<p>E.ON ist solide in das Geschäftsjahr 2026 gestartet und hat im ersten Quartal die Markterwartungen leicht übertroffen. Zwar blieb der große Überraschungseffekt aus, doch insbesondere das robuste Retail-Geschäft sowie die bestätigten Langfristziele unterstreichen die defensive Qualität des Versorgers in einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld.</p> <p>Das bereinigte EBITDA lag im ersten Quartal bei 3,2 Mrd. € und damit rund 2 % über den Konsensschätzungen. Der bereinigte Nettogewinn erreichte 1,3 Mrd. € und übertraf die Erwartungen um etwa 4 %. Im Endkundengeschäft profitierte man von höheren Strom- und Gaspreisen zu Jahresbeginn. Dieser Preiseffekt wird sich in den kommenden Quartalen normalisieren und ist folglich nicht vollständig auf das Gesamtjahr übertragbar.</p> <p>Die Nettoverschuldung belief sich zum Quartalsende auf rund 46 Mrd. € und entsprach damit den Markterwartungen. Trotz des weiterhin hohen Investitionsbedarfs im europäischen Stromnetzgeschäft bleibt die Bilanz damit stabil. E.ON bestätigte sowohl die Jahresprognose 2026 als auch die langfristigen Ziele bis 2030 vollständig.</p> <p>Bemerkenswert: Bereits nach dem ersten Quartal wurden rund 48 % des mittleren Jahresgewinnziels erreicht. Im Vorjahreszeitraum lag man zu diesem Zeitpunkt erst bei 42 %. </p> <p>Im Mittelpunkt des Investoreninteresses steht weniger das eigentliche Quartalsergebnis, sondern vielmehr die angekündigte Übernahme des britischen Energieversorgers OVO. Bislang hat E.ON nur wenige finanzielle Details zur Transaktion veröffentlicht. Aussagen zu Kaufpreis, Synergiepotenzialen sowie möglichen Auswirkungen auf Verschuldung und Kapitalrendite fehlen. </p> <p>Insgesamt liefert E.ON damit ein solides, weitgehend erwartungskonformes Quartal. Die bestätigten Langfristziele, die stabile operative Entwicklung und die Aussicht auf weiteres Wachstum im regulierten Netz- und Endkundengeschäft halten die Investmentstory intakt. </p>
<p>RWE hat mit den Zahlen zum ersten Quartal 2026 die Erwartungen auf Gruppenebene weitgehend erfüllt, allerdings zeigen die Details ein gemischtes Bild. Das bereinigte EBITDA lag mit 1,6 Mrd. € auf Höhe der Konsensschätzungen, wobei sich insbesondere das Offshore-Windgeschäft deutlich robuster entwickelte als erwartet. Belastend wirkte dagegen erneut die volatile Entwicklung im Energiehandel.</p> <p>Positiv hervorzuheben ist vor allem die Sparte Offshore Wind, deren Ergebnis die Analystenerwartungen um rund 9 % übertraf. Hintergrund waren normalisierte Windbedingungen nach schwächeren Vorjahresquartalen. Zudem kommt der Ausbau der internationalen Projektpipeline planmäßig voran. Sowohl das dänische Thor-Projekt als auch der britische Windpark Sofia erreichten wichtige Meilensteine und speisten erstmals Strom ins Netz ein. Damit untermauert RWE die operative Umsetzungskraft im strategisch wichtigen Ausbau der erneuerbaren Energien.</p> <p>Demgegenüber blieb der Bereich Supply & Trading hinter den Erwartungen zurück. Statt eines erwarteten moderaten Verlustes von rund 20 Mio. € musste RWE hier einen Fehlbetrag von 84 Mio. € ausweisen. Der Energiehandel bleibt damit ein Unsicherheitsfaktor im Zahlenwerk. Bereits in den vergangenen Quartalen hatte sich gezeigt, dass die Ergebnisse in diesem Segment deutlich volatiler ausfallen können als vom Markt antizipiert. Entsprechend dürfte die erneute Enttäuschung im Tradinggeschäft kurzfristig auf der Aktie lasten.