<p style="text-align: justify;">Nach den gestrigen Short-Ideen auf einzelne KI- und Softwarewerte erweitern wir heute den Blick. Denn die Schwäche im Technologiesektor beschränkt sich nicht nur auf hoch bewertete KI-Fantasiewerte. Besonders auffällig ist inzwischen auch der Druck auf klassische Softwareunternehmen. Viele dieser Geschäftsmodelle galten lange als nahezu unangreifbar: hohe wiederkehrende Umsätze, starke Kundenbindung, attraktive Margen und stetig steigende Abonnementerlöse.</p> <p style="text-align: justify;">Doch genau diese Gewissheiten werden gerade neu bewertet. Künstliche Intelligenz ist für Softwareunternehmen nicht nur eine Chance, sondern auch ein Angriff auf Teile des bestehenden Geschäftsmodells. Wenn Unternehmen künftig mehr Prozesse selbst automatisieren, weniger Nutzerlizenzen benötigen oder einzelne Softwarefunktionen durch KI-Agenten ersetzen können, geraten klassische Abomodelle unter Druck. Der Markt beginnt diese Frage inzwischen sehr ernst zu nehmen.</p> <p style="text-align: justify;">Deshalb suchen wir heute erneut nicht nach schwachen Unternehmen im klassischen Sinn. Wir suchen nach Aktien, bei denen gute Geschäftsqualität, hohe Erwartungen und angeschlagene Kursverläufe aufeinandertreffen. Genau dort können technische Gegenbewegungen nach unten besonders dynamisch ausfallen.</p> <p style="text-align: justify;">Unsere drei neuen Short-Ideen richten sich damit erneut nicht gegen Technologie an sich. Sie richten sich gegen überdehnte Erwartungen in einem Marktsegment, das lange als fast unangreifbar galt. Unsere Empfehlungen gibt es in der Terminbörse daily (<a href="https://www.bernecker.info/admin/news/Unsere%20Empfehlungen%20gibt%20es%20in%20der%20Terminbörse%20daily%20(KLICK%20HIER).">KLICK HIER</a>).</p>
<p>Für Nordex entwickelt sich der US-Markt zunehmend zu einem wichtigen Wachstumstreiber. Das Unternehmen hat drei neue Aufträge aus den Vereinigten Staaten mit einem Gesamtvolumen von 484 MW erhalten und damit die bislang größten konkreten Fortschritte bei der Expansion in den weltweit zweitgrößten Windenergiemarkt erzielt. </p> <p>Die Aufträge ( Auftraggeber nicht genannt) umfassen zum einen ein Projekt über rund 154 MW mit 32 Turbinen des Typs N133/4.8. Hinzu kommen zwei weitere Windparks mit einer Gesamtleistung von rund 330 MW, die mit 56 Turbinen der leistungsstärkeren N163/5.X-Plattform ausgestattet werden. Insgesamt summieren sich die Bestellungen auf 88 Turbinen und unterstreichen die Wettbewerbsfähigkeit des Produktportfolios im US-Markt.</p> <p>Besondere Bedeutung erhält die Meldung vor dem Hintergrund, dass Nordex bislang nur begrenzt im US-Geschäft vertreten war. Neben dem bereits 2025 verbuchten, unter Vorbehalt stehenden Großauftrag von rund 1,1 GW des Energieversorgers Alliant Energy sind die neuen Bestellungen die ersten größeren Aufträge mehrerer unabhängiger Kunden. Dies deutet darauf hin, dass Nordex zunehmend Marktanteile in einem Umfeld gewinnen kann, das bislang von den großen US- und internationalen Turbinenherstellern dominiert wurde.</p> <p>Das zusätzliche Auftragsvolumen stärkt die Visibilität für die kommenden Quartale und könnte die Erwartungen an den Auftragseingang 2026 nach oben verschieben. Da der Windenergiemarkt in den USA von einer Modernisierung des Stromnetzes, steigenden Strombedarfen durch Rechenzentren und einer zunehmenden Elektrifizierung der Wirtschaft profitiert, eröffnet sich für Nordex ein attraktiver Wachstumsmarkt.</p> <p>Die neuen Aufträge sind zwar für sich genommen Standard, liefern jedoch einen wichtigen Beleg dafür, dass die US-Markteintrittsstrategie an Dynamik gewinnt. </p>
