<p>Zwar stieg der Umsatz im dritten Quartal um 38 % auf 408 Mio. $, doch damit blieb der Hersteller von Rüstungstechnologie klar unter dem Konsens von 483,87 Mio. $. Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie verbesserte sich zwar von 0,30 $ auf 0,64 $, verfehlte den Konsens aber um 8 Cent. Besonders belastend wirkte die gesenkte Jahresprognose. Ursache sind Programmverzögerungen, Probleme beim SCAR-Programm, Lieferkettenstörungen und ein schwächerer Margenmix. Die Bruttomarge fiel von 40 % auf 27 %. Positiv bleiben der starke Auftragsbestand von zusammen 4,1 Mrd. $ und eine „Book-to-Bill“-Ratio von 1,60. Die Analysten reagierten überwiegend mit gesenkten Kurszielen (Bandbreite: 236 $ bis 400 $), blieben aber meist konstruktiv. Die Argumente sind ähnlich: Starke strukturelle Nachfrage, aber kurzfristig schlechtere Visibilität, Margendruck und höhere Unsicherheit für 2027. Die langfristige Wachstumsstory ist zwar lebendig, kurzfristig dominiert aber die operative Enttäuschung. Mit einem KGV von 64 bleibt die Aktie vorerst anfällig. </p>
<p>2025 sank der Umsatz um 5 % auf 20,5 Mrd. €, organisch blieb nur ein Plus von 0,9 %. Das bereinigte EBIT ging leicht auf 3,0 Mrd. € zurück, während sich die EBIT-Marge dank Einsparungen auf 14,8 % verbesserte. Der Überschuss legte leicht zu und die Dividende je Vorzugsaktie soll auf 2,07 € steigen. Für 2026 peilt Henkel nur 1 % bis 3 % organisches Wachstum an und erwartet einen verhaltenen Jahresstart. Genau das belastete gestern die Aktie; der Kurs gab um ca. 4 % nach. Seit Ende Februar hat sich der Kursrutsch deutlich verschärft. Auf Sicht von drei Jahren kommt die Aktie kaum voran und hinkt der Branche klar hinterher. JPMORGAN sieht Enttäuschungen bei Wachstum und bereinigtem Gewinn je Aktie und bleibt mit 65 € auf „Underweight“. GOLDMAN SACHS bleibt mit 73 € auf „Sell“. Bernstein verweist mit 74,96 € auf ein ordentliches Schlussquartal, aber ebenfalls auf eine Verfehlung der Konsensschätzung. Positiv bleiben die Fortschritte bei der Profitabilität sowie die Zukäufe in Beschichtungen und Haarpflege. Für einen nachhaltigen Aufwärtstrend fehlt aber weiter ein klarer Wachstumsimpuls. </p>
<p>2025 steigerte der Anlagenbauer den Umsatz um 1,4 % auf ca. 5,5 Mrd. € (organisch: + 3,7 %), während das bereinigte EBITDA um 8,4 % auf gut 907 Mio. € zulegte und die bereinigte EBITDA-Marge von 15,4 auf 16,5 % stieg. Der Auftragseingang wuchs um 6,7 % auf 5,92 Mrd. € und die Dividende soll auf 1,30 € je Aktie steigen. Für 2026 stellt GEA ein organisches Umsatzplus von 5,0 bis 7,0 % sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 16,6 bis 17,2 % in Aussicht, womit der Mittelwert der Margenspanne leicht über dem Marktkonsens von 16,8 % liegt. Die Analystenreaktionen fielen überwiegend positiv aus; die Kursziele reichten von 56 bis 74 €. Fazit: GEA liefert robuste Zahlen, gibt einen soliden Ausblick und zeigt sich im schwachen Markt als vergleichsweise widerstandsfähiger Qualitätswert. </p> <p>Dies ist ein Auszug aus unserem Brief <a href="http://www.bernecker.info/aktionaersbrief">„Der Aktionärsbrief“</a>, Ausgabe 11.</p> <p>Schlaglichter dieser Ausgabe:</p> <p>++ Iran-Krieg - übliche Muster</p> <p>++ Bankaktien im Feuer - diese Aktie kann man jetzt kaufen</p> <p>++ Doppelter Tiefschlag für ADIDAS - Chance?</p> <p>++ Telekomsektor vor Konsolidierung: Mit diesem ETF partizipieren</p> <p>Börsianer lesen Briefe der Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH unter <a href="https://www.bernecker.info/">www.bernecker.info</a> im Abo oder im Einzelabruf!</p> <p>Ihre Bernecker Redaktion / www.bernecker.info</p>
