<p>Die Aktie steht unter Druck mit dem Test der 200-Tage-Linie. Die Q1-Zahlen zeigen eine kurzfristige Belastung, die vor allem beim EBIT sichtbar wird. Der Umsatz stieg zwar um 21 % auf 1,58 Mrd. €, das ausgewiesene EBIT fiel jedoch um 45 % auf 31 Mio. €. Ursache ist eine Rückstellung von 45 Mio. € für die Auswirkungen des Nahost-Konflikts.</p> <p>Operativ sieht das Bild besser aus: Bereinigt um diese Rückstellung hätte das EBIT bei 76 Mio. € gelegen und damit rund 35 % über dem Vorjahreswert. Die underlying EBIT-Marge lag bei 4,8 %. Das zeigt, dass das Kerngeschäft nicht eingebrochen ist. Der kurzfristige Makel liegt vielmehr in der Sonderbelastung und der Unsicherheit, ob daraus weitere Kosten entstehen.</p> <p>Zusätzlich irritiert die Auftragssituation. Im ersten Quartal wurden nur 88 Mio. € neue Aufträge gewonnen, ausschließlich Engineering-Services. Der Backlog sank auf 9,2 Mrd. €. Das erklärt die jüngste Schwäche der Aktie.</p> <p>Perspektivisch bleibt die Lage dennoch konstruktiv. Der CEO verweist auf eine 24-Monats-Pipeline von 89 Mrd. €! Diese Zahl ist nicht als sicherer Auftragseingang zu verstehen, sondern als adressierbarer Chancenraum. Entscheidend wird, ob aus den kurzfristig erwarteten Projekten tatsächlich neue Großaufträge werden. Técnicas Reunidas nennt allein für den Nahen Osten mögliche kurzfristige Aufträge von 4 bis 8 Mrd. €. Kommen diese dreht der Kurs schnell. Wir bleiben weiter an Bord, schauen aber noch genauer hin in den nächsten Tagen und Wochen. </p>
<p>SMA Solar zählt zu den dynamischsten und momentumstärksten Werten am deutschen Aktienmarkt. Trotz der zuletzt hohen Volatilität im Solarsektor verbessert sich die operative Dynamik spürbar. Vor allem der Auftragseingang zieht wieder an, während der hohe Auftragsbestand eine sukzessive Ergebnisverbesserung in den kommenden Quartalen ermöglicht.</p> <p>Die Analysten von Jefferies highlighten heute u.a. die Entwicklung im Großprojektgeschäft („Large Scale“), wo Speicherlösungen inzwischen mehr als die Hälfte des Auftragseingangs ausmachen. Gleichzeitig belebt sich auch das Geschäft mit privaten und gewerblichen Kunden („Home and Business Solutions“, HBS). Zusätzliche Nachfrageimpulse sind unter anderem durch die geopolitischen Spannungen im Mittleren Osten, die insbesondere im zweiten Quartal für eine temporär höhere Nachfrage nach dezentralen Energielösungen sorgen könnten. zu erwarten.</p> <p>Ein weiterer Kurstreiber kommt aus regulatorischer Richtung: Die jüngste Entscheidung der EU-Kommission, Förderungen für Projekte mit Wechselrichtern aus sogenannten „Hochrisikoländern“ – insbesondere China – einzuschränken, verschafft europäischen Anbietern wie SMA mittelfristig zusätzliche Marktanteile. </p> <p>Unterstützt wird der positive Ausblick zudem durch neue Produkteinführungen, die SMA auf der Fachmesse Intersolar im Juni präsentieren will. Hinzu kommt die Aussicht auf mögliche Rückerstattungen im Zusammenhang mit US-Zöllen, was die Chancen erhöht, dass SMA das obere Ende der eigenen Jahresprognose erreichen wird.</p> <p>Mit einem Auftragsbestand von rund 1,1 Mrd. Euro verfügt SMA über hohe Visibilität für die kommenden Quartale. Jefferies hat das Kursziel zuletzt auf 71 Euro angehoben. Bewertet wird SMA mit rund dem 14-fachen des erwarteten Gewinns für 2027. Damit hat die Aktie angesichts eines erwarteten Gewinnwachstums von rund 50 % pro Jahr noch nicht überzogen.</p>
