<p>Trump ist der Knecht der Märkte. Auf die gestrige Talfahrt (S&P 500 mit neuem 6-Monatstief) nebst weiter anziehenden Renditen und Ölpreisen reagierte Trump 11 <br />Minuten nach Börsenschluss und verlängerte das Ultimatum an den Iran zur Freigabe der Straße von Hormus bis Ostermontag. Zugleich betonte er, dass die Verhandlungen zwischen den beiden Kriegsparteien sehr gut verlaufen würden. Der Effekt auf den Ölpreis blieb aus (Brent aktuell sogar 109 $). Auffällig ist: Die Märkte stumpfen ab und reagieren nicht mehr auf Truth Social Posts von D. Trump im Schreibstil eines Grundschülers. Nach leicht freundlicher Eröffnung dreht der DAX heute Morgen sofort wieder ins Minus. Am Markt werden nun hinsichtlich steigender Inflation drei Zinserhöhungen der EZB eingepreist. Auch heute gilt: Pulver trocken halten. </p>
<p>Die Aktien von KNORR-BREMSE hatten am Montag zwischenzeitlich fast 17 % verloren, dann aber ihre exponentielle 200-Tage-Linie gehalten. Nun steuern sie wieder ihre 21-Tage-Linie bei aktuell 102,46 Euro an. Warum das Ganze? Hemmschuh war der Iran-Krieg, der Europas Maschinenbaubranche zunächst eine Zwangsjacke anlegt, Gashebel eine Kaufempfehlung der BANK OF AMERICA, die gerade erläuterte, dass sich die Erholung nur verzögere, aber nicht grundsätzlich aus der Spur gerate. In KNORR-BREMSE sieht sie durch den hohen Umsatzanteil des robusten Geschäfts mit Bremssystemen für Schienenfahrzeuge einen Hort der Stabilität. Na dann!</p> <p>Catharina Nitsch aus Ihrer Bernecker Redaktion / <a href="http://www.bernecker.info">www.bernecker.info</a></p> <p>Börsianer lesen Briefe der Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH unter <a href="http://www.bernecker.info">www.bernecker.info</a> im Abo oder im Einzelabruf!</p>
<p style="text-align: justify;">Trump verlängert sein Ultimatum ein weiteres Mal, er hat sich offensichtlich verrannt und findet keinen Ausweg aus dem Iran-Konflikt. Doch auch klein beigeben kann er, allein schon aus innenpolitischer Sicht, nicht. Das Ergebnis: Die Anleger bekommen Angst und die US-Börse gibt deutliche Schwächesignale. </p> <p style="text-align: justify;">Uns könnte ein Reset der Giganten bevorstehen, die Magnificent Seven werden offensichtlich auf ein nachhaltiges Bewertungsniveau reduziert. Markttechnische Verkaufssignale auf langfristien Charts häufen sich und die fundamentale Gravitation kehrt zurück. Bei NVIDIA zeigt der Chart Warnsignale für eine Trendumkehr, ALPHABET scheint zwischen Monopol-Angst und Margendruck zu stehen und die Skaleneffekte von AMAZON scheinen an ihre Grenzen zu stoßen.</p> <p style="text-align: justify;">Wir sehen ein Szenario, in dem das "Smart Money" Gewinne aus den überbewerteten Tech-Werten abzieht und in defensivere Sektoren oder Rohstoffe umschichtet. Damit eröffnet sich eine Möglichkeit für Anleger diese Schwäche zu nutzen bevor die breite Masse den Ausgang sucht. In der heutigen TB-Daily haben wir eine Short-Empfehlung auf US BigTech und eine Long-Idee für das deutsche Börsenbarometer. Beides können Sie in der heutigen TB Daily begleiten. Das geht über diesen Link entweder im Einzelabruf oder per Abo.</p> <p> </p>
