Bernecker Newspilot
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Helmut Gellermann
Redakteur
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Volker Schulz
Redaktionsleiter
Drei Aspekte treiben die weltweiten Kurse: Erstens Ölpreise zweitweise unter 80 $ im Brent, zweitens nachlassender Renditedruck mit 10J US-Treasuries (wieder unter 4,6 %) und drittens erstklassige Earnings. Der driite Aspekt überstrahlt alles.
Die US-Unternehmen liefern sensationell ab. Vor der Berichtssaison lag die Gewinnerwartung im S&P 500 bei + 23 %. Stand jetzt, nachdem rd. 70 % der Earnings vorliegen, laufen wir auf ein Plus von rd. 40 %. Daraus resultiert das Phänomen, dass der S&P 500 gestern zwar einene neuen Rekord lieferte, aber im KGV auf Sicht der letzten Wochen nicht teurer wurde.
In Asien legte der MSCI Asia Pacific Index um 2,2 % zu. Der Nasdaq schaffte gestern ein Plus von 3,3 %. Der DAX startet fest in den Tag um 26.400 Punkte. Die Hausse nährt die Hausse. Des Weiteren:
Nvidia rückte nachbörslich um 2,2 % vor, nachdem Elon Musk die neuen Vera-Rubin-Chips des Konzerns hervorgehoben hatte. Der Halbleiter-Rebound setzt sich fort (s. Chart unten)
Belastungen gab es bei einzelnen Titeln. AMD verlor nach Bruttomargen unter den Erwartungen rund 7 %. SpaceX gab nachbörslich um 7,5 % nach, nachdem das Unternehmen höhere Ausgaben für sein KI-Geschäft angekündigt hatte. Bei absoluter Mondbewertung läuft hier nun eine wichtige Lock-up-Frist aus.
Arista hatte ein echtes Blowout-Quartal. Die Ergebnisse und der Ausblick lagen deutlich über den Erwartungen. Der Ausblick ist entscheidend:
3,3 Mrd. Dollar Umsatz, Konsens 2,95 Mrd. Dollar. Damit liegt die Prognose fast 12 % über der Erwartung. EPS-Ausblick Q3: 1,06 bis 1,08 Dollar, Konsens 0,92 Dollar. Der Mittelpunkt übertrifft die Prognose um rund 16 %. Zusätzlich hob Arista die Umsatzprognose für 2026 von zuletzt 11,5 auf 12,6 Mrd. Dollar an. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Wachstum von rund 40 %.
Laut Reuters arbeitet die US-Telekomaufsicht FCC an einem Importverbot für neue Modelle chinesischer optischer Transceiver, die innerhalb von KI-Rechenzentren Daten über Glasfaser übertragen. Die Regelung ist noch nicht beschlossen und könnte verändert oder fallengelassen werden. Die unmittelbarsten Gewinner wären Hersteller optischer Komponenten wie Coherent, Lumentum und Applied Optoelectronics. Auch Marvell profitiert als Lieferant von Signalprozessoren für Transceiver.
In Deutschland überzeugt heute Siemens Energy und Fresenius. Letztere erhöht die Prognose deutlich. KGV 11 für 2027 ist ausbaufähig. Auch Infineon liefert oberhalb des Analysten-Konsens ab. Morgen ist Siemens an der Reihe. Eine Prognoseerhöhung liegt in der Luft.
In unserem Bernecker Newspilot unter https://www.bernecker.info/ werden Sie regelmäßig über tagesaktuelle Ereignisse informiert. Schauen Sie doch mal vorbei.
Ihr Volker Schulz
Redaktionsleiter Hans A. Bernecker Börsenbriefe
Volker Schulz
Redaktionsleiter
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Helmut Gellermann
Redakteur
Ein Tagesminus von 7,7 % für den weltgrößten reinen Industrie-Automatisierer. ROCKWELL zeigte wie erwartet Top-Zahlen zum Q3/2026, schlug den Konsens und erhöhte den Ausblick. Im Vorfeld war das Optimale aber schon eingepreist. Der Umsatz lag zwar 3,3 % über Konsens, aber an die undokumentierten Erwartungen kam das Unternehmen nicht heran.
ROCKWELL schaffte 10 % organisches Umsatzwachstum, steigerte die operative Ergebnismarge um 280 Basispunkte auf 22,3 % und behielt bereinigt 3,49 $ je Aktie übrig (22 % mehr als vor einem Jahr).
Im Gesamtjahr soll der Umsatz organisch um 7,5 bis 9,5 % zulegen, das bereinigte EPS um 25 % auf 13,00 bis 13,30 $.
Bei einem Forward-KGV von 32 (Quelle: CNBC) sind Enttäuschungen fast vorprogrammiert. Fast 50 Mrd. $ Börsenwert für ROCKWELL gegen erwartet 9 Mrd. $ Umsatz sind ebenso sportlich.
Der Chartvergleich enthält neben SIEMENS die japanische FANUC, die nach ihren Quartalszahlen gestern ebenfalls abgestraft wurde, sich heute aber erholt hat. Fundamental machte FANUC einen noch stärkeren Eindruck als ROCKWELL. Im Frankfurter Börsenbrief haben wir uns für SIEMENS entschieden.
Helmut Gellermann
Börsianer lesen Briefe der Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH unter www.bernecker.info im Abo oder im Einzelabruf.
Volker Schulz
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Volker Schulz
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AMD vor den Q2-Zahlen
Termin: 4. August 2026 nach US-Börsenschluss. Die erwartete Tagesbewegung liegt bei ±8,4 %.
Q2-Konsens: Umsatz 11,31 Mrd. $, bereinigtes EPS 1,62 $, operativer Gewinn 3,01 Mrd. $ und Free Cashflow 1,97 Mrd. $. Die operative Marge soll 26,9 %, die Bruttomarge 56,1 % erreichen.
Segmente: Datacenter bleibt mit erwarteten 6,55 Mrd. $ der wichtigste Treiber. Hinzu kommen Client-PCs mit 3,01 Mrd. $, Embedded mit 960 Mio. $ und Gaming mit lediglich 790 Mio. $.
Wachstumstreiber: Besonders stark ist die Nachfrage nach EPYC-Serverprozessoren. AMD gewinnt damit Marktanteile in Rechenzentren, auch wenn das Unternehmen bei KI-Beschleunigern weiterhin deutlich hinter Nvidia liegt.
Risiken: Der PC-Markt leidet unter knappen und teuren Speicherchips. Entscheidend wird zudem, ob AMD bei der neuen Helios-KI-Plattform und den KI-Beschleunigern im zweiten Halbjahr schneller vorankommt.
Ausblick Q3-Erwartung: Umsatz 12,5 Mrd. $, Bruttomarge 56,2 %. Für das Gesamtjahr rechnet der Markt mit 49,78 Mrd. $ Umsatz und einer Bruttomarge von 55,9 %.
Stimmung: 55 Kaufempfehlungen, 12 Halten, keine Verkaufsempfehlung gem. Bloombrg-Konens. Das durchschnittliche Kursziel von 574,48 $ bietet rechnerisch noch rund 19,6 % Potenzial. Die Aktie ist allerdings bereits 180 % in zwölf Monaten gestiegen.
Ein KGV von rund 69 für 2026 und 37 für 2027 ist sportlich. AMD muss deshalb nicht nur die Erwartungen schlagen. Wichtiger ist ein überzeugender KI- und Datacenter-Ausblick. Im Gegensatz zu Palantir gestern hat die Aktie auch nur moderat korrigiert in den letzten Wochen. Einen Vorgriff wage ich heute nicht.
Volker Schulz
Redaktionsleiter Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH
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