<p>Der niederländische Lack- und Farbenhersteller Akzo Nobel hat gstern ein Übernahmeangebot von Nippon Paint Holdings und The Sherwin-Williams Company ausgeschlagen und hält weiter an der geplanten Fusion mit dem US-Wettbewerber Axalta fest. Laut Akzo Nobel sei die Offerte von Nippon Paint und Sherwin-Williams kein „überlegenes“ Übernahmeangebot. Die Niederländer hatten im April bereits ein erstes Übernahmeangebot der beiden Konkurrenten abgelehnt. Die Akzo-Aktie legte daraufhin am Mittwoch um über 20 % in der Spitze zu. Der Grund: Viele Shortseller hatten auf fallende Kurse spekuliert und müssen sich jetzt höheren Kursen eindecken. </p>
<p>Die Fußballweltmeisterschaft steht vor der Tür. Für die großen Sportartikelhersteller ist das globale Sportereignis eine hervorragende Plattform, um die eigenen Produkte zu präsentieren. Das gilt auch für Adidas. Für den Traditionkonzern aus Herzogenaurach läuft des aktuell sehr gut, aber reichen diese positiven Impulse für eine grundlegende Trendwende aus? </p> <p>Mehr dazu in der ausführlichen Analyse auf dem Bernecker Börsenkompass:</p> <p><a href="https://www.finanzen100.de/premium/bernecker-boersenkompass/analyse-adidas-besser-als-nike_H1347509194_6799548/">https://www.finanzen100.de/premium/bernecker-boersenkompass/analyse-adidas-besser-als-nike_H1347509194_6799548/</a></p>
<p>Eine neue <a href="https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-05-24/brazil-prosecutors-sue-to-ban-top-selling-weed-killer-glyphosate" target="_blank" rel="noopener">Glyphosat-Klage in Brasilien</a> sorgt bei BAYER für Kursdruck. Hintergrund ist eine Klage brasilianischer Staatsanwälte gegen die Gesundheitsbehörde ANVISA mit dem Ziel, Glyphosat landesweit zu verbieten. Ähnliche Vorstöße gab es jedoch bereits 2019 – sie wurden später abgewiesen. Zudem betont die brasilianische Gesundheitsbehörde, dass die nun kritisierte Studie keine zentrale Rolle bei der Bewertung von Glyphosat gespielt habe. Auch die US-Umweltbehörde EPA und kanadische Behörden sehen keinen Einfluss auf ihre bisherigen Sicherheitsbewertungen. Entscheidend bleibt zudem die hohe Bedeutung glyphosatbasierter Landwirtschaft für Brasiliens Agrarproduktion, insbesondere bei Soja und Mais. Das Risiko für BAYER ist als begrenzt einzustufen.</p>
<p>Grenergy Renovables hat mit seinem Strategie-Update die langfristigen Wachstumsperspektiven weiter untermauert, auch wenn die Aktie nach dem Kapitalmarkttag zunächst unter Druck geriet. Die Analysten der UBS sehen den Rücksetzer vor allem als Folge der starken Kursentwicklung der vergangenen Monate und fehlender kurzfristiger Überraschungen. Operativ bleibt das Unternehmen dagegen klar auf Wachstumskurs. Besonders positiv bewertet wird der deutlich erhöhte Einblick in die Projektpipeline sowie neue zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten.</p> <p>So erweitert Grenergy seine Solar- und Batteriespeicherplattformen in Chile um weitere 0,9 GW Solarleistung und 4,2 GWh Batteriespeicher. Gleichzeitig wird das Modell inzwischen auch nach Spanien übertragen. Besonders dynamisch entwickelt sich zudem die eigenständige Speicherplattform „Greenbox“, die inzwischen Projekte in sechs europäischen Ländern vorantreibt. Auch in den USA wird das Unternehmen nach dem ersten unterzeichneten Stromabnahmevertrag (PPA) zunehmend optimistischer.</p> <p>Als besonders spannend gilt jedoch der Einstieg in das Datacenter-Thema. Erstmals sprach Grenergy über 1 GW erschlossenes Land in Chile mit direkter Stromversorgung – ein potenziell hochprofitabler Hebel im Zuge des globalen KI- und Rechenzentrumsbooms. Hinzu kommt die Retail-Tochter GR Power, über die Grenergy künftig eine 24/7-Stromversorgung anbieten kann, was die Margen zusätzlich verbessern dürfte.</p> <p>Die Analysten erhöhen ihre Gewinnschätzungen je Aktie für den Zeitraum 2026 bis 2030 im Schnitt um 8 %. Vor allem ab 2028 dürfte das Wachstum durch zusätzliche Speicherprojekte nochmals deutlich an Dynamik gewinnen. Trotz der hohen Bewertung auf Basis der 2026er-Zahlen gilt die Aktie langfristig weiter als attraktiv: Für 2029 wird ein KGV von lediglich 9,5 erwartet – und damit sogar ein Abschlag gegenüber vielen anderen Erneuerbare-Energien-Werten.</p>