<p>Der australische Rüstungskonzern EOS empfing eine deutsche Delegation inlusive Verteidigungsminister Boris Pistorius in Canberra. Im Fokus standen moderne Abwehrtechnologien gegen Drohnen sowie Weltraumfähigkeiten. EOS präsentierte u. a. das Slinger-System und den 100-kW-Laser „Apollo“, der Drohnen besonders kosteneffizient bekämpfen kann, sowie das Weltraumkontrollsystem „Atlas“.</p> <p><img src="https://bernecker.info/images_external/Horntrich Charts/eos.png" alt="" width="350" height="230" /></p> <p>EOS kann laut CEO Schwer Deutschland kurzfristig mit lokal produzierten Systemen beliefern – laut dem CEO schneller und günstiger als Wettbewerber. EOS ist bereits international etabliert (u. a. in der Ukraine und im Nahen Osten). CEO Andreas Schwer unterbreitete konkrete Angebote für Apollo- und Atlas-Systeme und sieht erhebliches Potenzial für eine vertiefte Zusammenarbeit mit Deutschland.</p> <p>Damit ist durchaus realistisch, dass zumindest ein Pilotsystem nach Deutschland geht. Hier wäre (Vergleichbar mit den Niederlanden) ein Volumen von ca. 50 Mio. € anzunhemen.</p>
<p><strong>Der Social Media-Betreiber wurde, ebenso wie Google (ALPHABET), in Los Angeles zu einer einstelligen Millionenstrafe verurteilt, denn:</strong> Instagramm und YouTube erzeugen vermeintlich Suchtverhalten bei jungen Nutzern.</p> <p><strong>Im verhandelten Fall ging es insbesondere um Depressionen und Körperdysmorphie bei einer Plattform-Userin. </strong>Bei einer Körperdysmorphen Störung (Body Dysmorphic Disorder) ist die Wahrnehmung des eigenen Aussehens stark zum Negativen verzerrt. Wird dies durch eine Plattformwelt ausgelöst, die auf vermeintlich perfekte Körper fokussiert ist?</p> <p><strong>Zu den Beklagten: </strong>META argumentierte u. a., eine einzelne Plattform könne nicht allein verantwortlich sein. Laut Google/ALPHABET ist deren Dienst YouTube nicht als Social Media einzustufen.</p> <p><strong>Berufung wird eingelegt.</strong> Zumindest mit einer langen "Story" ist zu rechnen, Pessimisten sehen den Aufbau einer regelrechten Klagewelle. Von dieser wäre die gesamte Branche betroffen; im Chartvergleich daher weitere Plattformbetreiber. Aktuell bieten sich neue Käufe nicht an.</p> <p>Helmut Gellermann</p> <p>Börsianer lesen Bernecker Daily. </p>
<p><strong>Die Whiskeydestille aus Kentucky (Hauptmarke Jack Daniel’s) war gestern mit + 9,6 % großer Tagesgewinner der US-Börsen. </strong>Als erste Nachrichtenagentur hatte Bloomberg berichtet, dass Gespräche über eine mögliche Fusion - in einem sehr frühen Stadium - stattfinden. </p> <p><strong>Der mögliche Bieter ist PERNOD RICARD aus Paris (im Sortiment z. B. Absolut Vodka, Bellantine’s, Chivas Regal, Ramazzotti).</strong> Diese Aktie gab 5,7 % nach.</p> <p><strong>Die Franzosen haben den höheren Börsenwert (15,1 Mrd. contra 12,2 Mrd. $).</strong> Sie müssten sich für ein attraktives Gebot aber erheblich weiter verschulden.</p> <p><strong>Der generelle Kurstrend in der Spirituosenbranche ist seit Jahren negativ (siehe Chartvergleich). </strong>Dies spricht ebenfalls gegen das Zustandekommen einer Fusion unter attraktiven Bedingungen. Wir schauen zu.</p> <p>Helmut Gellermann</p> <p>Börsianer lesen Bernecker Daily. </p>
<p>TurboQuant heißt das Schreckgespenst für die Speicherhersteller. Die neue von Alphabet entwickelte Kompressionstechnik soll den RAM-Bedarf von großen Sprachmodellen (LLMs) extrem senken. Ist damit der HBM-Boom vorbei?</p> <p>Branchenspezialisten erklären uns dazu: Googles neue Kompressionstechnologie reduziert zwar den Speicherbedarf im laufenden Betrieb deutlich und ermöglicht größere „Gedächtnisse“ für KI-Modelle, doch der entscheidende Engpass bleibt bestehen: Die eigentlichen KI-Modelle liegen weiterhin im teuren Hochleistungsspeicher nahe der GPU. Genau dort entstehen die Margen – und genau dort profitieren Anbieter wie Micron weiter. Unter Druck geraten könnte dagegen eher der klassische Flash-Speicher (NAND), der bislang als Ausweichlager für Daten diente. Hier ist Micron mit ca. 20 % der Umsätze betroffen, was überschaubar ist. Die Nachfrage nach High-End-Speicher bleibt strukturell intakt. Daher sehen wir die Kursschwäche weiterhin als Kaufchance.</p>