<p>Das Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping steht heute im Fokus. Die diplomatischen Signale aus Peking deuten auf eine vorsichtige Öffnung hin, was den Fokus auf wirtschaftliche Kooperationen lenkt. Strategen erwarten einen deutlich gemäßigteren Ton bei Zoll- und Handelsbeschränkungen. Das treibt heute auch die europäischen Börsen.</p> <p>Der DAX legt über 1 % zu angeführt von Siemens als Schwergewicht, was nach den Zahlen gestern wenig überrascht. Ob es Richtung Iran Fortschritte gibt bleibt abzuwaren. Weiter gilt:</p> <p>Der AI-Hype ist der ultimative Treiber der aktuellen Aktienrallye. Der Nasdaq 100 markiert den fünften Rekord innerhalb kurzer Zeit, angeführt mal wieder vom Chipsektor.</p> <p>Cisco Systems (+19 %): Der Netzwerker vollzieht den radikalen Schwenk. Neben einer starken Umsatzprognose für AI-Netzwerke wird die Effizienz durch den Abbau tausender Stellen gesteigert. Das wird mit massiven Kursaufschlägen quittiert. Wir hatten die Hintergründe in Der Aktionärsbrief in der Ausgabe vom 6. Mai schon erklärt. </p> <p>Heute ist Vatertag und Christi Himmelfahrt, ab morgen sind wir wieder in gewohntem Umfang für Sie da - entweder über die Bernecker App oder den Newspilot auf unserer Website: <a href="https://www.bernecker.info/">https://www.bernecker.info/</a></p> <p>Ihr Volker Schulz</p> <p>Redaktionsleiter </p> <p> </p>
<p>Bilfinger hat heute Quartalszahlen gemeldet, die summa summarum eigentlich recht ordentlich ausgefallen sind. Aber auch wenn die Zahlen operativ solide waren, störte sich doch die Börse am schwächeren Auftragseingang und am vorsichtigen Nachfragebild. Der Umsatz stieg im ersten Quartal 2026 um 4 % auf 1,31 Mrd. €. Das operative Ergebnis (EBITA) legte um 5 % auf 60 Mio. € zu. Die EBITA-Marge verbesserte sich von 4,5 % auf 4,6 %. Diese drei Kennziffern lagen ungefähr im Rahmen der Analystenerwartungen.</p> <p>Positiv war der Ergebnishebel. Der Nettogewinn stieg um 16 % auf 37 Mio. €. Das zeigt, dass das Effizienzprogramm weiter wirkt. Auch die bestätigte Jahresprognose ist wichtig. Bilfinger peilt für 2026 weiter 5,4 Mrd. € bis 5,9 Mrd. € Umsatz, eine EBITA-Marge von 5,8 % bis 6,2 % und einen Free Cashflow von 250 Mio. € bis 300 Mio. € an. Der Analystenkonsens liegt beim Umsatz bei knapp 5,7 Mrd. € und bei der EBITA-Marge bei 5,9 %. Damit liegt die Unternehmensprognose im Kern auf Konsensniveau.</p> <p>Negativ stach vor allem der Auftragseingang heraus. Er sank um 5 % auf 1,208 Mrd. €. Reuters führte das auf die Zurückhaltung von Kunden wegen des Iran-Kriegs zurück. Der Konflikt dämpft die Aktivität im Nahen Osten und hält europäische Kunden wegen höherer Energiepreise von Investitionen ab. Bilfinger verweist zugleich auf konkrete Gespräche zum Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur im Mittleren Osten. Diese Region stand 2025 aber nur für rund 4 % des Konzernumsatzes. Der Hebel ist also vorhanden, aber nicht groß genug, um die kurzfristige Auftragsschwäche zu überdecken.</p> <p>Ein weiterer negativer Punkt war der Free Cashflow. Er fiel von 109 Mio. € auf 21 Mio. €. Dafür waren vor allem zwei Gründe verantwortlich: Im Vorjahr hatte eine hohe Einmalzahlung den Free Cashflow positiv beeinflusst, dieser Effekt fehlte nun im ersten Quartal 2026. Zudem verzögerte die strenge Witterung in Europa Arbeiten sowie Zahlungseingänge.</p> <p>Der Markt reagierte hart. Die Bilfinger-Aktie verlor im Xetra-Handel zeitweise rund 10 % und gehörte damit zu den größten MDAX-Verlierern. Seit Jahresbeginn summierte sich das Kursminus damit auf rund 16 %.</p> <p>Die heute getätigten Insiderkäufe liefern aber ein wichtiges Gegensignal: Vorstandschef Thomas Schulz kaufte Bilfinger-Aktien über insgesamt 87.935,30 € zu einem aggregierten Preis von 87,9353 €. Finanzchef Matti Jäkel kaufte ebenfalls Aktien über insgesamt 88.916,95 € zu einem aggregierten Preis von 88,9169 €. Zusammen sind das rund 176.852 €. Das ist kein riesiger Betrag für zwei Vorstände, aber nach einem Kursrutsch am Tag der Zahlen ist das ein bewusstes Vertrauenssignal.