<p>Letzte Woche markierte in der laufenden Berichtssaison einen Wendepunkt. Lange genügte es, möglichst hohe KI-Investitionen anzukündigen. Heute fragt die Börse genauer nach: Was bringen diese Milliarden bereits ein?</p> <p>Entscheidend sind nicht mehr die Höhe der CapEx Investitionen, sondern deren Rendite – gemessen an Wachstum, Margen und freiem Cashflow. Microsoft, Amazon, Alphabet, Apple und Meta liefern dafür vier sehr unterschiedliche Lehrstücke. Wir fassen die Erkenntnisse in den nächsten Zeilen kompakt zusammen.</p> <p>Nicht die Milliarden zählen – sondern das, was sie erwirtschaften</p> <p>Microsoft: Der Goldstandard<br />Microsoft hat den Markt regelrecht begeistert. Rund 41 Mrd. Dollar CapEx wirken zunächst gigantisch. Gleichzeitig erwirtschaftete der Konzern rund 20 Mrd. Dollar freien Cashflow. Azure wächst um mehr als 40 %, Copilot gewinnt Kunden und die Margen bleiben hoch.<br />Die Botschaft ist eindeutig: Microsoft investiert enorme Summen – und verdient bereits heute hervorragend daran. Genau dafür wurde die Aktie mit einem Kurssprung von fast 16 % belohnt. Das entspricht einem Zuwachs von 450 Mrd US-Dollar an einem Tag - etwa doppelt so viel wie der Wert von Siemens. In der kompletten Woche waren es sogar rund 20%. Die Verteilung von 2 Teilen CapEx und einem Teil freiem Cashflow ist damit der Goldstandard aus der letzten Woche.</p> <p>Amazon: Der Wachstumsbeweis<br />Amazon erhielt ebenfalls viel Applaus – allerdings aus einem anderen Grund. Der freie Cashflow steht wegen der gewaltigen Investitionen unter Druck. Entscheidend war vielmehr, dass AWS wieder um 37 % wuchs – so stark wie seit vielen Jahren nicht mehr. Damit sehen Anleger erstmals den Beweis, dass die Milliarden für Rechenzentren tatsächlich zusätzliches Cloudwachstum erzeugen. Die kräftige Kursreaktion war deshalb vor allem ein Vertrauensvotum für die KI-Strategie. Auf Wochensicht konnte die Aktie rund 15 % zulegen. Sehr stark!</p> <p> <br />Alphabet und Meta: Der Renditenachweis fehlt noch<br />Operativ lief es bei beiden Unternehmen gut, trotzdem reagierte die Börse verhalten. Der Grund: enorme Investitionen treffen auf einen stark belasteten – bei Alphabet sogar negativen – freien Cashflow.<br />Die Botschaft des Marktes lautet damit: Gute Zahlen allein reichen nicht mehr. Wer heute Milliarden investiert, muss zeigen, dass daraus bereits höhere Umsätze, Margen und Cashflows entstehen. Ich bin allerdings zuversichtlich, dass es Alphabet gelingen wird, diesen Nachweis zu erbringen. Bei Meta würde ich meine Hand dafür nicht ins Feuer legen.</p> <p>Apple: Ausblick und Marge stören<br />Der Ausblick von Apple stellte für das Septemberquartal etwa 9 bis 11 % Umsatzwachstum in Aussicht. Der Markt hatte eher rund 12 % erwartet. Speicher- und Komponentenpreise steigen, die profitable Servicesparte enttäuschte leicht, weshalb die Margen sinken werden. Apple stellte für das nächste Quartal schon niedrigere Bruttomargen in Aussicht. Außerdem gabe es einmalige Zollrückerstattungen. Das ist nicht der Mix aus dem Anlegerträume gemacht sind. Die Aktie ist in diesem Jahr auch schon sehr gut gelaufen.</p> <p>Die Spielregeln haben sich geändert. Noch vor einem Jahr zählte vor allem die Höhe der KI-Investitionen. Heute zählt deren Rendite. Microsoft ist der Goldstandard mit 2/1 (CapEx/FCF). Amazon zeigt, dass auch ein explosionsartiges Wachstum die Investitionen rechtfertigen kann. Alphabet und Meta müssen diesen Nachweis noch überzeugender liefern. Apple hat hervorragende Monate hinter sich, kann die aber mit dem vorsichtigen Ausblick nicht nach vorne tragen.</p> <p>Wir sind zuversichtlich, dass Alphabet den Dreh schafft und zu den beiden Gewinnern der letzten Woche, wird aufschließen können. Wir bleiben deshalb bei Amazon und Alphabet investiert. Wer bei Alphabet noch nicht investiert ist oder aufstocken möchte, kann jetzt zugreifen</p> <p>Das Fazit lesen Sie im <a href="https://www.finanzen100.de/premium/bernecker-boersenkompass/analyse-die-boerse-kauft-den-beweis-dass-sich-capex-auszahlt_H1104385461_6799645/">Bernecker Börsenkompass</a></p>
