Bernecker Newspilot
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Oliver Kantimm
Redakteur
Frankreich gerät am Anleihemarkt immer stärker unter Druck. Zehnjährige Staatsanleihen rentierten am Freitagvormittag mit 5,07 %. Am Vortag hatte die Rendite mit gut 5,14 % den höchsten Stand seit 2002 erreicht. Der Abstand zu vergleichbaren Bundesanleihen erreichte am Donnerstag zeitweise rund 1,74 Prozentpunkte. Anleger verlangen damit eine außergewöhnlich hohe Risikoprämie.
Gleichzeitig trübt sich die Konjunktur ein. Der vorläufige Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft sank im Oktober überraschend von 51,1 auf 48,4 Punkte. Damit signalisiert er erneut einen Rückgang der Geschäftstätigkeit. Die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen schrumpfte so stark wie seit Mai nicht mehr. Die Unternehmen beurteilen ihre Aussichten für die kommenden zwölf Monate so pessimistisch wie seit April 2020 nicht mehr.
Die Kombination verschärft Frankreichs Haushaltsprobleme. Schwaches Wachstum belastet die Steuereinnahmen. Hohe Zinsen verteuern schrittweise die Refinanzierung auslaufender Schulden. Nach dem aktuellen Haushaltsentwurf soll die Staatsschuldenquote 2027 auf 121,7 % der Wirtschaftsleistung steigen.
Heute Abend steht die Ratingprüfung durch Moody’s an. Die Agentur bewertet Frankreich bislang mit Aa3 und negativem Ausblick. Viele Ökonomen rechnen mit einer Herabstufung um eine Stufe auf A1. Fitch und S&P vergeben schon das vergleichbare A+. Frankreich bliebe auch nach einer solchen Senkung im Bereich solider Anlagebonität.
Die Folgen reichen bis in deutsche Depots. ETFs auf Euro-Staatsanleihen halten häufig französische Papiere. Steigen deren Renditen weiter, drohen Kursverluste, besonders bei langen Laufzeiten. Auch europäische Bankaktien geraten unter Druck, wenn Bewertungsverluste auf Anleihebestände und höhere Refinanzierungskosten die Institute belasten. Umgekehrt versprechen sinkende Renditen Kursgewinne bei französischen Anleihen. Eine erwartete Herabstufung allein muss daher keinen weiteren Ausverkauf auslösen.
Fazit: Die entscheidende Gefahr ist eine Abwärtsspirale aus Wachstumsschwäche und steigenden Finanzierungskosten. Für Anleger zählt deshalb weniger die einzelne Ratingnote als die Entwicklung des Renditeabstands zu Bundesanleihen nach der Entscheidung. Weitet er sich trotz einer erwarteten Herabstufung weiter aus, überwiegt bei langlaufenden französischen Anleihen und entsprechend gewichteten Euro-Staatsanleihen-ETFs das Kursrisiko. Schrumpft der Abstand dagegen mehrere Handelstage in Folge, signalisiert das zumindest eine Entspannung. Aber erst wenn sich zugleich die Haushaltsaussichten stabilisieren, beginnen französische Anleihen mit mittleren Laufzeiten für einen schrittweisen Einstieg interessant zu werden.
Oliver Kantimm, Bernecker-Redaktion
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Bernecker Team
Sie sind auf der Suche nach mehr Rendite oder den Extra-Kick für Ihr Depot. Dann sind Sie bei der Actien-Börse genau richtig: Hier gibt es die Empfehlungen, die ihnen den Extraschub an Kurspower liefern.
Auf den Straßen Frankreichs tobt der Krawall, während die Sorgen über die Schulden der Grande Nation in die Höhe schießen und die rechte Kandidatin Marine Le Pen bei der 2027 anstehenden Präsidentschaftswahl als Favoritin gilt. Dieser schwer verdauliche Krisencocktail belastet die Kurse der französischen Qualitätsaktien, was Anlegern mit Weitblick die Chance auf einen Einstieg zum Discountniveau eröffnet. In der aktuellen Ausgabe der Actien-Börse werden im Frankreich-Special drei spannende Aktienchancen präsentiert: Ein Baustoffproduzent, dessen Geschäft sich belebt. Ein Industriekonzern, dessen Bewertung um die Hälfte abgestürzt ist, und ein Technologieanbieter mit dem exklusiven Zugriff auf eine Schlüsseltechnologie.
Die kompletten Empfehlungen finden Sie in der Actien-Börse Nr. 43 vom 24.10.2026 auf Seite 6. Wer diese Chance nutzen will, bekommt die Ausgabe jetzt über 10 % günstiger (16,99 € statt 18,99 €). Den Rabatt erhalten Sie exklusiv und ausschließlich über den nachfolgenden Link im Bernecker Newspilot:
Bernecker Team
Eine neue, hochgefährliche Sicherheitslücke erschüttert das Internet. Innerhalb weniger Stunden registrierte der US-Cloudanbieter CLOUDFLARE Millionen von Versuchen, Schwachstellen in der weitverbreiteten Programmiersprache PHP auszunutzen. Zahlreiche Unternehmen und Institutionen mussten Teile ihrer IT-Systeme vorsorglich abschalten. Auch VOLKSWAGEN war betroffen. Sicherheitsexperten warnen vor einer neuen Dimension der Cyberkriminalität.
