufe bescheren. Das ist gut nachvollziehbar.</p> <p>Dem steht die neue Klage der FTC und 22 US-Bundesstaaten gegenüber. Amazon soll mehr als 1,2 Mio. Werbekunden durch manipulierte Anzeigenauktionen über Jahre zu viel berechnet haben. Die Kläger beziffern die angeblich zusätzlich vereinnahmten Beträge auf mehr als 20 Mrd. Dollar und fordern neben Änderungen des Verfahrens auch finanzielle Entschädigungen. Amazon weist die Vorwürfe zurück. Erste Taxen für mögliche Vergleichszahlungen liegen um 7 bis 9 Mrd. $ für Amazon wäre das kein Problem. Aber:</p> <p>Das Werbegeschäft setzte im zweiten Quartal bereits 19,8 Mrd. Dollar um und wuchs um 26 %. Amazon weist dessen Gewinn zwar nicht separat aus, die Margen dürften aber außergewöhnlich hoch sein. Needham schätzte bereits, dass Werbung mehr als die Hälfte des operativen Konzerngewinns beisteuert. Sollte die Klage dauerhaft niedrigere Werbepreise erzwingen, wäre damit ein wichtiger Margentreiber betroffen. Wir warten auf neue Infos und juristische Einschätzungen.</p> <p> </p>
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Volker Schulz
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