<p><strong>Was sind „echte“ Fotos und Videos noch wert, wenn fiktiver Content jeder Art quasi auf Knopfdruck erzeugt wird?</strong> Eine Antwort zeigen die Chartverläufe von GETTY IMAGES und SHUTTERSTOCK: Seit ChatGPT-Einführung am 30.11.2022 liefen die Kurse der börsennotierten Sammler und Verwerter von Bild-/Videomaterial um mehr als 70 % abwärts.</p> <p><strong>Am Sonntag gab GETTY eine Zusammenarbeit mit OpenAI bekannt:</strong> Millionen Bilder aus GETTY-Datenbanken werden für Suchvorgänge zugänglich gemacht. Die Höhe damit wahrscheinlich verbundener Lizenzgebühren blieb ungenannt, somit ließ die anfängliche Begeisterung am Montag (bis zu 120 % Kursplus) wieder nach. Zum Handelsende blieb ein Tagesplus von 90 % übrig.</p> <p><strong>481 Mio. $ Börsenwert steht gegen 983 Mio. $ Umsatz in den vergangenen zwölf Monaten.</strong> Es wird eine Nettomarge von – 11 % angezeigt; ein Forward-KGV von – 64 (Quelle: CNBC) wirkt ebenfalls nicht einladend.</p> <p>Helmut Gellermann</p> <p>Börsianer lesen Bernecker daily.</p>
<p>Die internationalen Aktienmärkte stehen unter Druck, Gewinne bei Technologiewerten werden mitgenommen während der Markt auf weitere Fortschritte bei den Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran wartet.</p> <p>Der südkoreanische Kospi zeigt sich um mehr als 6 % rückläufig, die US-Futures zeigen durch die Bank rote Vorzeichen, das Größte mit -1,4 % beim Nasdaq 100. Die KI- Und Halbleiterrallye macht ein Pause.</p> <p>Am Mittwoch kommt der nächste Impulsgeber für die KI-Szene mit den Quartalszahlen des Speicherchip-Herstellers Micron Technology. Der Markt erwartet ein „Beat and raise“, sprich starke Zahlen mit Prognoseanhebung.</p> <p>Am Ölmarkt sorgten die Gespräche zwischen Washington und Teheran für Entspannung. Brent-Rohöl fiel unter 78 Dollar je Barrel, nachdem die USA und der Iran Fortschritte bei Verhandlungen über ein dauerhaftes Friedensabkommen signalisiert hatten. Zusätzlichen Druck auf die Ölpreise übte eine von den USA erteilte 60-Tage-Lizenz aus, die dem Iran wieder den Verkauf von Öl auf dem Weltmarkt ermöglicht.</p> <p>An den Anleihemärkten stabilisierten sich die Kurse nach den Verlusten vom Vortag. Belastend wirken weiterhin die zuletzt eher restriktiven Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh. Anleger blicken nun auf die US-Konsumdaten und insbesondere den Kern-PCE-Preisindex am Donnerstag, der als bevorzugtes Inflationsmaß der US-Notenbank gilt.</p> <p>Auch Edelmetalle gerieten unter Druck. Gold verlor mehr als 1 %, Silber sogar über 3 %. Bitcoin fiel um rund 1 %.</p> <p>Die Märkte bleiben damit in einer Phase erhöhter Nervosität. Mit den Quartalszahlen von Micron und einer potenziellen Lösung im Iran-Konflikt stehen jedoch potenzielle positive Katalysatoren bevor.</p>
<p>SDAX-Gewinner des Tages: CARL ZEISS MEDITEC</p> <p>Die Aktie hat heute 8,8 % höher geschlossen. Auslöser war der angekündigte Aktienkauf der Mutter Carl Zeiss AG. Sie will bis Ende Februar 2027 bis zu 200 Mio. € in weitere CZM-Aktien investieren und den Anteil von derzeit rund 59 % ausbauen. Die Grenze von 70 % soll aber nicht überschritten werden. Ein Delisting, ein Beherrschungsvertrag und Strukturänderungen sind nicht geplant. Das nimmt dem Markt Governance-Sorgen und schafft zusätzliche Nachfrage in einer stark gefallenen Aktie. Operativ bleibt CARL ZEISS MEDITEC aber angeschlagen. Im ersten Halbjahr 2025/26 sanken Umsatz und Ergebnis. Die bereinigte EBITA-Marge fiel auf 6,1 %. Belastend bleiben China, Währungseffekte und der Produktmix. Positiv ist das Sparprogramm mit mehr als 200 Mio. € Ergebnisverbesserung p.a. bis 2028/29.</p> <p>Fazit: Der Boden sollte gefunden sein. Risikofähige Anleger können einsteigen. Für einen belastbaren Aufwärtstrend braucht es aber ein Break bei gut 29 €.</p> <p>Oliver Kantimm, Bernecker-Redaktion</p>