<p><strong>HEWLETT PACKARD ENTERPRISE (HPE) muss das Potenzial mit Juniper besser sichtbar machen.</strong> Die HP-Abspaltung (2015) hat sich unter der Leitung von CEO Antonio Neri (seit 2018) auf Themen wie flexible Datenspeicher, Server und Netzwerke fokussiert.</p> <p><strong>Die 2024 angekündigte Übernahme von Juniper Networks wurde im Juli 2025 umgesetzt. </strong>Dies ist als Hauptfaktor jeder Umsatzsteigerung zu beachten.</p> <p><strong>Vor einem Jahr reichte ein schlechtes Quartal, um einen Kurseinbruch von 50 % auszulösen.</strong> Davon abgesehen, erwies sich die KI-Ära (seit bald dreieinhalb Jahren) für HPE als kursmäßiger Erfolg. Wenn auch in prozentualen Größenordnungen weitab dessen, was man von NVIDIA und anderen Adresssen gewohnt ist. </p> <p><strong>Zum Q1-Zahlentermin dieser Woche (09.03.):</strong> Hier betonte CFO Marie Myers, dass die positiven Synergieeffekte der Übernahme sich früher als geplant bemerkbar machen. Die ebenfalls positiven Effekte durch den Aufbau von KI Servern sowie stärkere KI-Integration blieben argumentativ eher im Hintergrund (jedenfalls kein Vergleich zum vorgetragenen Großoptimismus bei Hyperscalern etc.). </p> <p><strong> Mit der inzwischen verfügbaren Technologie von Juniper kann KI-Potenzial besser genutzt werden, was HPE ebenfalls eine Spur offensiver kommunizieren könnte.</strong> 17 bis 22 % Umsatzwachstum und + 32 bis 40 % beim bereinigten Ergebnis im Ausblick sind beachtlich. Für einen erneuten Einstieg bei HPE (früher bereits in der Liste geführt) reicht es zurzeit aber nicht.</p> <p>Helmut Gellermann</p>
<p>Aixtron profitiert derzeit von einem neuen Wachstumsnarrativ. Die Aktie zeigt seit Ende Februar relative Stärke, weil der Markt nicht mehr nur auf das schwache Jahr 2026 schaut. Entscheidend ist inzwischen die Erwartung einer deutlichen Belebung ab 2027. Auslöser dafür waren drei Punkte. Erstens meldete Aixtron bei den Jahreszahlen einen überraschend starken Auftragseingang im vierten Quartal. Zweitens folgten mehrere deutliche Kurszielanhebungen durch Analysten. Drittens wird die Aktie am 23. März 2026 in den Stoxx Europe 600 aufgenommen. Das hat die Wahrnehmung des Titels klar verbessert.</p> <p>Fundamental war vor allem der Auftragseingang wichtig. Aixtron erzielte 2025 einen Umsatz von 556,6 Mio. € und lag damit zwar 12 % unter Vorjahr, aber über dem Marktkonsens. Viel wichtiger war das Signal aus dem Schlussquartal. Der Auftragseingang stieg auf 169,6 Mio. €. Das waren 37 % mehr als im dritten Quartal und 8 % mehr als ein Jahr zuvor. Dazu kam ein Free Cashflow von 181,9 Mio. € nach minus 72,4 Mio. € im Vorjahr. Der Kassenbestand blieb mit 224,6 Mio. € solide. Das zeigt, dass Aixtron die zyklische Schwäche ohne Bilanzprobleme übersteht.</p> <p>Der Markt kauft aber vor allem die Perspektive. Aixtron gilt inzwischen wieder stärker als Profiteur bei Galliumnitrid, also GaN-Leistungshalbleitern. Diese Technik wird für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren immer wichtiger. Genau darauf setzen viele Investoren. Sie bewerten Aixtron deshalb wieder stärker als strukturellen Gewinner und weniger als klassischen Zykliker.</p> <p>Die Analystenreaktionen haben das verstärkt. Jefferies hob das Kursziel von 27 € auf 30,30 € an. Deutsche Bank Research erhöhte von 20 € auf 31 €. Berenberg zog ebenfalls auf 31 € hoch. UBS erhöhte auf 28 €. Die Spanne der genannten Kursziele reicht damit von 28 € bis 31 €. Solche gleichgerichteten Hochstufungen geben einem laufenden Trend oft zusätzlichen Schub.