<p>Die Mine Garpenberg kämpft mit ungewöhnlich hoher seismischer Aktivität, was die Produktion vorerst auf rund 30 % der Kapazität drückt. Garpenberg ist nicht nur die größte, sondern auch die profitabelste Mine im Portfolio von Boliden. Im Geschäftsjahr 2025 steuerte dieser Standort etwa 26 % zum gesamten Konzern-EBITDA bei. Für das erste Quartal 2026 beziffert das Management den negativen Effekt auf das EBITDA bereits auf rund 400 Mio. SEK. Analysten von Morgan Stanley gehen in ihren Hochrechnungen davon aus, dass bei einer anhaltenden Drosselung auf dem aktuellen Niveau ein Belastungsfaktor von 4,5 bis 6 Mrd. SEK für das Gesamtjahr 2026 entstehen könnte. RBC geht davon aus, dass sich die Produktion bis Jahresende wieder auf 70 % der Kapazität erholt. Dann würde der Konsens für 2026 beim Gewinn um 11 % zu kürzen sein, ansonsten um 18 %. Morgan Stanley rechnet ähnlich.</p> <p>Das ist das Risiko in Minen-Investments. Die Historie zeigt, dass große Untertage-Minen nach schweren seismischen Ereignissen oft eine mehrmonatige bis 18 monatige Rehabilitationsphase benötigen, bevor sie zur vollen Kapazität zurückkehren. Ein dauerhaftes Problem sehe ich nicht. Die aktuellen Probleme betreffen primär den Zugang zu spezifischen Erzkörpern und die Belüftung, nicht die strukturelle Integrität der gesamten Anlage.</p> <p>Die Entscheidung von Boliden, die Investition von 4 Mrd. SEK trotz der aktuellen Vorfälle zu bestätigen beruhigt.</p> <p>Darin liegt also kein Weltuntergang. Im Worst Case sinkt der Gewinn je Aktie für 2026 von ursprünglich im Konsens erwarteten 50,51 SEK auf 41 SEK was ein neues KGV um die 11,5 ergeben würden. Dieser Umfall bietet somit mehr Chance als Restrisiken. </p> <p> </p>
<p>SUSS MICROTEC legt am Montag die Zahlen für 2025 vor. Die Aussichten sind grundsätzlich hervorragend. Der KI-Boom treibt die Investitionen entlang der Halbleiter-Wertschöpfungskette massiv an. Der Ausbau von HBM-Kapazitäten (MICRON und SK HYNIX) sorgt für zusätzliche Nachfrage nach temporären Bonding-Lösungen, dem Kerngeschäft von SUSS. Mit Blick 2026 sollte ein Umsatz von über 450 Mio. € realistisch sein. Der Analystenkonsens liegt mit rd. 445 Mio. € leicht darunter. Ein Fragezeichen bleibt auf der Ergebnisseite: 11 % EBIT-Marge im Konsens wirken ambitioniert, u.a. wegen steigender F&E-Ausgaben für Produktanläufe. Mit knapp unter 10 % EBIT-Marge wären wir zufrieden. Die Ergebnisseite birgt latente Gefahr für eine Enttäuschung. Schwächere Kurse sind gerade im aktuell fragilen Marktumfeld einzukalkulieren.</p>
<p>Der Bremer Satellitenhersteller plent Gerüchten zufolge eine Platzierung neuer und bestehender Aktien. Es wird von rd. 20 % des Kapitals gesprochen. Neben der Gründerfamilie Fuchs könnte dabei auch der Finanzinvestor KKR einen Teil seiner Beteiligung reduzieren. Letztere will sich offenbar jedoch nicht vollständig zurückziehen. Eine Bewertung leicht oberhalb der aktuellen Marktkapitalisierung von rund 5,5 Mrd. € wird diskutiert. Die Insider nutzen das Momentum des massiven Investitionszyklus im Raumfahrtsektor und des anstehenden Mega-IPOs von SpaceX. Die Bewertung mit dem 3,6-fachen Umsatz (2026) bei dünnen Nettomargen von 5-6% lässt sich nur mit dem hohen Wachstum von 25-30 % in den nächsten Jahren rechtfertigen. Bei aktuell 6 % Streubesitz kommt das Vorhaben einem Börsengang nahe. Ein größerer Streubesitz ist bei einem potenziellen europäischen Raumfahrt-Champion zu begrüßen. Neukäufe stellen wir aber zurück.</p>
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Volker Schulz
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