<p>Siemens Energy prüft Medienberichten zufolge bis zu 60 % der Sparte Transformation of Industry (TI) über einen Börsengang oder Spin-off an die Aktionäre abzugeben. Die Einheit umfasst das Kompressoren-, Dampfturbinen- und Wasserstoffgeschäft und erwirtschaftete zuletzt 5,7 Mrd. Euro Umsatz bei einer operativen Marge von 11 %.</p> <p>Für Investoren ist jedoch vor allem die Signalwirkung entscheidend. Das Management prüft das Portfolio aktiv auf Wertsteigerungspotenziale. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer späteren Abspaltung von Siemens Gamesa Renewable Energy (SGRE). Der Windkraftbereich steht seit Jahren wegen schwacher Profitabilität, hoher Kapitalbindung und operativer Probleme in der Kritik. Zusätzlichen Druck erzeugt ein aktivistischer Investor, der sich Anfang des Jahres für eine erneute Trennung des Windgeschäfts ausgesprochen hatte.</p> <p>Bemerkenswert ist die aktuelle Wertverteilung im Konzern: TI und SGRE stehen zusammen für mehr als ein Drittel des Umsatzes, tragen jedoch lediglich rund 10 % zum bei Analysten üblichen ermittelten Sum-of-the-Parts-Unternehmenswert bei. Allein SGRE repräsentiert dabei nur rund 5 % des Konzernwerts, obwohl die Sparte mehr als 20 % der Erlöse erzielt. Gas- und Netzgeschäft vereinen dagegen nahezu 90 % des Unternehmenswertes auf sich.</p> <p>Die Abspaltung der der TI-Sparte ist daher als erster Schritt einer umfassenderen Portfoliobereinigung zu verstehen. Die Chance, dass Siemens Energy weitere verborgene Werte freilegt steigt.</p>
<p>Der Industrieverband BDI senkt seine Konjunkturprognose für das laufende Jahr und rechnet jetzt nur noch mit einem Wachstum von 0,4 %. Im Januar war der BDI noch ein Wachstum von 1 % für 2026 prognostiziert. Hauptgrund für die reduzierte Wachstumsprognose ist der Iran-Krieg, der seit Ende Februar zu höheren Energiepreisen und gestörten Lieferketten geführt hat. Laut BDI-Präsident Peter Leibinger sei die Lage der deutschen Industrie kritisch, aber nicht hoffnungslos. Leibinger fordert jetzt von der Bundesregierung vermehrte Reformanstrengungen.</p>
<p>SK hynix hat heute Samsung als wertvollstes südkorenische Unternehmen an der Börse mit 1,4 Bio. $ Börsenwert abgelöst.</p> <p>Man arbeitet aktuell an einer ADR-Notierung in den USA, die bereits im August erfolgen könnte. Ziel ist eine höhere Bewertung durch US-Investoren und ein direkter Vergleich mit Micron (wegweisende Zahlen am Mittwoch) an der Nasdaq. Wir hatten Freitag einen Teil der Position glattgestellt. </p> <p>Weiter im Aufwind bleibt auch Empfehlungswert Kioxia (+ 120 % seit 20. Mai / Aktionärsbrief) im Bereich Nand. Die fundamentale Story bleibt intakt. Nach der Vervielfachung der Aktie sollte nicht übersehen, dass mit Bain Capital und dem Konsortium um SK hynix finanzstarke Großinvestoren an Bord sind, die auf enormen Buchgewinnen sitzen. Nach acht Jahren Haltedauer wäre es nicht überraschend, wenn in den kommenden Quartalen Aktienpakete auf den Markt kämen. </p> <p>Gegen eine Halbierung der Position ist nichts einzuwenden. </p> <p>Volker Schulz </p> <p>Redaktionsleiter</p> <p> </p>