<p>Citi bleibt bei AMD und Texas Instruments auf „Buy“. Bei Analogchips setzt sich die Erholung laut den Analysten fort: Das Industriegeschäft dürfte um 30 bis 35 %, Automotive um 12 bis 15 % und persönliche Elektronik um 6 bis 8 % gegenüber dem Vorjahr wachsen. Zugleich steigen die Preise, während sich die Lieferzeiten bei einzelnen Produkten wieder auf bis zu 16 Wochen verlängern. Davon sollten auch Analog Devices, ON Semiconductor und Microchip profitieren. Texas Instruments bleibt Citis Favorit im Analogbereich, weil die frühzeitig aufgebauten eigenen Fertigungskapazitäten Marktanteilsgewinne ermöglichen.</p> <p>Bei AMD stützt Citi die Kaufempfehlung mit den weiter hohen KI-Investitionen der Hyperscaler. Besonders Google und Amazon haben ihre Capex-Pläne angehoben, während Microsoft und Meta ihre Ausgaben 2026 auf hohem Niveau halten. AMD soll davon durch zusätzliche Marktanteile bei KI-Beschleunigern, Server-CPUs und Rechenzentrumschips profitieren. Bei Micron nimmt Citi dagegen den kurzfristigen positiven Kurstreiber heraus, nachdem die Zahlen von Samsung und SK Hynix ein gemischtes Bild für den Speichermarkt geliefert haben.</p>
<p>Das Bundeskartellamt hat die geplante Übernahme der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH, Flensburg, durch die Deutz AG, Köln, im Vorprüfverfahren freigegeben.</p> <p>FFG ist ein Rüstungsunternehmen, das sich auf die Entwicklung, Fertigung und Instandhaltung von gepanzerten Ketten- und Radfahrzeugen spezialisiert hat. Unter anderem stellt FFG Module für den Kampfpanzer Leopard 2 her, die den Einsatz als Berge-, Pionier-, Minenräum- oder Brückenlegepanzer ermöglichen.</p> <p>Die Übernahme hat das Zeug bei Deutz eine Neubewertung der Aktie einzuleiten.</p>
<p>Unser Parkettgeflüster im Aktionärsbrief (hier gehts zum aktuellen Brief: <a href="https://www.bernecker.info/aktionaersbrief">https://www.bernecker.info/aktionaersbrief</a>) mit einem Übernahmekanditaten im Payment-Sektor hat schon so manchen Volltreffer eingefahren. Nun geht unser Parkettgeflüster vom 06. Mai in AK 19/26 auf. Wir schrieben:</p> <p>Wo schlägt PRYSMIAN demnächst zu? Nach der Milliardenakquisition von Encore Wire richten sich die Blicke am Markt auf die nächsten strategischen Schritte von Prysmian. 4 Mrd. € Akquisitionsbudget stehen zur Verfügung. Es geht darum, das Netzgeschäft in den USA weiter zu stärken. Damit gilt Atkore (ISIN: US0476491081; 76 $) mit KGV 14 per 2027 als wahrscheinlichstes Ziel....usw...</p> <p>Prysmian bietet heute 95 $ je Aktie, was einem Aufschlag von 30 % entspricht. </p> <p> </p>
<p>Dieser Wert bleibt ein Top-Investment. Wir hatten den Titel in AK 18/25 bei 41,80 € unter die Lupe genommen - inzwischen 69,70 €. Seit über 100 Jahren zählt das Unternehmen weltweit zu den führenden Anbietern bei Lösungen für den Schienen- und Busverkehr. Die Halbjahreszahlen von CAF untermauern die Investmentstory: Umsatz + 16 % auf 2,53 Mrd. € (9 % über Bloomberg-Konsens), EBIT + 32 % auf 150 Mio. € (erwartet 130,5 Mio. €), Nettogewinn 99 Mio. € und damit 17 % über der Markterwartung, Auftragsbestand + 9 % seit Jahresbeginn auf 17,74 Mrd. € (neuer Rekordwert der dem Vierfachen eines Jahresumsatzes entspricht). Davon entfallen 15,61 Mrd. € auf die Bahnsparte und 2,13 Mrd. € auf Solaris.</p> <p>Weitere bereits gesicherte Aufträge über mehr als 700 Mio. € für Kairo und Belgrad sind noch nicht enthalten. Hinzu kommen Optionen aus bestehenden Verträgen im Volumen von über 10 Mrd. €. KGV 11,2 für 2027. Ziel 90 €.</p>