</p> <p>Dass Aixtron selbst in der Phase des Irankriegs kaum nachgab, passt ins Bild. Der breite Markt litt unter Ölpreis-, Inflations- und Konjunktursorgen. Aixtron hatte dagegen einen starken eigenen Kurstreiber. Die Aktie wurde daher von einer spezifischen Nachfragestory getragen.</p> <p>Mittlerweile wirkt die Aktie aber auf kurze Sicht zunehmend überkauft. Wer investiert ist, darf zumindest über Teilgewinnmitnahmen nachdenken. Mittelfristig bleibt die Story aber intakt.</p> <p>Oliver Kantimm, Redaktion Bernecker</p>
<p>Bei KGVs von über 40 für 2026 muss alles passen. Vier Punkte im Zuge der Zahlen sorgen für den Dämpfer.</p> <p>1. Analysten (insbesondere von JPMorgan) hinterfragten im Call kritisch, warum trotz der vollen Orderbücher der Umsatz 2025 hinter den Erwartungen zurückblieb. Die operative Umsetzung läuft nicht rund.</p> <p>2. Die Prognose für den Free Cash Flow wird als Enttäuschung gewertet. Die angekündigte Cash-Conversion von über 40 % lag deutlich unter dem Marktkonsens, der eher bei 90 % (ca. 2,5 Mrd. €) gelegen hatte. Hohe Vorratsinvestitionen und der Aufbau von Lagerbeständen für anstehende Großauslieferungen binden derzeit viel Kapital.</p> <p>3. Obwohl das Umsatzziel für 2026 auf 14,0 bis 14,5 Mrd. € konkretisiert wurde, lag dieser Korridor leicht unter den vorherigen Markterwartungen von ca. 15 Mrd. €. Berenberg merkten an, dass die Erklärung für diese leichte Abschwächung im Call wenig detailliert ausfiel. Zudem wurde die operative Ergebnismarge (EBIT-Marge) für 2026 mit rund 19 % beziffert, während einige Analysten bereits auf 20 % gehofft hatten.</p> <p>4. Im Call gab es spezifische Nachfragen zum Fortschritt wichtiger Schlüsselprojekte ohne klare Antworten. Analysten warnten, dass Verzögerungen beim Skyranger System die gesamte Wachstumsstory belasten könnten. </p> <p>Damit bleibt die Aktie technisch im Niemandsland. Wir schauen nur zu.</p> <p> </p>
<p>Schwefel ist eine essenzielle Komponente für die Herstellung von Schwefelsäure, die wiederum für Phosphatdüngemittel sowie in der Produktion von Lithium-Batterien, Nylon und Mikrochips und vielen anderen industriellen Prozessen benötigt wird. Mehr als 90 % der weltweiten Schwefelproduktion entstehen als Nebenprodukt bei der Reinigung von Öl und Gas. Rund ein Drittel der globalen Mengen stammt aus der Golfregion. Der Markt war bereits vor der Eskalation im Golf extrem angespannt. Der sog. „Sulphur-Gap“ ist ein strukturelles Problem der Energiewende. Wir benötigen mehr Schwefel für Batterien, produzieren aber weniger davon, weil im Trend weniger Öl verbrannt wird. jetzt wird es spannend:</p> <p>In der Primärkupfererzeugung ist Schwefel aber auch ein natürlicher Bestandteil der eingesetzten Kupfererzkonzentrate. Diese bestehen etwa zu einem Drittel aus Kupfer, einem Drittel aus Eisen und einem Drittel aus Schwefel.</p> <p>Bei Aurubis fällt in der Kupferverarbeitung Schwefelsäure zwangsläufig als Nebenprodukt an. Bei einer jährlichen Produktionskapazität von rund 2 Mio. Tonnen Schwefelsäure führt jeder Preisanstieg um 10 € pro Tonne theoretisch zu einem zusätzlichen operativen Ergebnisbeitrag von etwa 20 Mio. €.</p> <p>Auch die schwedische Boliden als Kupferförderer und Recycler ist ein klarer Profiteur dieses Trends. </p>