<p>Der Energiekonzern RWE könnte vor einer strategisch bedeutsamen Erweiterung seines Engagements im deutschen Stromnetz stehen. Laut einem Bericht von Bloomberg führt RWE fortgeschrittene Gespräche über den Erwerb weiterer Anteile am Übertragungsnetzbetreiber Amprion. Im Fokus stehen dabei Beteiligungen von bis zu 17 % des Versicherers Swiss Life sowie rund 24 % der Beteiligungsgesellschaft AEBG. Da diese Anteile über die Holding M31 gehalten werden, könnte sich die wirtschaftliche Beteiligung von RWE an Amprion von derzeit 25,1 % auf etwa 55 % erhöhen.</p> <p>Die kolportierte Bewertung von Amprion liegt bei rund 10 Mrd. Euro Eigenkapitalwert. Auf Basis des bereinigten Jahresüberschusses von 672 Mio. Euro für 2025 entspräche dies einem KGV von rund 15. Angesichts des erwarteten Wachstums der regulierten Vermögensbasis (RAB) von durchschnittlich 27 % pro Jahr bis 2030 dürfte das Bewertungsniveau auf Basis der 2026er-Gewinne auf etwa 12,5 sinken. Damit würde Amprion weiterhin unter der Bewertung vergleichbarer europäischer Netzbetreiber gehandelt.</p> <p>Für RWE wäre die Transaktion vor allem finanziell attraktiv. Analysten von Jefferies schätzen, dass die zusätzliche Beteiligung bereits 2026 einen positiven Ergebnisbeitrag von rund 90 Mio. Euro liefern könnte. Das entspräche einer Gewinnsteigerung von etwa 5 % gegenüber den bisherigen Schätzungen. Trotz eines potenziellen Kaufpreises von rund 3 Mrd. Euro würde sich die Verschuldung lediglich von aktuell 2,6 auf etwa 3,1 Mal EBITDA erhöhen und damit weiterhin innerhalb der von RWE angestrebten Bandbreite von 3,0 bis 3,5 bewegen.</p> <p>Strategisch würde RWE damit sein Engagement in einem besonders attraktiven Bereich des Energiesektors ausbauen. Übertragungsnetze profitieren von langfristig regulierten Erträgen und erheblichen Investitionen in den Ausbau der Strominfrastruktur. Angesichts des anhaltenden Ausbaus erneuerbarer Energien und der Elektrifizierung von Industrie und Verkehr dürfte der Investitionsbedarf in den kommenden Jahren weiter deutlich steigen.</p> <p>Fazit: Sollte die Transaktion zustande kommen, wäre sie aus Investorensicht klar positiv. RWE könnte freie Bilanzkapazitäten in ein wachstumsstarkes und defensives Infrastrukturgeschäft investieren, das attraktive Renditen bei vergleichsweise geringem Risiko verspricht und gleichzeitig das Gewinnwachstum des Konzerns unterstützt.</p>
<p style="text-align: justify;">Die großen Technologiewerte haben den Markt in den vergangenen Monaten getragen wie ein einziger breiter Stahlträger. Doch auch der stabilste Träger braucht irgendwann eine Entlastung. Genau an diesem Punkt stehen die Börsen jetzt. Die KI-Fantasie ist intakt, aber sie ist an vielen Stellen nicht mehr neu. Sie ist bekannt, eingepreist und teilweise sehr ambitioniert bewertet.</p> <p style="text-align: justify;">Auffällig ist zudem: Nicht mehr alle Techwerte laufen mit. Während der Nasdaq-Index nach außen noch Stärke zeigt, bröckelt unter der Oberfläche die Marktbreite. Einige frühere Favoriten zeigen bereits relative Schwäche. Genau dort setzen wir an. Wir suchen nicht die stärksten Aktien zum Wetten gegen den Trend, sondern jene Titel, bei denen die technische Verfassung angeschlagen ist, die Bewertung wenig Fehler verzeiht und die fundamentale Geschichte Risse bekommen hat.</p> <p style="text-align: justify;">Deshalb nehmen wir heute drei Short-Ideen auf einzelne Technologiewerte in den Blick. Das ist keine Wette gegen Innovation, keine Wette gegen Künstliche Intelligenz und auch keine grundsätzliche Absage an den Technologiesektor. Es ist eine taktische Spekulation darauf, dass überdehnte Erwartungen, hohe Bewertungen und erste Gewinnmitnahmen kurzfristig zu einer fälligen Korrektur führen können. Diese und viele weitere Ideen gibt es in der Termin-Börse daily, im Abo oder Einzelabruf (<a href="https://www.bernecker.info/tb-daily">KLICK HIER</a>).</p>
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Volker Schulz
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