<p>Die BBVA-Zahlen vom Donnerstag letzter Woche waren besser als erwartet, wobei der Gewinnbeat von rund 4 % vor allem aus dem starken Auslandsgeschäft und niedrigeren Risikovorsorgen stammt. Der Nettogewinn erreichte 3,06 Mrd. € gegenüber erwarteten 2,95 Mrd. €, der Vorsteuergewinn übertraf den Konsens sogar um gut 5 %.</p> <p>Besonders stark entwickelten sich Mexiko mit einem Gewinnplus von 12 % bei konstanten Wechselkursen sowie Südamerika mit einem Anstieg von 52 % und einem Konsensbeat von rund 19 %. Auch der Nettozinsertrag von 7,63 Mrd. € und die Gebühreneinnahmen von 2,32 Mrd. € lagen leicht über den Prognosen.</p> <p>Positiv fällt zudem auf, dass die Risikovorsorge mit 1,68 Mrd. € rund 7 % niedriger ausfiel als erwartet und die Quote notleidender Kredite von 2,9 auf 2,6 % sank.</p> <p>Schwächer waren Spanien mit rückläufigem operativem Gewinn und das Handelsergebnis, das den Konsens um etwa 10 % verfehlte.</p> <p>Die CET1-Quote von 12,9 % entsprach den Erwartungen, lag allerdings 40 Basispunkte unter dem Vorjahreswert. Der geplante Aktienrückkauf von bis zu 2 Mrd. € ist der zusätzliche Kurstreiber und unterstreicht die hohe Kapitalgenerierung.</p> <p>Die Aktie bleibt haltenswert. ist bei KGV 12 für 2026 abet auch kein neukauf mehr. Wir liegen seit Kauf am 23.01.2025 über 130 % im Plus und reizen den Titel weiter aus. <br /> </p>
<p style="text-align: justify;">während die Aufmerksamkeit der Anleger monatelang bei KI und Halbleitern lag, hat sich in einem der zyklischsten Bereiche der deutschen Industrie eine bemerkenswerte Wende vollzogen: Der Nutzfahrzeug-Zyklus dreht. Der Auslöser ist zweistufig. Erstens die anstehende US-Umweltnorm EPA 2027, die ab dem Modelljahr 2027 die Kosten schwerer Lkw pro Einheit um mehrere zehntausend Dollar erhöhen wird. Die Folge ist die klassische Vorziehnachfrage: US-Flottenbetreiber ordern jetzt, um die alte Preisstruktur zu sichern. Zweitens die überalterten Flotten in Europa und Nordamerika. Nach zwei mageren Jahren erreicht das Durchschnittsalter der Trucks Werte, die einen Ersatzzyklus erzwingen.</p> <p style="text-align: justify;">Die Q2-Berichte der beiden europäischen Champions haben diese These bereits bestätigt. Wir positionieren uns diese Woche gestaffelt bei diesen Unternehmen. Wer mitmachen möchte kann unseren Empfehlungen in der Termin Börse daily folgen, das geht auch im EInzelabruf (<a href="https://www.bernecker.info/tb-daily">KLICK HIER)</a>.</p>
03-Aug. 08:57
Guten Morgen aus der Redaktion - Depotwert Prysmian mit strategischem Winkelzug und Druck auf den Yen
<p><strong>Die Hoffnung auf eine Entspannung im Konflikt zwischen den USA und Iran sorgt zum Wochenstart für Erleichterung an den Märkten.</strong> US-Präsident Donald Trump kündigte neue Gespräche ab Montag an und sagte einen geplanten Großangriff auf Iran vorerst ab. Mehrere Verbündete im Nahen Osten, darunter Saudi-Arabien, hatten auf eine diplomatische Lösung gedrängt. Im Mittelpunkt steht eine mögliche Wiederöffnung der Straße von Hormus. Brent-Öl für Oktober fiel zeitweise um 7,3 % auf 81,55 Dollar.</p> <p><strong>Der sinkende Ölpreis dämpft die Inflationssorgen und stützt den US-Anleihemarkt. </strong>Die Rendite zehnjähriger Treasuries sank um vier Basispunkte auf 4,69 %, nachdem sie in der vergangenen Woche den höchsten Stand seit Januar 2025 erreicht hatte. Gold legte leicht auf rund 4.064 Dollar je Unze zu.</p> <p><strong>Die Futures auf den S&P 500 stiegen um 0,6 %, der Nasdaq 100 wird 0,8 % höher erwartet.