<p>Ferrari präsentiert erstes vollelektrisches Modell. Der Luxus-Sportwagenbauer hat am Montag in Maranello seinen neuen vollelektrischen Sportwagen Luce vorgestellt. Der Luce dürfte aber alles andere als ein Selbstläufer werden, die die potenziellen Käufer weiter hochtourige Verbrennertechnik bevorzugen. Ferrari setzt damit eher ein Ausrufezeichnen in einem Marktsegment, das zunehmend von chinesischen Herstellern wie BYD (Supersportwagen Yangwang U9) oder Xiaomi dominiert wird. Während Konkurrent Lamborghini die Pläne für die Einführung eines Elektromodells wegen des geringen Kundeninteresses eingestellt hat, sollen bei Ferrari vollelektrische Sportwagen bis 2030 nur noch auf einen Anteil von 20 % (vorher 40 %) erreichen.</p>
<p>Folgt SGL CARBON bald LPKF LASER und AIXTRON? In der Halbleiterproduktion wird Graphit vor allem dort gebraucht, wo es sehr heiß, sehr rein und sehr präzise sein muss. SGL liefert graphitbasierte Lösungen entlang der Halbleiter-Produktionsroute und zählt bei Siliziumkarbid-Beschichtungen zu den wichtigen Lieferanten der Branche. Bei Batterien ist Graphit besonders wichtig, weil es heute der dominierende Anodenwerkstoff in Lithium-Ionen-Batterien ist. Aber: Hohe Lagerbestände bei Halbleiterkunden belasten aktuell noch die Nachfrage nach Spezialgraphit. Im 1. Quartal 2026 fiel der Umsatz im Bereich Graphite Solutions um 8,8 % auf 106,4 Mio. €, das EBITDA 14,8 % auf 18,4 Mio. €. Wichtig ist:</p> <p>Carbon Fibers wurde restrukturiert, verlustreiche Aktivitäten wurden geschlossen. Process Technology hängt an der schwachen Chemieindustrie. Composite Solutions hängt teils an Automotive. 2025 sank der Konzernumsatz vor allem durch weniger Halbleiterumsätze in Graphite Solutions und weniger Carbon-Fiber-Geschäft. Gleichzeitig belasteten hohe Sondereffekte, Restrukturierungskosten und Wertminderungen. Die Bilanz sieht inzwischen deutlich stabiler aus. Die Nettoverschuldung lag Ende 2025 bei 98,9 Mio. €, die Verschuldungskennzahl bei 0,7-fach EBITDA, der freie Cashflow blieb mit 37,0 Mio. € solide. </p> <p>Wenn die Megatrends intakt bleiben, dann ist der aktuelle Zustand kaum dauerhaft: Kunden können Lagerbestände nicht endlos abbauen. Eine EBITDA-Bewertung mit Faktor 5 für 2026 und 4,2 für 2027 ist äußerst moderat. Erstes Ziel 6 €. Deutlich mehr ist möglich, wenn der Lagerabbau beendet ist.</p> <p> </p>
<p>Alles wieder auf Anfang? US-Militärschläge gegen den Iran - wenn auch nur begrenzten Ausmaßes - haben die Hoffnung auf ein Abkommen zum Ende des Iran-Kriegs und zur Öffnung der Straße von Hormus gedämpft. Der Preis für ein Barrel Brent zur Lieferung im Juli stieg um mehr als 2 % auf 98,44 $. Rohöl aus den USA wurde bei etwa 92 $ gehandelt. Hört das denn nie auf?</p> <p>Catharina Nitsch aus Ihrer Bernecker Redaktion / <a href="http://www.bernecker.info">www.bernecker.info</a></p> <p>Börsianer lesen Briefe der Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH unter <a href="http://www.bernecker.info">www.bernecker.info</a> im Abo oder im Einzelabruf!</p>