</p> <p>Stärker entwickelte sich dagegen das Geschäft mit flexibler Stromerzeugung. Das Segment Flexible Generation erzielte ein EBITDA von 657 Mio. € und lag damit im Rahmen der Erwartungen, allerdings deutlich über dem Vorjahreswert von 379 Mio. €. Treiber war hier allerdings ein Sondereffekt: RWE verbuchte eine Entschädigungszahlung in Höhe von 332 Mio. € für Produktionsbeschränkungen des niederländischen Kraftwerks Eemshaven aus dem Jahr 2022. Der Ergebnisanstieg ist daher nur eingeschränkt nachhaltig.</p> <p>Unter dem Strich erreichte der bereinigte Nettogewinn 608 Mio. € und lag damit ebenfalls praktisch exakt auf Konsensniveau. Die Jahresprognose für 2026 bestätigte das Management vollständig. Nach dem ersten Quartal hat RWE damit bereits rund ein Drittel des für das Gesamtjahr angepeilten Gewinns je Aktie erreicht.</p> <p>Insgesamt liefert RWE solide Zahlen ohne größere Überraschungen.</p>
<p>Under Armour, gegründet 1996, entwickelt, vermarktet und vertreibt vor allem funktionale Sportbekleidung, Schuhe und Accessoires für Training, Teamsport, Laufen, Basketball und Golf. Der Vertrieb läuft über Großhandelspartner, eigene Brand-House- und Factory-House-Stores, E-Commerce sowie kleinere Lizenzgeschäfte; besonders wichtig bleibt Nordamerika, während Europa und Asien die internationale Expansion tragen.</p> <p>Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sank der Umsatz um 1 % auf 1,2 Mrd. $. Währungsbereinigt lag das Minus bei 4 %. Nordamerika blieb der Schwachpunkt. Dort fielen die Erlöse um 7 % auf 641 Mio. $. International stieg der Umsatz dagegen um 10 % auf 539 Mio. $. Die Bruttomarge brach um 470 Basispunkte auf 42,0 % ein. Belastend wirkten höhere Zölle, höhere Produktkosten, Preisdruck und ein ungünstiger Regionenmix. Der Ausblick verschärfte den Druck massiv: Für 2027 erwartet UNDER ARMOUR einen leicht sinkenden Umsatz. Der bereinigte Jahresgewinn je Aktie soll nur 0,08 bis 0,12 $ erreichen. Der Mittelwert von 0,10 $ verfehlte den Analystenkonsens von 0,23 $ um satte 56,5 %. Auch die Analysten wurden auf falschem Fuß erwischt: UBS hatte zuvor „Kaufen“ mit Kursziel 11 $ bestätigt. Die Aktie verlor gestern 17 %.</p> <p>Fazit: Die gravierende operative Schwäche, vor allem in Nordamerika, und die erodierenden Margen nehmen der Aktie vorerst jedes belastbare Kurspotenzial.</p> <p>Oliver Kantimm, Bernecker-Redaktion</p>
<p style="text-align: justify;">Viele Anleger stellen sich die Frage, ob ein nachhaltiger Kurs-Turnaround der Autozulieferer in 2026 möglich ist. Die Branche befindet sich im Jahr der harten Bandagen, im Mai 2026 zeigt sich die deutsche Zuliefererindustrie gespaltener denn je. Während die Automobilhersteller mit sinkenden Margen kämpfen, haben die Top-Zulieferer ihre Hausaufgaben gemacht: Durch radikale Abspaltungen und Effizienzprogramme wie „Streamline bei ELRINGKLINGER“ oder den Fokus auf margenstarke Segmente wie Reifen und E-Achsen trotzen sie dem schwierigen Marktumfeld. Trotz geopolitischer Spannungen im Nahen Osten und volatiler Rohstoffpreise zeigen die frischen Q1-Zahlen: Wer sich rechtzeitig transformiert hat, schreibt heute schwarze Zahlen. Wir haben drei Zulieferer für Sie, die ihre Hausaufgaben gemacht haben. Sie finden unsere Empfehlungen in der heutigen <a href="https://www.bernecker.info/tb-daily">TB-Daily (KLICK HIER)</a>.</p>