</strong> Auch der Euro Stoxx 50 deutet ein Plus von 0,8 % an. Der DAX kratzt bis auf 20 Punkte am Allzeithoch und steht vor dem nächsten Break. In Asien überwogen dagegen die Verluste. Der Kospi fiel nach seinem Rekordanstieg von 18 % am Freitag um mehr als 5 %. Samsung Electronics und SK Hynix verloren jeweils rund 8 %, der regionale Halbleiterindex gab um 1,5 % nach.In Europa und den USA wurde diese Beweung aber schon am Freitag nachbörslich eingepreist.</p> <p><strong>Am Devisenmarkt verlor der Yen gegen den Dollar in wenigen Tagen über 5 % an Wert.</strong> Hintergrund sind die ersten Interventionen beider Notenbanken im mittleren zweistelligen USD-Milliardenbereich seit 2011. Hinter der US-Unterstützung stehen eigene wirtschaftliche Interessen. Japan ist der größte ausländische Besitzer von US-Staatsanleihen. Müsste Tokio Treasuries verkaufen, um weitere Yen-Käufe zu finanzieren, könnten die ohnehin hohen US-Renditen zusätzlich steigen. (s. Grafik unten).</p> <p><strong>Alibaba gewann in Hongkong 6,5 % nach der Vorstellung eines neuen KI-Modells.</strong> DeepSeek veröffentlichte eine öffentliche Testversion der API für sein Modell V4 Flash. Der Yen stieg zeitweise um 1,4 % und notierte zuletzt bei 156,43 je Dollar. Japan bestätigte einen koordinierten Yen-Kauf mit dem US-Finanzministerium am 31. Juli. Beide Länder signalisierten weitere Interventionen bei ungeordneten Kursbewegungen. Bitcoin verlor 1,1 % auf rund 62.736 Dollar, Ether gab 1,3 % nach.</p> <p><strong>Unsere Depotwert Prysmian im Aktionärsbrief sorgt für den Paukenschlag und übernimmt den US-Elektroausrüster Atkore für 95 $ je Aktie in bar und bewertet das Unternehmen mit rund 3,8 Mrd. $.</strong> Der Kaufpreis liegt etwa 30 % über dem Schlusskurs vom 31. Juli. Mit Atkore stärkt Prysmian seine Position im US-Markt für Elektrifizierung, Stromnetze und Rechenzentren und setzt die Expansion nach den Zukäufen von Encore Wire und Channell Commercial fort. Der Deal folgt auf eine strategische Überprüfung bei Atkore, die auch unter dem Druck des aktivistischen Investors Irenic Capital eingeleitet worden war. Die Übernahme passt hervorragend zu Prysmian. Atkore produziert keine konkurrierenden Kabel, sondern liefert die unmittelbar angrenzenden Systeme - also Schutzrohre, Kabeltrassen, Befestigungen und Installationslösungen. Damit steigt die Breite der Wertschöpfung. </p> <p>Sie möchte jeden Morgen frisch die wichtigsten News auf dem Tisch haben. Wir empfehlen die kostenlose Bernecker App. Hier gehts zum Download: <a href="https://www.bernecker.info/app">https://www.bernecker.info/app</a></p> <p>Volker Schulz</p> <p>Redaktionsleiter Hans A. Bernecker Börsenbriefe </p> <p> </p> <p> </p>
<p style="text-align: center;"><strong>1)</strong><strong> Ist der Rücksetzer bei TKMS kaufenswert?</strong></p> <p>Technische Rücksetzer gehören bei TKMS zum langen Trend. Das lässt sich nicht anders darstellen: Der Aufbau des U-Boot-Geschäfts in der Größenordnung und auf der Zeitachse verlangt eine sehr weitsichtige Betrachtung. Dem steht der aktuell noch bescheidene Marktwert von rd. 5,2 Mrd. € gegenüber. Wertperspektiven bis 10 Mrd. € lassen sich mithin rechnen, jedoch mit einer Laufzeit von mindestens vier bis fünf Jahren.</p> <p style="text-align: center;"><strong>2) Hat der DAX sein Jahreshoch bereits gesehen?