</p> <p>Die Chancen bleiben intakt. Bilfinger profitiert von Outsourcing in der Prozessindustrie, Energieeffizienz, Modernisierung alter Industrieanlagen, Automatisierung, Chemie, Pharma, Öl und Gas sowie Infrastrukturinvestitionen. Zusätzlich bleibt der Wiederaufbau im Nahen Osten eine mögliche Zusatzchance. Die Mittelfristziele bis 2030 sind ambitioniert: Bilfinger will im Schnitt 8 % bis 10 % Umsatzwachstum p.a. erreichen und eine EBITA-Marge von 8 % bis 9 % erzielen. Genau daran wird der Markt das Unternehmen jetzt messen.</p> <p>Fazit: Bilfinger hat kein schlechtes Quartal vorgelegt, aber der Auftragseingang hat den Markt in besonderem Maße verunsichert. Der Kursrutsch wirkt auf den ersten Blick hart, ist nach der starken Vorjahresentwicklung aber nachvollziehbar. Die Insiderkäufe stabilisieren allerdings das Signalbild. Für eine nachhaltige Erholung muss Bilfinger im zweiten Halbjahr die angekündigte Nachfragebelebung zeigen. Die Aktie bleibt interessant, aber die kommende Entwicklung der Auftragseingänge wird wichtiger als die heute gemeldete Margenverbesserung. Dennoch ist es sicherlich nicht verkehrt, es den beiden Vorstandsmitgliedern nachzutun und das niedrigere Kursniveau zumindest für den Kauf einer Einstiegsposition zu nutzen. Wer bereits investiert ist, bleibt es auch!</p> <p>Oliver Kantimm, Redaktion "Der Aktionärsbrief"</p>
<p>Eine frische Morgan-Stanley-Studie zeigt, dass KI bereits messbare Produktivitätsgewinne in mehreren Sektoren erzeugt. </p> <p>Über zwei Befragungswellen hinweg liegen die höchsten gemeldeten Produktivitätsgewinne bei Healthcare Equipment & Services mit 12,3 %, Consumer Staples mit 12,0 %, Autos mit 11,5 % und Transportation mit 11,0 %. Danach folgen Real Estate mit 10,6 %, Software mit 10,4 % und Banken mit 10,0 %.</p>
<p>Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat für seinen gemeinsam mit Eli Lilly entwickelten Alzheimer-Test Elecsys pTau217 die Zulassung der EU (CE-Kennung) erhalten. Der Bluttest misst das phosphorylierte Tau-Protein (pTau217), ein charakteristisches Merkmal der Alzheimer-Krankheit. Bei vergleichbarer Genauigkeit stellt der neue Test eine praktischere und weniger invasive Alternative zu den bisherigen Verfahren dar. Zugleich besteht so die Möglichkeit Alzheimer deutlich früher zu diagnostizieren. Die Roche-Aktie setzt unterdessen ihre seit Anfang April bestehende Seitwärtsbewegung fort. Falls der Widerstand bei 335 CHF überwunden wird, ergibt sich ein neues charttechnisches Kaufsignal </p>
<p><strong>Bei ALLGEIER sehen die operativen Daten besser aus als der Kursverlauf.</strong> Im 1. Quartal stieg der Umsatz im fortgeführten Geschäft um 9 % auf 87 Mio. €, das bereinigte EBITDA lag mit 9,1 Mio. € leicht über Vorjahr. Auf Gesamtjahressicht bestätigt der Vorstand die Guidance von 350 bis 390 Mio. € Umsatz und 47 bis 53 Mio. € bereinigtem EBITDA. Bei rund 233 Mio. € Unternehmenswert (Enterprise Value) wird ALLGEIER nur mit gut 0,6-fachem Umsatz und rund 4,5- bis 5-fachem bereinigtem EBITDA bewertet. 1,00 € Dividende je Aktie entspricht einer Rendite von rund 6,5 %. Strategisch gilt: Die Beschleunigung bei KI-Implementierungen, Datenplattformen und digitaler Verwaltung in Deutschland ist nur eine Frage der Zeit.</p> <p><strong>Dies ist ein Ausschnitt aus der neuen <a href="http://www.bernecker.info/actien-boerse">Actien-Börse</a>.</strong> In der aktuellen Ausgabe analysiert Hans A. Bernecker, Deutschlands erfahrenster Börsenexperte, mit seinem Team die Marktlage und verrät Ihnen, wie Sie sich als Anleger am besten positionieren.