<p>51 % der Motoren- und Energiesparte Everllence gehen an Bain Capital für rd. 7,4 Mrd. €. Der Erlös liegt über den Markterwartungen und stärkt die Finanzkraft des Konzerns in einer schwierigen Phase. Volkswagen behält zunächst 49 % der Anteile und partizipiert damit weiter am Wachstum der Sparte, die von Trends in Schifffahrt, Energieinfrastruktur und Rechenzentren profitiert. Grundsätzlich stecken im breit aufgestellten Konzernportfolio weitere stille Reserven, die künftig durch weitere Strukturmaßnahmen aufgedeckt werden sollten. Herausforderung ist, Kosten und Kapazitäten an niedrigere Absatzzahlen auszurichten. Eine Turnaroundchance für Mutige mit Geduld.</p>
<p>Im Fokus steht die der nächste große Schritt zur Hebung stiller Reserven. Noch vor Jahresende soll die Werkstoffhandelssparte unter dem Namen „tk accelis“ separat an die Börse gebracht werden. Dabei erhalten Aktionäre 49 % der Anteile per Spin-off, während THYSSENKRUPP behält die Mehrheit von 51 % - vorerst. Die Bank of America taxiert den Wert von tk accelis auf rund 3,5 Mrd. €, mehr als die Hälfte der aktuellen Marktkapitalisierung von THYSSENKRUPP entspricht. Allein das an die Aktionäre ausgeschüttete Aktienpaket hätte einen Wert von rund 1,7 Mrd. € beziehungsweise rund 26 % des aktuellen Börsenwerts. Strategisch soll sich tk accelis vom klassischen Stahlhändler zu einem „Materials-as-a-Service“-Anbieter entwickeln, mit 11,4 Mrd. € Umsatz sowie einer starken Position in den Wachstumsfeldern Verteidigung, Luftfahrt und Rechenzentren. In Summe der Einzelteile sieht die BofA THYSSENKRUPP bei 15 €.</p>
<p>EASYJET lehnt eine mögliche Übernahme des US-Investors Castlelake weiter ab - auch ein viertes unverbindliches Angebot über nun 6,50 Pfund wies EASYJET als deutlich zu niedrig zurück. Zuletzt hatten die Amerikaner 6,25 Pfund je Aktie geboten. Castlelake hofft indes, die Offerte weiter erhöhen zu können, wenn der Investor einen begrenzten Zugang zu finanziellen Informationen erhält. Diesen hat ihm EASYJET nun zur Verfügung gestellt. Castlelake kann jetzt bis zum 5. Juli ein verbindliches Übernahmeangebot unterbreiten oder sein Angebot zurückziehen. Die EASYJET-Aktie freut es - sie startet heute voll durch und gewinnt zeitweise knapp 7 %.</p> <p>Catharina Nitsch aus Ihrer Bernecker Redaktion / <a href="http://www.bernecker.info">www.bernecker.info</a></p> <p>Börsianer lesen Briefe der Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH unter <a href="http://www.bernecker.info">www.bernecker.info</a> im Abo oder im Einzelabruf!</p> <p> </p>
<p>Der IPO der polnischen TAG-Tochter Robyg wurde gestern erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt konnten 37 Mio. Aktien zu einem Preis von 34 Zloty je Aktie bei Investoren platziert werden. Damit erzielte die Transaktion einen Gesamterlös von 1,25 Mrd. Zloty (rund 295 Mio. €), wovon 850 Mio. Zloty (200 Mio. €) fließen direkt an die TAG. Der Handelsstart der Robyg-Aktien an der Warschauer Börse ist für den 2. Juli vorgesehen. Nach dem Börsengang hält der MDax-Konzern noch einem Anteil von 66 % an Robyg. Bei einer Nettoverschuldung von rund 3,5 Mrd. € eröffnet der IPO von Robyg der TAG zusätzlichen finanziellen Spielraum. Die Analysten von Jefferies haben die Einstufung für TAG Immobilien gestern auf "Buy" mit einem Kursziel von 17 € belassen. Aufgrund der Unsicherheit über die künftige Zinsentwicklung kann bei der TAG-Aktie in den nächsten Wochen ein möglicher Test der wichtigen Unterstützung bei 12,42 € nicht ausgeschlossen werden. </p>