<p><strong>Kaum war die monatelange Annäherung an den spanischen Beauty-Mitbewerber PUIG BRANDS beendet, schon legte die Aktie von ESTÉE LAUDER im US-Handel 12 % zu.</strong> Soweit erste Storys (etwa von Reuters) zutreffen, wurde eine generell mögliche Einigung durch „Sonderwünsche“ im Kreis der Minderheitsaktionäre blockiert.</p> <p><strong>Wer auf den US-Konzern setzt, kann die Position beibehalten. </strong>Neukäufe sind zurzeit aber nicht zwingend.</p> <p><strong>Den umfangreichen Chartvergleich in Sachen Kosmetik sehen Sie heute in reduzierter Form, zwecks größerer Übersichtlichkeit.</strong> Das Hochlaufen der PUIG-Aktie spätestens seit März war schon vier Wochen später beendet. Nach dem Ende der Gespräche geht nicht nur ESTÉE LAUDER, sondern auch die Aktie von ULTA BEAUTY nach oben.</p> <p><strong>Wie dem gesamten Bereich zurzeit etwas die Luft ausgeht, verdeutlicht auch die Aktie des früheren Highflyers E.L.F. (nicht abgebildet).</strong> Sie setzt ihren Weg nach unten weitgehend unbeeindruckt von den anderen Kursverläufen fort.</p> <p>Helmut Gellermann</p> <p>Börsianer lesen Bernecker Daily. </p>
<p><strong>Der KI-Markt hat eine fundamentale Strukturwende vollzogen.</strong> Die Phase der „netten Spielereien“, in der textbasierte Chatbots Gedichte schrieben, ist vorbei. Unternehmen verlangen heute echten Return on Investment. Das Zauberwort heißt Autonome KI-Agenten. Diese Software-Assistenten führen komplexe Arbeitsschritte eigenständig aus: Sie buchen Rechnungen in ERP-Systeme, verwalten HR-Prozesse und optimieren Lieferketten.</p> <p><strong>Doch die Entwicklung von Agenten erfordert gigantische Ressourcen.</strong> Es gewinnt nicht zwangsläufig derjenige mit dem schlauesten Sprachmodell, sondern der Hyperscaler, der die höchste „Daten-Gravitation“ besitzt, die Inferenz-Kosten durch eigene Chips senkt und das stärkste Entwickler-Ökosystem bietet. Der weltweite Markt für Cloud-Infrastrukturservices ist laut Synergy Research Group im ersten Quartal 2026 auf rund 129 Mrd. $ gestiegen, was einem Plus von 35 % gegenüber dem Vorjahr entsprach. Die drei dominierenden US-Hyperscaler teilen diesen Markt unter sich auf. Wer die Spitzenposition im Agenten-Rennen einnimmt, lesen Sie in der aktuellen TB-Daily. Zusätzlich startet heute ein neuer DAX-Index-Trade. Zur Produktseite geht es mit einem <a href="https://www.bernecker.info/tb-daily"><strong>KLICK HIER</strong></a>.</p>
<p>Nach dem starken Pfingstmontag (wir berichteten gestern) steht heute Morgen die Konsolidierung an. In Tokio gab der Nikkei 225 heute Morgen um rund 0,5 % nach, was aber vor allem als Gewinnmitnahme nach dem starken Montag zu lesen ist. Auslöser waren sinkende Ölpreise und Hoffnungen auf Fortschritte im Konflikt um Iran und die Straße von Hormus.</p> <p>Der Kospi sticht positiv heraus und legte nach einem Feiertag um rund 2,8 % bis 2,9 % zu. Besonders stark waren Technologiewerte. Unser Empfehlungs- und Depotwert SK Hynix markierte einen neuen Rekord.</p> <p>Der chinesische Festlandsmarkt zeigte sich schwächer. Der Shanghai Composite verlor heute Morgen etwa 0,8 %. Hongkong hielt sich etwas besser. Der Hang Seng liegt rd. 0,3 % im Plus. </p> <p>Die USA meldeten erneut Angriffe auf iranische Raketenstellungen und Boote, die Minen verlegt haben sollen. Parallel laufen Verhandlungen über eine Verlängerung des Waffenstillstands und eine Wiederöffnung der Straße von Hormus mit konstruktiven Worten des iranischen Außeministers.</p> <p>Volker Schulz</p> <p>Redaktionsleiter (<a href="https://www.bernecker.info/">https://www.bernecker.info/</a>)</p> <p> </p>