<p>Die Analysten von Jefferies werden bei STMicroelectronics für die kommenden Quartale deutlich optimistischer und heben das Kursziel von 52 auf 74 Euro an. Hintergrund ist eine spürbare Belebung der Nachfrage aus den Bereichen Automotive und Industrie sowie ein rasant wachsendes Geschäft rund um KI-Rechenzentren, optische Datenübertragung und Satellitenkommunikation. Besonders stark entwickelt sich dabei das Datacenter-Geschäft: Die Umsätze mit optischen Komponenten und Power-Chips für Kunden wie AWS sollen bereits 2026 auf über 500 Mio. USD steigen und 2027 die Marke von 2 Mrd. USD überschreiten. Damit könnte das KI- und Datacenter-Geschäft bereits rund 10 % des Konzernumsatzes ausmachen.</p> <p>Zusätzliche Wachstumsimpulse kommen aus dem boomenden Markt für LEO-Satelliten, etwa durch Projekte wie Starlink oder Amazons Satellitennetzwerke. Hier erwarten die Analysten 2026 ein Wachstum von über 50 %. Parallel dazu hellt sich der klassische Halbleiterzyklus wieder auf: Die Auftragseingänge lagen im ersten Quartal 2026 mit 5 Mrd. USD auf dem höchsten Niveau seit 2021. Besonders Mikrocontroller und Analogchips profitieren von niedrigen Lagerbeständen und einer wieder anziehenden Nachfrage aus Industrie und Automobilsektor.</p> <p>Entsprechend rechnen die Analysten für 2026 mit einem Umsatzanstieg von 21 % auf 14,3 Mrd. USD und für 2027 mit einem weiteren Wachstum von gut 20 % auf 17,2 Mrd. USD. Noch dynamischer soll sich die Profitabilität entwickeln: Die operative Marge könnte von 9,4 % im Jahr 2026 auf 17,5 % im Jahr 2027 steigen. Der Gewinn je Aktie wird für 2027 inzwischen bei 2,82 USD erwartet – rund 16 % über dem Marktkonsens.</p> <p>Trotz der starken Kursentwicklung halten die Analysten die Bewertung weiterhin für attraktiv. Auf Basis der 2027er-Schätzungen wird die Aktie aktuell lediglich mit einem KGV von rund 25 bewertet und liegt damit unter dem Durchschnitt vergleichbarer Halbleiterunternehmen wie Analog Devices, Infineon Technologies oder Texas Instruments. Das neue Kursziel basiert auf einem 2027er-KGV von 31 und reflektiert vor allem die strukturellen Wachstumschancen durch KI-Infrastruktur, Photonik und den steigenden Halbleiteranteil in Industrie- und Automotive-Anwendungen.</p>
<p style="text-align: justify;">Während die großen Tech-Giganten (Mega Caps) wie NVIDIA oder ALPHABET die Schlagzeilen beherrschen, findet in der zweiten Reihe (Mid Caps zwischen 2 und 10 Mrd. $ Marktkapitalisierung) im Frühjahr 2026 eine massive Verschiebung statt.</p> <p style="text-align: justify;">Da klassische Software-Anwendungen derzeit stark hinterherhinken, erleben Unternehmen aus den Bereichen KI-Infrastruktur, optische Netzwerke und spezialisierte Halbleitermaterialien eine echte Beschleunigung ihrer Fundamentaldaten. Um die enormen Datenmengen der KI-Rechenzentren zu bewältigen, investieren Hyperscaler massiv in die „Schaufeln“ für den Goldrausch. Drei dieser Unternehmen haben wir heute in der TB-Daily für Sie herausgestellt (<a href="https://www.bernecker.info/tb-daily">KLICK HIER</a>). </p>