<p>Die Aktie des Chemikalienhändlers notiert heute rund 2,6 % im Plus und setzt sich damit an die Spitze im DAX. Was sind die Gründe? </p> <p>Einen frischen Impuls von Unternehmensseite gibt es heute nicht. Die letzte Unternehmensmeldung waren die Vorabzahlen für 2025 vom 4. März. Dort meldete Brenntag für 2025 einen Umsatz von 15,2 Mrd. € nach -3,7 %, ein operatives EBITA von 929 Mio. € nach -12,6 %, einen Free Cash Flow von 941 Mio. € nach +5,4 % und eine um rund 10 % gekürzte Dividende auf 1,90 € je Aktie. Das operative EBITA lag laut Unternehmen sogar leicht unter dem unteren Ende der Prognosespanne.</p> <p>Genau daraus ergibt sich der naheliegende Grund für den heutigen Anstieg. Die Aktie war nach den schwachen Vorabzahlen stark unter Druck geraten und notierte am 9. März im Xetra-Handel nur noch bei 43,72 €, was einem 52-Wochen-Tief entsprach. Heute treiben deshalb eher Eindeckungs- und Schnäppchenkäufe den Kurs nach oben als eine Neubewertung des Geschäfts.</p> <p>Hinzu kommt die Positionierung vor dem morgigen Zahlen- und Geschäftsberichtstermin. Brenntag veröffentlicht den vollständigen Bericht für 2025 am 12. März. Für das Schlussquartal erwarten Analysten im Schnitt 1,02 € Gewinn je Aktie und 3,60 Mrd. € Umsatz. Vor so einem Termin reicht bei einer zuvor stark gefallenen Aktie oft schon die Hoffnung auf weniger schlechte Details, damit die Papiere kurzfristig nach oben laufen. Das ist hier sehr wahrscheinlich der zweite Treiber.</p> <p>Auch die Analystenlage stützt die Gegenbewegung etwas. Goldman Sachs blieb am 4. März bei "Buy" mit 64 € Kursziel und verwies darauf, dass der vollständige Bericht zusätzliche Signale liefern dürfte. Barclays blieb zwar nur bei "Equal Weight" mit 42 € und schrieb, der Ausblick habe die Erwartungen verfehlt. Deutsche Bank Research blieb bei "Hold" mit 46 € und nannte das vierte Quartal schwächer als erwartet, sah Brenntag im aktuellen Umfeld wegen des starken US-Geschäfts und der Weitergabe höherer Preise aber relativ besser aufgestellt.</p> <p>Der Anstieg ist damit bisher kein klares Entwarnungssignal. Es ist eher ein Rebound nach einer überzogenen Abwärtsreaktion plus Positionierung vor den für morgen vorgesehenen detaillierten 2025er-Zahlen. Für den Kurs wird jetzt entscheidend, ob Brenntag morgen die 2026er EBITDA-Spanne von 1,15 bis 1,35 Mrd. € glaubwürdig untermauert und zeigt, dass Margen und Volumen sich stabilisieren. Fällt der Bericht dagegen wieder schwächer aus als der Markt erwartet, kann der heutige Tagesgewinn schnell wieder passé sein.</p> <p>Oliver Kantimm, Bernecker-Redaktion</p>
<p>RIO TINTO hat sich fast 1,2 Mrd. $ zur Finanzierung der Entwicklung eines Lithiumprojekts in Argentinien gesichert! Von vier internationalen Geldgebern stammt das Geld, mit dem das 2,5 Mrd. $ teure Rincon-Projekt finanziert werden soll. Dieses hat ein Kapazität von etwa 60.000 Tonnen Lithiumcarbonat in Batteriequalität pro Jahr. Der Bau der Anlage begann schon im vergangenen Jahr. Eine erste Produktion ist für 2028 vorgesehen. Drei Jahre soll die erste Phase andauern, bis man die volle Kapazität ausschöpfen kann. Dann soll Rincon eine Lebensdauer von 40 Jahren haben. RIO TINTO wird damit flüssig. Alles in trockenen Tüchern!</p> <p>Catharina Nitsch aus Ihrer Bernecker Redaktion / <a href="http://www.bernecker.info">www.bernecker.info</a></p> <p>Börsianer lesen Briefe der Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH unter <a href="http://www.bernecker.info">www.bernecker.info</a> im Abo oder im Einzelabruf!</p>