<p>Am 30. Juni gibt es die vorläufigen Jahreszahlen 2025 und weitere Details zum Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr von 2G Energy. Wir hatten den Titel in der Actien-Börse und im Aktionärsbrief schon im letzten Jahr auf die Empfehlungsliste nach unserem Besuch des Eigenkapital Forums in Frankfurt gesetzt.</p> <p>Im Rahmen der Jahreszahlen dessen dürfte sich das Management aber auch zum Stand der Dinge bei dem Großauftrag und möglicherweise auch zu weiteren möglichen Abschlüssen äußern. Wir gehen halten es für möglich, dass 2G dann bereits Nägel mit Köpfen macht und den nächsten Großauftrag im Data-Center-Markt meldet.</p> <p>Dann stünde der Titel vor neuen Allzeithochs. </p>
<p>BASF präsentierte sich auf einer Investorenkonferenz in Baden-Baden und zeigte sich zuversichtlich für das zweite Quartal. Das Management berichtete von einem starken Auftragseingang und einer soliden Mengenentwicklung. Zwar seien in einzelnen Bereichen erste Normalisierungstendenzen sichtbar, von einem abrupten Nachfragerückgang könne jedoch keine Rede sein. Vielmehr deuteten die aktuellen Entwicklungen auf saisonale Schwankungen hin. Gleichzeitig bleiben die Lieferketten stabil und es sind entlang der Wertschöpfungsketten keine nennenswerten Lageraufbauten erkennbar.</p> <p>Interessant bleibt die Positionierung in China. Zwar leidet der chinesische Chemiesektor weiterhin unter Überkapazitäten, BASF sieht sich dank seines Verbundmodells jedoch strukturell im Vorteil. Der neue Verbundstandort in Zhanjiang fährt die Auslastung sukzessive hoch und profitiert von Skaleneffekten, flexibler Rohstoffversorgung und globalen Beschaffungsmöglichkeiten. Während der jüngsten Verwerfungen rund um die Straße von Hormus konnte BASF beispielsweise von Engpässen bei LPG-Rohstoffen profitieren. Zudem weist der Konzern gegenüber vielen kohlebasierten Wettbewerbern eine deutlich bessere CO₂-Bilanz auf, was mit zunehmender Regulierung in China zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil werden kann. Da der Umsatzanteil Chinas langfristig von derzeit rund 13 % auf etwa 20 % steigen soll, ergeben sich zusätzliche Wachstumspotenziale.</p> <p>Ein Kurstreiber bleibt der geplante Börsengang des Agrargeschäfts. Mit einem EBITDA von rund 2,1 Mrd. € und einem hohen Forschungsanteil gilt die Sparte als im Konzernverbund unterbewertet. Das Management sieht den Börsengang daher als Möglichkeit, Werte sichtbar zu machen und neue Investorenkreise zu erschließen. Ein Teil der Erlöse soll anschließend in die Kernaktivitäten reinvestiert werden, in denen BASF in vielen Märkten führende Positionen einnimmt.</p> <p>Die Story lebt von der operativen Stabilisierung und dem erheblichen Potenzial zur Hebung stiller Werte.</p>