<p>Die Übernahmespekulationen um den Essenslieferdienst Delivery Hero überschlagen sich. Uber und DoorDash sollen bei einer möglichen Transaktion paktieren. Eine vollständige Übernahme mit anschließender Aufspaltung, um kartellrechtliche Hürden zu umschiffen steht im Raum. Ein Angebot über 33 € je Aktie soll bereits auf Ablehnung gestoßen sein. Mehrere Investoren sollen laut FT inzwischen Preise von über 40 € je Aktie fordern. Uber-CEO Dara Khosrowshahi soll sich am Wochenende in Oslo mit dem Aufsichtsratschef von Delivery Hero getroffen haben. Parallel dazu soll auch DoorDash-Chef Tony Xu Kontakt aufgenommen haben. Im Zentrum der strategischen Überlegungen stehen insbesondere die attraktiven Kernassets in MENA sowie Korea. DoorDash soll vor allem Interesse am Nahostgeschäft haben, während Uber gemeinsam mit NAVER ein Angebot für die südkoreanische Baemin-Plattform prüfen soll.</p> <p>Die Komplexität eines Deals ist allerdings hoch. Uber überschneidet sich mit Delivery Hero in 22 Märkten, darunter neun in Europa. DoorDash konkurriert mit Delivery Hero in 18 Märkten, davon 14 in Europa. Eine gemeinsame Transaktion mit anschließender Aufteilung der Assets könnte kartellrechtliche Probleme entschärfen, würde die Struktur aber erheblich komplizieren und das Risiko erhöhen.</p> <p>Ein zentraler Faktor bleibt zudem der aktivistische Investor Aspex Management. Der Hedgefonds hält inzwischen rund 15 % an Delivery Hero und hatte bereits maßgeblichen Einfluss auf den jüngsten CEO-Wechsel. Aspex dürfte auf eine möglichst schnelle Wertmaximierung abzielen. Vor diesem Hintergrund erscheint ein Verkauf deutlich oberhalb der aktuellen Bewertung wahrscheinlich.</p> <p>Gleichzeitig sollte der Einfluss von Prosus nicht vergessen werden. Prosus hält weiterhin rund 17 % an Delivery Hero und verfolgt unverändert das Ziel, ein europäisches E-Commerce-Ökosystem aufzubauen. Der Markteintritt von Uber in Europa ist Anlass genug, um die regulatorischen Auflagen aus der JustEatTakeway-Übernahme neu zu verhandeln. Das verspricht Spannung pur. Unsere Wette aus der Bernecker daily vom 20. Mai halten wir aufrecht.</p>
<p>Die europäischen Börsen und besonders der DAX (25.183) sind fest in den Montag gestartet (USA und GB bleiben heute geschlossen). Auch Japan (+2,8 %) haussiert (Empfehlungwert Kioxia im Aktionärsbrief aus letzer Woche heute + 14 %). Hintergrund sind Ölpreise im Brent unter 100 $. Es geht zunächst nicht um einen endgültigen Friedensvertrag, sondern eher um ein Memorandum / Zwischenabkommen. </p> <p>-60 Tage Verlängerung der Waffenruhe. In dieser Zeit soll die Straße von Hormus schrittweise wieder geöffnet werden.</p> <p>-Schrittweise Entminung der Straße von Hormus. Die blockierte Schifffahrt soll nach und nach normalisiert werden.</p> <p>-US-Blockade wird nur proportional gelockert. Also: Iran liefert, USA lockern. Nach dem Motto „trust but verify“.</p> <p>-Iran soll über sein hochangereichertes Uran verhandeln. Im Raum steht, dass Teheran Bestände verdünnt, abgibt oder außer Landes bringt (wird vom Iran allerdings weiter dementiert)</p> <p>-Sanktionserleichterungen für Iran. Die USA könnten im Gegenzug Öl- und Petrochemie-Sanktionen zeitweise aussetzen und eingefrorene Vermögen teilweise freigeben.</p> <p>-Israel behält sich Eingriffe bei akuter Bedrohung vor. Laut FT soll Israel weiter gegen „unmittelbare Bedrohungen“ handeln dürfen.</p> <p>Für mich wirkt die Vorfreude in Europa und Asien etwas überzogen. Die Handelsvolumina sind zudem überschaubar. </p> <p>Ihr Volker Schulz </p> <p>Redaktionsleiter (<a href="https://www.bernecker.info/">https://www.bernecker.info/</a>)</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Ist Rüstung wieder ein Kauf?