<p>Der Conference-Call gestern zu den (schwachen) Zahlen samt Ausblick brachte keinen neuen erbaulichen Erkenntnisse. Damit bleibt ein desaströser Eindruck: Der Abgang der Gründer ist kritisch zu sehen und führt zu einem immensen Vertrauensverlust. Der Abgang von Sahin/Türeci kommt zur Unzeit, denn bis Ende 2026 laufen Phase-3-Studien und es stehen mehrere wichtige Daten an. Details, wie der IP-Übergang und zu welchen Konditionen erfolgen soll, fehlen zusätzlich. Einzige Information dazu ist, dass BionTech einen „Minderheitsanteil“ bekommen wird.</p> <p>Wo liegen die Chancen (und Risiken) der Pipeline? BioNTech wird im kommenden Jahr Daten zu Pumitamig in der wichtigen Indikation nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC) vorlegen. Das ist ein Markt, der bis 2030 ein Volumen von rund 35 Mrd. $ erreichen dürfte. Dabei muss sich der Wirkstoff mit Ivonescimab von Summit Therapeutics messen. Problem: Die bisherigen Pumitamig-Daten basieren lediglich auf 40 Patienten aus dem Phase-2-Teil der Phase-2/3-Studie ROSETTA-Lung-02, während für Ivonescimab bereits vollständige Phase-3-Daten aus der „Harmoni-3“-Studie (Plattenepithel-NSCLC) in der zweiten Hälfte 2026 erwartet werden.</p> <p>BioNTech und Bristol Myers präsentierten auf der WCLC 2025 ermutigende frühe Daten für Pumitamig bei extensivem kleinzelligem Lungenkrebs (SCLC). Der Wirkstoff könnte damit künftig mit Amgens Imdelltra, Roches Tecentriq und AstraZenecas Imfinzi konkurrieren. Eine Markteinführung wäre ab 2028 möglich, sofern die Phase-3-Studie „ROSETTA Lung-01“ die bisherigen Ergebnisse bestätigt. Man hat sich hier allerdings für eine sogenannte Flat-Dosing-Strategie entschieden (vereinfacht: alle Probanden erhalten gleiche, nicht auf Gewicht etc. zugeschnittene Wirkstoffmenge), was als Risiko zu sehen ist. In Phase-3-Studien geht es darum, statistisch signifikante Vorteile gegenüber Standardtherapien zu zeigen. Wenn ein Teil der Patienten aufgrund einer fixen Dosis nicht optimal behandelt wird, kann das den den Behandlungseffekt verringern und das Risiko erhöhen, dass Studien ihr primäres Ziel verfehlen, also floppen.</p> <p>Bei Pumitamig gegen Brust- und Nierenkrebs im Programm BNT327 unterstützen bisher aus 2024 und 2025 vorliegende Daten einen Übergang in Phase-3-Studien bei triple-negativem Brustkrebs. Hier eröffnet sich im Erfolgsfall bis 2030 ein Markt von rund 10 Mrd. $. BioNTechs personalisierter mRNA-Krebsimpfstoff Autogene Cevumeran (BNT122) zeigte vielversprechende Daten bei frühem Bauchspeicheldrüsenkrebs. Eine Markteinführung wäre 2027–2028 möglich, falls die Phase-2-Studie bei adjuvantem Darmkrebs erfolgreich ist. Die Daten dazu werden 2026 erwartet. Minimales jährliches Umsatzpotenzial wird auf 510 Mio. $ taxiert. </p> <p>BioNTech verfügt zwar über ausreichend Liquidität, benötigt jedoch klinische Erfolge, um die Abhängigkeit vom rückläufigen COVID-Impfstoffgeschäft aufzulösen. Die Daten zu BNT116 auf der World Conference on Lung Cancer 2025 waren schwer zu interpretieren, während BNT111 nach enttäuschenden Ergebnissen auf der ESMO 2025 bei fortgeschrittenem Melanom eingestellt wurde. </p> <p>Unter dem Strich wird die Pipeline außerhalb von BNT327 zunehmend enger. Aktuell ist damit lediglich der Kassen- und Wertpapierbestand von 17,2 Mrd. € (gut 90 % des Börsenwertes) ein Sicherheitspuffer. Für entwicklungslastige Biotechs ist eine solche Quote allerdings keine Seltenheit. Damit bleibt es bei unserer gestrigen Einschätzung: Die BionTech-Aktie taugt aktuell bestenfalls für eine Trading-Position mit engem Stopp bei 78 $.</p>
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