<p><strong>Der Spezialist für Workflow-Digitalisierung führte gestern mit 11,4 % Tagesplus den S&P 500 an.</strong> ZEBRA steigerte den Q1-Umsatz um 14 % auf 1,5 Mrd. $ (organisch + 4 %) und lag mit 4,75 $ je Aktie 13 % über der Gewinnerwartung (bereinigt). Hinzu kam der angehobene Jahresausblick (EPS 18,30 bis 18,70 $).</p> <p><strong>Seit ihrem Allzeithoch im Boomjahr 2021 hatte die ZEBRA-Aktie bis zu zwei Drittel an Wert eingebüßt und mehrfach die Unterstützung bei 200 $ getestet.</strong> Im harten Wettbewerb (u. a. mit HONEYWELL und SIEMENS) bewährt ZEBRA sich bei der Umsetzung von KI in Lieferketten.</p> <p><strong>Die Intelligenz wird in Geräte (vom Scanner bis zum Greifroboter) und Software integriert.</strong> Wobei ZEBRA sich in erster Linie auf die „Intelligenzschicht“ fokussiert, anstatt selbst Roboter zu liefern.</p> <p><strong>Der ehrgeizige Rückkauf eigener Aktien (im Volumen klar über Cashflow) hat zur Kurserholung beigetragen.</strong> Deren Potenzial beläuft sich laut Kurszielen von Analystenseite auf 25 bis 35 %. Mitspielen erlaubt, Rücksetzer abwarten.</p> <p>Helmut Gellermann</p> <p>Börsianer lesen Bernecker Daily.</p> <p> </p>
<p>Gestern wurden die Techs auf die Probe gestellt. Der US-Verbraucherpreisindex stieg im April um 3,8 % zum Vorjahr, so stark wie seit 2023 nicht mehr. Die Kerninflation lag bei 2,8 %. US-Rohöl kletterte über 101 Dollar, während zweijährige US-Renditen in Richtung der höchsten Stände seit Juni stiegen.</p> <p>Technisch völlig überhitzte KI-Werte (KI-Chip-Werte ca. + 70 % seit März) sind somit in die Korrektur gelaufen (noch keine Trendwende!). Am Markt werden inzwischen rund 70 % Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Zinserhöhung bis April 2027 eingepreist (Banken profitieren und waren gestern auch grün), was sich aber auch schnell wieder ändern kann, wenn die Lage am Golf positiv aufgelöst wird. Zum Handelsschluss wurden die Verluste zum Teil wieder aufgeholt.</p> <p>Heute geht es schon wieder freundlicher in den Tag. Nach der Schwäche bei Chipwerten am Dienstag kaufen Anleger die Delle wieder. In Asien drehte der MSCI Asia Pacific ins Plus, Südkorea zog besonders stark an, getragen von SK Hynix und Samsung Electronics. Zusätzlich stützt die Nachricht, dass Nvidia-Chef Jensen Huang Präsident Trump auf dessen China-Reise begleiten soll. Nvidia legte daraufhin außerbörslich zu.</p> <p>Im DAX schaue ich heute besonders auf Siemens. Auch Dt. Telekom und EON berichten. </p> <p>Volker Schulz Redaktionsleiter</p> <p>Bernecker Redaktion/<a href="http://www.bernecker.info">www.bernecker.info</a></p> <p> </p> <p> </p>
<p>Der Marineschiffbauer profitiert weiter vom europäischen Rüstungsboom und von hohen Verteidigungsausgaben. Im ersten Halbjahr per Ende März stieg der Umsatz um 10 % auf 1,17 Mrd. €. Das bereinigte EBIT legte um 14 % auf 60 Mio. € zu und übertraf damit den Konsens leicht. Treiber waren das U-Boot-Geschäft und Atlas Electronics. Unter dem Strich sank der Gewinn um 41 % auf 27 Mio. €. Belastend wirkten höhere Kosten für Forschung, Entwicklung und Vertrieb. Der Auftragsbestand erreichte mit 20,6 Mrd. € ein Rekordniveau. Das Neugeschäft ging zwar zurück, bleibt aber wegen der strukturell starken Nachfrage gut unterfüttert. Für 2025/26 erwartet TKMS weiter 2 bis 5 % Umsatzwachstum und eine bereinigte EBIT-Marge von mehr als 6 %. Bernstein Research bestätigte „Market-Perform“ mit Kursziel 83 €.