</p> <p><strong>Den kompletten Brief erhalten Sie im Abo oder im Einzelbezug auf <a href="https://www.bernecker.info/">www.bernecker.info</a> und über unsere <a href="https://www.bernecker.info/app">Bernecker-App</a>. </strong> </p> <p><strong>Weitere Themen der <a href="http://www.bernecker.info/actien-boerse">Actien-Börse Nr. 20</a> u. a.:</strong></p> <p style="padding-left: 40px;">- Die Deutschen werden Aktionäre</p> <p style="padding-left: 40px;">- Die Rüstung hat abgerüstet</p> <p style="padding-left: 40px;">- Die COMMERZBANK hat sich bloßgestellt</p> <p style="padding-left: 40px;">- NEMETSCHEK: Chance auf Comeback?</p> <p style="padding-left: 40px;">- Photonik-Spezialisten im Blick: Wer profitiert?</p> <p style="padding-left: 40px;">- TASEKO MINES: Die Kupfer-Story wird wieder spannend</p> <p>Ihre Bernecker Redaktion / <a href="https://www.bernecker.info/"><strong>www.bernecker.info</strong></a> </p>
<p>Der PPI steigt im April um 6,0 % und damit deutlich stärker als erwartet. Treiber sind vor allem explodierende Energie- und Transportkosten infolge des Nahost-Konflikts. Besonders brisant:</p> <p>Die Lkw-Frachtkosten springen um 8,1 % und erreichen den höchsten Stand seit 2009. Für die Fed wird es komplizierter. Der April-PPI erhöht das Risiko, dass auch CPI und PCE in den nächsten Monaten deutlich steigen. </p> <p>Für den Aktienmarkt ist das nicht negativ, solange die Preise weitergegeben werden können und der Konsument nicht wegbricht. Das ist zu beobachten. </p>
<p>Spekulativer Nachzügler im Kupfersektor:</p> <p>Ivanhoe Mines hat im Vergleich zu vielen Kupferwerten deutlich zurückgelegen. Der Grund ist bekannt: Die Probleme bei Kamoa-Kakula haben Produktion, Kostenprofil und Vertrauen belastet. Genau darin kann eine Chance liegen. Die Analysten sind weitgehend auf Neutral / Haltenswert. Die Erwartungen wurden nach unten angepasst, 2026 ist weitgehend als Übergangsjahr eingepreist, und der Markt blickt zunehmend auf 2027/2028.</p> <p>Gelingt die Rückkehr von Kamoa-Kakula in Richtung der früheren Produktionsklasse von mehr als 500.000 Tonnen Kupfer pro Jahr, dürfte sich das Bewertungsbild erheblich verbessern. Auf Bloomberg-Konsensbasis fällt das KGV bis 2028 auf rund 12. Für einen Kupferproduzenten mit Tier-1-Asset, eigenem Schmelzer, starken Schwefelsäureerlösen sowie zusätzlichen Projekten wie Kipushi, Platreef und Western Forelands ist das attraktiv. Klar ist aber auch:</p> <p>Der Titel ist nichts für defensive Anleger. Die Aktie hängt stark an der Umsetzung des neuen Minenplans, der Entwässerung, den Erzgehalten und der Kostenkontrolle bei Kamoa-Kakula. Nach mehreren Prognosesenkungen muss Ivanhoe Vertrauen erst wieder aufbauen. Halbwegs positive qositive Quartale (wie zuletzt Q1) könnten deshalb überproportional wirken.</p> <p>Wir kaufen eine überschaubare Größe in Relation zum Portfolio:</p> <p>3.700 Stück Ivanhoe Mines (ISIN: CA46579R1047, ca. 8,20 €). Geordert wird aufgrund dann absehbar enegren Spreads aber erst nach Eröffnung in Kanada um 16.00 Uhr via Tradegate. Profis kaufen direkt in Toronto. </p> <p> </p>
<p>Siemens liefert gemischte Q2-Zahlen, aber mit starker Substanz in den Kernsparten.</p> <p>Der Umsatz stagnierte nominal bei 19,76 Mrd. €, organisch lag das Plus aber bei 6 %. Der operative Gewinn im industriellen Geschäft sank um 8,3 % auf 2,97 Mrd. €. Mobility (Produktmix und Zölle) und eine Normalisierung der Marge bei Smart Infrastructure sind der Grund. Entscheidend positiv:</p> <p>Der Auftragseingang stieg konzernweit um 11 % auf 24,1 Mrd. € und lag rund 7 % über Erwartung. Digital Industries überzeugte mit +12 % Orders und einer starken Marge von 18,5 %. Smart Infrastructure profitierte weiter von Elektrifizierung, Netzausbau und Rechenzentren, Orders +26 %. Für beide Sparten werden die Prognose angehoben. </p> <p>Fazit: Kein perfektes Quartal, aber die Siemens-Story bleibt über KI / Automatisierung und Elektrifizierung intakt.</p>
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Volker Schulz
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