</strong></p> <p>Die DAX-Ziele per Jahresende reichen bis in die Regionen von knapp 30.000. Das wären knapp 20 % ab jetzt. Die Voraussetzung dafür ist die politische Wende, wie vielfach begründet. Die bisherigen Programme der Koalition reichen dafür noch nicht aus. Entscheidend ist der Meinungswechsel in Deutschland über eine notwendige neue Regierung mit klarem bürgerlichen Akzent, wie auch immer eine solche Regierung zustande kommt. Das ist eine höchst spekulative Erwartung, aber realistisch. Entscheidend dafür ist die Einschätzung sowohl der Privatwirtschaft als auch der Konsumenten, was eine neue Regierung für wirklich neue Perspektiven bedeutet. Bitte beachten Sie auch die aktuelle <a href="https://www.bernecker.info/actien-boerse">Actien-Börse</a>. </p> <p style="text-align: center;"><strong>3) Wie bewerten Sie den Anstieg der 10-jährigen US-Zinsen über die kritische Marke von 4,5 %?</strong></p> <p>In allen Industriestaaten der Welt steigen die Schulden stärker als die bisherigen Erwartungen reichten. Dazu gehört ein ebenfalls steigender Zinstrend am langen Ende, also bei 10- oder 30-jährigen Bonds in den USA oder 10-Jahreslaufzeiten in Deutschland. Es entsteht keine massive Bondschwäche, aber permanent weiche Anleihekurse als Spiegelbild steigender Renditen. Damit können alle Industrieländer leben, wenn ihre jeweilige Wirtschaftspolitik ausreicht, die Wachstumsrate für das BIP kontinuierlich anzuheben oder stabil zu halten. Für die USA reichen dafür Größenordnungen zwischen 3,5 und 4 %. Umgekehrt: 4,5 % Rendite für Treasuries enthalten noch keine akute Gefahr, weder für das Land insgesamt noch für die Wall Street. </p>
<p><strong>Was den reinen Börsenwert angeht:</strong> VIRGIN GALACTIC (aktuell ca. 343 Mio. $) ist deutlich kleiner als SPACE EXPLORATION TECHNOLOGIES (1,47 Bio. $). Vergleichen wir die Höchstbewertungen, so hatte SPACEX mit ca. 2,97 Bio. $ die etwa 280-fache Marktkapitalisierung von VIRGIN am Apex (Scheitelpunkt) von ca. 10,5 Mrd. $ im Jahr 2021.</p> <p><strong>Im Hinblick auf die Bedeutung:</strong> VIRGIN GALACTIC hat wichtige Beiträge zum Weltraumtourismus und zu suborbitalen Flügen geleistet. Das neu entwickelte Delta-Class SpaceShip soll ab Ende 2026 / Anfang 2027 für VIRGIN in Dienst gestellt werden; einen Sitzplatz bei den geplanten „Missionen“ will man für 750.000 $ verkaufen. Mit höherer Frequenz von Flügen wird die Profitabilität angestrebt. Das Geschäftsmodell bleibt somit „touristisch orientiert“. SPACEX hingegen ist in anderen Sphären unterwegs und erreicht tiefere Dimensionen. Z. B. mit Dienstflügen für die Nasa, realistischen Operationen Richtung Mond, irgendwann zum Mars, oder auch mit Datencentern im Orbit.</p> <p><strong>Die Zahlen zum Q2 wird VIRGIN GALACTIC am 12. August nach Börsenschluss zeigen.</strong> Der eine oder andere spekuliert schon auf einen Neustart der Aktie: + 4,5 % am Donnerstag! </p> <p><strong>Im Geschäftsjahr 2025 hatte VIRGIN GALACTIC 2 Mio. $ Umsatz ausgewiesen (2024: 7 Mio. $).</strong> Parallel wurde das Defizit von 347 auf 249 Mio. $ reduziert. Die Situation beim Free Cashflow besserte sich leicht (von – 475 auf – 438 Mio. $). Da aber die Pause im touristischen Flugbetrieb aktuell noch nicht beendet wurde, können die Quartalszahlen Mitte August kaum einen neuen Schub auslösen.</p> <p><strong>Die VIRGIN-Aktie war in diesem Jahr trotzdem der Hammer, weil sie im Hype zum IPO von SPACEX mitflog:</strong> Wer VIRGIN im März am Tiefpunkt bei 2,13 $ erwischte, konnte bis Anfang Juni zum Jahreshoch 8,90 $ mitfliegen. Eine Vervierfachung und somit wohl das bestmögliche Begleitgeschäft (für Amateure) im Raumfahrt-Börsenboom 2026 - rechtzeitiges Abstoßen der Position vorausgesetzt. </p> <p>Helmut Gellermann</p> <p>Börsianer lesen Briefe der Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH unter <a href="http://www.bernecker.info/boersenbriefe">www.bernecker.info</a> im Abo oder im Einzelabruf.</p>
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