<p style="text-align: justify;">Während zyklische Industriezweige und stark bewertete Tech-Werte den Markt immer wieder in nervöse Schwankungen versetzen, liefert der europäische Versicherungssektor eine fundamentale Ruhe. Bisher haben wir in diesem Segment die ALLIANZ empfohlen, doch der Blick nach rechts und links lohnt sich jetzt mehr denn je. Drei starke Argumente sprechen aktuell für ein Übergewichten dieses Sektors. Erstens sorgt die Preissetzungsmacht dafür, dass Erst- und Rückversicherer die gestiegene Schadeninflation über deutlich angehobene Prämien erfolgreich an ihre Kunden weitergeben können, was sich positiv in den Bilanzen niederschlägt. Zweitens wirkt das Zins-Polster am Anleihemarkt, da die Konzerne ihre gigantischen Liquiditätsreserven sukzessive in renditestärkere Papiere umschichten und die laufenden Zinserträge die Ergebnisse massiv abstützen. Drittens zeigt sich der Sektor als wahrer Ausschüttungsweltmeister, da hohe Cashflows verlässlich über Dividenden und neue Aktienrückkaufprogramme an die Aktionäre zurückfließen. Unsere Tipps gibt es in der Terminbörse daily (<a href="https://www.bernecker.info/tb-daily">KLICK HIER</a>).</p>
<p>Bei unserem Wert Invanoe Mines im Spekulativen Portfolio ist der Stop-Kurs gestern (umgerechnet 6,50 €) auf Schlusskurs-Basis gerissen worden. Der Titel wird somit bei Eröffnung der Börse in Toronto heute verkauft. </p> <p>Die Aktie zeigte zuletzt klar relative Schwäche im Vergleich zur Peergroup und ist technisch angeschlagen. Unsere Positionsgröße war überschaubar und tagiert die Gesamtperformance des Depots kaum. Solche Fehlgriffe gehören zum Börsenleben und sind nie auszuschließen. </p>
<p>Während die Marktbreite weiter konsolidiert und Rohstoffe weiter schwächeln im Zuge des festen Dollars, heben die hochkapitaliserten Chipwerte heute Morgen in Asien die Indizes nach oben. Der Nikkei gewinnt über 4 %, der südkoreanische Kospi über 6 %. Es gibt genau einen Auslöser dafür - Micron Technology:</p> <p><strong>Micron lieferte im Q3 GJ 2026 einen klaren Beat:</strong> Umsatz 41,5 Mrd. USD vs. Konsens ca. 37,5 Mrd. USD, Gewinn 28,2 Mrd. USD vs. Konsens ca. 24,2 Mrd. USD.</p> <p>Auch der Ausblick lag deutlich darüber: Für das laufende Quartal erwartet Micron rund 50 Mrd. USD Umsatz vs. Konsens 43,7 Mrd. USD.</p> <p>Treiber sind extrem knappe DRAM-, NAND- und vor allem HBM-Kapazitäten für KI-Rechenzentren.</p> <p>Wichtig: Das Management betonte, die Nachfrage liege selbst 2028 noch über dem verfügbaren Angebot, sowohl bei HBM als auch bei Non-HBM-DRAM. Zudem wurde klar betont:</p> <p>Kunden können die Strategic Customer Agreements nicht einfach kündigen, weil sie als Take-or-pay-Verträge mit meist fünfjähriger Laufzeit strukturiert sind! Das schließt einen Einbruch vor 2028/29 praktisch aus.</p> <p>Eine Anhebung der Konsensschätzungen um rund 10 % für das lfd. GJ 2025/26 und für das GJ 2026/27 (beginnend 31.08.2026) sind damit vorzunehmen. Damit sinkt das KGV für 26/27 auf rd. 7,5. </p> <p>Unser Depotwert SK Hynix profitiert von den Micron-Zahlen massiv und greift in Euro gerechnet heute Morgen das Top aus der Vorwoche bei 1.700 € wieder an. </p> <p><strong>Brent-Rohöl </strong>fiel den vierten Tag in Folge und rutschte unter 72,48 USD je Barrel, den Schlusskurs vor dem Krieg (s. Chart). Hintergrund waren steigende Ölflüsse durch