<p>Nach neuen US-Schlägen gegen iranische Ziele und abgeschossenen Drohnen zieht Brent wieder Richtung 98 $ an. Das drückt heute Morgen etwas die Stimmung.</p> <p>In Asien überwiegt somit Zurückhaltung. Japan hält sich noch vergleichsweise gut, der Nikkei notierte zeitweise knapp behauptet beziehungsweise nur minimal verändert. Südkorea gibt deutlicher nach, der Kospi verlor rund 1,2 %. China bleibt schwach: Der Shanghai Composite gab 0,3 % nach, Hongkong lag mit einem Minus von 1,9 % klar unter Druck.</p> <p>Auf Unternehmensebene lieferte HP solide Zahlen: Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 9 % auf 14,4 Mrd. Dollar, getragen von einer Erholung im PC-Geschäft. Marvell profitierte weiter von der KI-Infrastruktur, der Umsatz stieg auf 2,42 Mrd. Dollar, die Prognose blieb robust. Salesforce übertraf mit 11,13 Mrd. Dollar Umsatz und 3,88 Dollar bereinigtem Gewinn je Aktie die Erwartungen, belastete aber mit einem verhaltenen Ausblick.</p> <p>Der auffälligste Impuls kam von Snowflake. Neben starken Quartalszahlen meldete der Konzern eine milliardenschwere AWS Vereinbarung über 6 Mrd. Dollar, inklusive Nutzung von Amazons eigenen KI Chips. Die Aktie reagierte nachbörslich deutlich positiv.</p> <p>Yardeni stützt meine These der Earnings-getriebenen Rally - wenn auch mit beschiedener Marktbreite: Er nennt die Rally nicht FOMO, sondern FEMO, also Fabulous Earnings Momentum. Seine These: Die US-Börse steigt nicht primär wegen Spekulation, sondern wegen Gewinnmomentum. Ein S&P 500-KGV von 20 bis 22 sei vertretbar, solange die US-Wirtschaft nicht in eine Rezession fällt. Yardeni sieht den S&P 500 Ende 2026 bei 8.250 Punkten und bis Ende des Jahrzehnts bei 10.000 Punkten.</p> <p>Volker Schulz</p> <p>Redaktionsleiter (<a href="https://www.bernecker.info/">https://www.bernecker.info/</a>)</p>
<p>Wie aus aktuellen Stimmrechtsmitteilungen hervorgeht, hat UBER seinen gesamten Stimmrechtsanteil auf 36,83 % erhöht. Direkt über Aktien kontrolliert der US-Konzern inzwischen 24,99 % der Stimmrechte. Gleichzeitig reduzierte der Hedgefonds Aspex Master Fund seine Beteiligung auf 7,56 %. Die strategische Sinnhaftigkeit wird angesichts des Konsolidierungsdrucks im globalen Lieferdienstmarkt, in dem Größe, Plattformeffekte und Profitabilität immer wichtiger werden, kaum bestritten. Wir rechnen mit einem Angebot um 42 €, unser Wetteinsatz bleibt.</p>
<p>Der Umbau zum diversifizierten Hightech-Konzern schreitet voran. Gemeinsam mit dem US-Satellitenunternehmen SPIRE GLOBAL will SCHAEFFLER künftig sogenannte „Reaction Wheels“ produzieren – hochpräzise Schwungräder, die für die Lage- und Kurskontrolle von Satelliten essenziell sind. In den kommenden fünf Jahren soll allein mit Spire ein Umsatzvolumen von rund 250 Mio. € erreicht werden. Die Aktivitäten werden in der neuen Defence- und Raumfahrtsparte gebündelt. Die Space-Fantasie brachte aus dem Stand 13 % Kursplus. Strategisch sinkt damit die Abhängigkeit vom zyklischen Automobilgeschäft, gleichzeitig erschließt man sich mit Raumfahrt, humanoider Robotik und Verteidigungstechnologie Wachstumsfelder. KGV 20 für 2027 und KGV 12 für 2028 lassen Spielraum für weitere Kursgewinne.</p>
27-Mai 16:28
Zwei Empfehlungswerte aus dem Energiesektor heute schwach - die Hintergründe und Einordnung
<p>Die sinkenden Ölpreise nebst "Hormus-Entspannung" setzen heute den Energiesektor unter Druck. Konkret wichtig für uns:</p> <p>SBM Offshore hängt nicht am Brent-Spotpreis sondern an langfristigen Deepwater-FID- und FPSO-Zyklen. Die sind komplett intakt. SBM meldete im Q1 2026 einen Umsatzsprung auf 3,49 Mrd. Dollar nach 1,10 Mrd. Dollar im Vorjahr, vor allem durch Turnkey, und verweist selbst auf einen robusten FPSO-Markt mit wachsender Nachfrage nach komplexen Deepwater-Lösungen. Zudem wurde die 2026er Umsatz-Guidance zuletzt angehoben.</p> <p>Technip Energies:<br />Hier ist der fundamentale Zusammenhang mit dem Spot-Ölpreis noch schwächer. Technip profitiert stark von LNG, Gas, Petrochemie, SAF und Dekarbonisierungsprojekten. Im Q1 lagen die Auftragseingänge bei über 6 Mrd. Euro, mehr als im gesamten Jahr 2025, und der Backlog stieg auf über 20 Mrd. Euro. Das ist genau das Gegenteil einer schwachen Pipeline.</p> <p>Die Titel kommen nun mit dem Sentiment im gesamten Energiesektor unter Druck. Operativ hat ein sinkender Ölpreis keinerlei Einwirkung auf das Zahlenwerk. </p>
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Volker Schulz
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