</p> <p>Dies ist ein Auszug aus unserem Brief <a href="http://www.bernecker.info/aktionaersbrief">„Der Aktionärsbrief“</a>, Ausgabe 20.</p> <p>Schlaglichter dieser Ausgabe:</p> <p>US-Arbeitsmarkt gewinnt Stabilität</p> <p>BEIERSDORF: Wann kommt der Turnaround?</p> <p>US-Aktie: Die unsichtbare Infrastruktur Amerikas</p> <p>Quantencomputing: Drei Titel unter der Lupe</p> <p>Börsianer lesen Briefe der Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH unter <a href="https://www.bernecker.info/">www.bernecker.info</a> im Abo oder im Einzelabruf!</p> <p>Ihre Bernecker Redaktion / www.bernecker.info</p> <p> </p> <p> </p>
<p>Heute gab es einen Warnschuss für den spekulativen Schattenmarkt rund um KI-Private-Equity, Pre-IPO-Zugänge und Tokenisierung - ja auch das gibt es.</p> <p>Anthropic selbst warnt offiziell vor nicht autorisierten Verkäufen von Anthropic-Anteilen über Dritte, inklusive tokenisierter Wertpapiere oder ähnlicher Konstruktionen. Laut Anthropic können solche Angebote wegen Transferbeschränkungen wertlos sein oder ungültig behandelt werden.</p> <p>Vor wenigen Wochen wurden auf Basis solcher Token bereits implizite Anthropic-Bewertungen von hunderten Milliarden bis in Richtung Billionen-Dollar-Bereich diskutiert. </p> <p>Die nächste KI-Korrektur ist technisch überfällig.</p>
<p>SCOUT24 richtet sein Geschäftsmodell strategisch neu aus und will sich von einem vernetzten Immobilienportal zu einem „Agentic Operating System“ entwickeln. Im Zentrum steht dabei die KI-Schicht immo.ai, die mit proprietären Daten und exklusiven Inhalten Arbeitsabläufe über den gesamten Transaktionszyklus automatisieren soll. Flankiert wird das durch eine neue „Agent Factory“, in der spezialisierte KI-Agenten für zunehmend autonome Aufgaben entstehen.</p> <p>Im B2B-Geschäft werden Software, Wertermittlung und KI enger in den Makleralltag integriert, während im Privatkundensegment vor allem das Mietgeschäft ausgebaut wird. Bis 2028 peilt man hier 700.000 Abonnenten an.</p> <p>Dank der hohen Skalierbarkeit des KI-Modells hebt der CEO zugleich seine mittelfristigen Finanzziele an und strebt bis 2028 eine operative EBITDA-Marge von rund 64 % an. Die bisherigen Kapitalmarktziele sollen bereits vorzeitig übertroffen werden. Die neue KI-gestützte natürliche Sprachsuche verzeichnet schon heute mehr als 1 Mio. Interaktionen pro Monat. Eine Trendwende zeichnet sich nun ab. </p>
<p>Der Hersteller von Blockheizkraftwerk- und Großwärmepumpen hat gestern die für den 21. Mai geplante Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen für 2025 auf Juni verschoben, ohne ein genaues Datum zu nennen. Die Begründung: Laut 2G sei die Programmierung der Jahresabschluss-Routinen im neuen ERP-System für die 2025 neugegründete Produktionsgesellschaft 2G Heek GmbH zeitlich aufwändiger als ursprünglich angenommen. Das von 2G eingeführte ERP-System steuert als zentrale Unternehmenssoftware die Geschäftsprozesse für Finanzen, Einkauf, Produktion, Lagerhaltung und Personal. Die bisher gut gelaufene 2G-Aktie gab gestern nach der Meldung um 8,8 % nach und entfernte sich weiter vom Anfang Mai erreichten Allzeithoch bei 58,25 €. Fazit: Eine solche Verschiebung ist zwar in der Regel kein gutes Zeichen, bei 2G Energy scheint aber das Gegenteil der Fall zu sein, wie es auch die heutige Kursstabilisierung zeigt. </p>
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Volker Schulz
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