die Straße von Hormus, nachdem Fortschritte bei einem US-Iran-Friedensabkommen gemeldet wurden. Damit sind die Öl-Bullen, welche vor wenigen Wochen noch Ölpreise bis 200 USD ausgerufen hatten komplett geerdet. </p> <p>Der Fokus der Märkte richtet sich heute auf den bevorzugten Inflationsindikator der US-Notenbank, den <strong>PCE-Preisindex</strong>. Angesichts der gesunkenen Ölpreise verliert dieser aber in der Aussagekraft an Brisanz. </p> <p><strong>Bei den Unternehmensnachrichten steht außerdem im Fokus:</strong></p> <p>DigitalBridge prüft Optionen für die malaysische AIMS Data Centre Holding, darunter eine Kapitalaufnahme, der Einstieg neuer Investoren oder ein Verkauf.</p> <p>Investmentfirmen wie Blackstone und Bain Capital sind in die zweite Bieterrunde für die Immobiliensparte von Fuji Media Holdings eingezogen. Es könnte die bislang größte Immobilientransaktion Japans werden.</p> <p>Die größten US-Banken erhöhten ihre Dividenden, nachdem sie die diesjährigen Stresstests der Federal Reserve bestanden hatten.</p> <p>Zwei führende KI-Forscher von Google wollen offenbar zu Anthropic wechseln. Das reiht sich in mehrere prominente Abgänge ein und könnte Googles Stellung im KI-Wettbewerb schwächen.</p> <p>Anthropic wirft Alibaba vor, mit tausenden betrügerischen Konten versucht zu haben, unrechtmäßig auf das KI-Modell Claude zuzugreifen. Anthropic hält seine Produkte offiziell aus China heraus.</p> <p>OpenAI stellte seinen ersten eigenen KI-Chip vor, der gemeinsam mit Broadcom entwickelt wurde. Damit will OpenAI Hardware stärker auf die eigenen KI-Produkte zuschneiden und sich strategische Vorteile verschaffen.</p> <p>Sie möchten gerne jeden Morgen kurz und prägnant auf den neuesten Stand gebracht werden? Dann empfehle ich die kostenlose Bernecker App. Hier gehts zum Download: <a href="https://www.bernecker.info/app">https://www.bernecker.info/app</a></p> <p>Volker Schulz </p> <p>Redaktionsleiter </p> <p> </p>
<p><strong>Der hohe Bedarf des KI-Sektors sorgt bei den Memorychip-Herstellern für Komplettauslastung auch über 2027 hinaus.</strong> Diese CEO-Aussage im Q3-Termin beflügelte MICRON selbst (nachbörslich + 16,8 %) und z. B. die Aktie von SK HYNIX (bis zu + 12 %).</p> <p><strong>MICRON-CEO Sanjay Mehrotra verwies auf 16 strategische Abkommen mit Kunden, die das Geschäftsmodell grundlegend ändern. </strong>Was mit "entscheidende Abmilderung der Zyklik" zu übersetzen ist. <strong> </strong></p> <p><strong>Im fiskalischen Q3 stieg der Umsatz auf 41,5 Mrd. $ (+ 74 % zum Q2 und + 346 % y/y).</strong> Durch den überproportionalen Ausbau der Ergebnisse kletterte die operative Marge auf 81 % (vor einem Jahr: 27 %).</p> <p><strong>Auch der Q4-Ausblick (Umsatz 49 bis 51 Mrd. $ sowie EPS 30 bis 32 $) schlug die Erwartungen der Analysten deutlich.</strong> Bei Erlösen um 15 %, beim EPS um ca. ein Viertel.</p> <p><strong>Bei den Memory-Positionen im Frankfurter Börsenbrief hat sich die Performance weiter erhöht.</strong> Sie bleiben zunächst einmal haltenswert.</p> <p>Helmut Gellermann</p> <p>Börsianer lesen Bernecker daily.</p>
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Volker Schulz
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