</strong></p> <p>Die Rüstungsrally lief um die Jahreswende herum in eine Übertreibung. Wir hatten geraten, Kassen zu machen, was richtig war. Dem folgten entsprechende Korrekturen von beinahe 50 %. Damit ist die spekulative Luft zunächst einmal raus. Die Aufträge und Umsätze aller betroffenen Unternehmen werden in den nächsten drei bis fünf Jahren (so Branchenmeinung) Erweiterungen bis zu 100 % gegenüber aktuellem Stand anpeilen. Erst dann ist die Einschätzung dieser Unternehmen nachvollziehbar. </p> <p>Die großen amerikanischen Rüstungsaktien sind dafür ein gutes Vorbild. Sie legen seit Jahren permanent zu, aber nicht aufgeregt und stets von technischen Korrekturen begleitet. Das ergibt den nachhaltigen Trend für Rüstungsaktien auf längere Sicht. Aktuell: Nach den genannten Korrekturen ist der Neuaufbau schrittweise vertretbar (siehe auch die aktuelle <a href="http://www.bernecker.info/actien-boerse"><span style="color: #e67e23;"><strong>Actien-Börse</strong></span></a>, Seite 3). </p> <p style="text-align: center;"><strong>Welche Anleihen lohnen bei diesen Zinsanstiegen?</strong></p> <p>Die alte Regel gilt immer noch und bleibt: Wenn die Schulden steigen, nimmt die Bonität der Schuldner ab und im Markt gibt es schrittweise Aufschläge in den Renditen. Dagegen kann weder eine Notenbank noch eine Regierung operieren, es sei denn, dass der Schuldner seine Verschuldung deutlich reduziert. Auf den Gleichschritt bzw. das Tempo der Verschuldung kommt es also an. Bis zur Stunde gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Staaten ihre Verschuldung reduzieren oder deutlich begrenzen. Also gilt die Konsequenz: Schrittweise Neuverschuldung bedeutet schrittweise steigende Renditen. Wie immer stärker am langen Ende und weniger erkennbar am kurzen. Diese Regel gilt für alle Investoren. Für Privatanleger darf über eine mittlere Laufzeit von 10 Jahren für Anleihen diskutiert werden, aber nur als Verlegenheitslösung. Die Amerikaner sind darin am konsequentesten: Privatanleger kaufen in den USA keine Anleihen, sondern Aktien. Darin liegt deren Alterssicherung. </p> <p style="text-align: center;"><strong>Sollten Anleger bei Chip-Werten Gewinne mitnehmen?</strong></p> <p>Die Kursbewegungen der letzten Wochen in Chipaktien gehen zu weit. Angestoßen von der Knappheit sind insbesondere die Chipspezialisten in Taiwan und Südkorea die absoluten Gewinner. In Deutschland gehört Infineon dazu. Also konsequent: Solche Rallys führen stets zu markanten Korrekturen, ähnlich der oben zitierten Rüstung und erst nach einer solchen Korrektur geht es dann um die nächste Phase mit langfristigem Hintergrund. Also Kasse machen. </p>
<p>Der Quartalsbericht des Chip-Design-Sepzialisten wird mit Spannung erwartet. Hinter vorgehaltener Hand wird über eine Prognoseanhebung gemunkelt. Besonders im Fokus stehen dabei Fortschritte im Lizenz-/IP-Geschäft, positive Nachfrageimpulse aus dem chinesischen Markt sowie mögliche Synergien mit ANSYS mit erwarteten Kostensynergien von rund 400 Mio. $. Zusätzliche Fantasie liefert Großkunde INTEL. SYNOPSYS entwickelt bereits IP-Lösungen für Intels kommende 14A-Technologie. Potenziell externe 18A-Kunden sind bislang noch nicht in den Prognosen enthalten. Man soll zudem bei einem führenden AI-HPC-Kunden einen wichtigen Emulationsauftrag gegen Rivalen CADENCE gewonnen haben. Vorgriff mit kleiner Position, um dabei zu sein.</p>
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Volker Schulz
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