Besonders brisant ist die zunehmende Rolle der künstlichen Intelligenz. KI hilft nicht nur bei der Entdeckung von Sicherheitslücken. Sie erleichtert auch Angreifern die automatisierte Suche nach Schwachstellen und die Entwicklung geeigneter Angriffsmethoden. Was früher aufwendige Spezialkenntnisse erforderte, lässt sich zunehmend automatisieren. Für Unternehmen wird der Schutz ihrer digitalen Infrastruktur damit zu einer existenziellen Aufgabe.
Für die Cybersicherheitsbranche eröffnet sich daraus eine langfristige Wachstumschance. Weltweit steigen die Anforderungen an den Schutz von Netzwerken, Cloudanwendungen, Daten und KI-Systemen. Während Unternehmen manche IT-Investitionen verschieben können, lassen sich Ausgaben für Cybersicherheit immer schwerer aufschieben. Wir rechnen deshalb damit, dass die Branche auch in den kommenden Jahren überdurchschnittlich wachsen wird. Wir haben zwei Unternehmen im Blick, mit denen sie profitieren können (KLICK HIER).
Volker Schulz
Redaktionsleiter
Produkt-Informationen und Bezugsangebote finden Sie hier: Der Aktionärsbrief.
Volker Schulz
Redaktionsleiter
Es geht zur Sache. Der Nasdaq 100 verlor gestern 2,9 %, der S&P 500 1,2 %. Den Halbleiterindex SOX traf es mit minus 6,7 %. Nvidia gab 4,4 % ab, Micron 6,3 %. KI wird weiter abverkauft. Die Flucht in Sicherheit belegen fallende 10Y-Treasuries mit nur noch 4,96 %. Warum profitiert Gold nicht?
Gold muss richtig eingeordnet werden. Bei starken Kursverlusten wird auch Gold verkauft, um Liquidität für Nachschussforderungen zu beschaffen oder Verluste an anderer Stelle auszugleichen.
Als Auslöser des neuerlichen KI-Abverkaufs wird Meta genannt. Der freie Cashflow ist negativ, für die KI-Offensive sollen über mehrere Jahre Hunderte Milliarden Dollar aufgenommen werden. Die neue stimmrechtslose Aktienklasse schafft dafür die Möglichkeit Kapitalerhöhungen besser zu gestalten. Altaktionäre fürchten aber nun die Verwässerung ihrer Beteiligung. Fakt ist:
Große Investoren verringern ihre Konzentration bei M7: Der kalifornische Pensionsfonds Calpers mit 640 Mrd. Dollar Vermögen reduzierte im ersten Halbjahr die Stückzahl seiner direkt gehaltenen Magnificent-Seven-Aktien insgesamt um 26 % und baut Private Equity aus. Hintergrund ist der Verzicht - insbesondere bei den Hyperscalern - auf freien Cashflow über Jahre mit ungewissem Ausgang der Rentabilität der KI-Capex.
Für die Halbleiter sind die Aussagen von Meta eigentlich sogar positiv zu sehen. Um die Investitionen zu stemmen, wird nun auch über zusätzliches Eigenkapital nachgedacht. Gleichwohl wurde alles in den Keller gerammt.
SK Hynix hat den geplanten Solidigm-Börsengang wegen der Kapitalmarktbedingungen gestoppt. Eine Verschlechterung des Tochtergeschäfts nennt der Konzern ausdrücklich nicht als Grund. Goldman Sachs hält eine Aufnahme der US-Hinterlegungsscheine des Speicherchipherstellers in den Nasdaq 100 für möglich. Heute Morgen gibt es den Erholungsansatz.
Nexans aus Frankreich legte erstklassige Zahlen vor und profitiert massiv vom Datacenter-Ausbau. Dennoch wird der Titel rasiert. Per 2028 fällt das KGV hier Richtung 10. In der Bernecker-daily orden wir neben anderen zahlreichen frischen Zahlenwerken heute ein.
Hier geht es zur daily: https://www.bernecker.info/bernecker-daily
Moderna wird skalpiert nachdem enttäuschende Daten zu einem neuen Melanom-Impfstoff geleakt wurden.
Heute folgen die Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland, der Eurozone und den USA.
Volker Schulz
Redaktionsleiter Hans A. Bernecker Börsenbriefe
Helmut Gellermann
Redakteur
Produkt-Informationen und Bezugsangebote finden Sie hier: Bernecker daily.
Volker Schulz
Redaktionsleiter
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Helmut Gellermann
Redakteur
Der Schädlingsbekämpfer ist ein klarer KI-Verlierer mit Kurshalbierung seit dem markanten Datum Ende November 2022. Heute steht RENTOKIL INITIAL mit + 8,6 % in London an der Spitze.
Dafür reichte ein solides Trading Update zum Q3. Mit 4,0 % nominalem und 3,4 % organischem Umsatzplus auf 1,89 Mrd. $, Hinweis auf 200 Mio. $ für ein sofort startendes Aktienrückkaufprogramm und mit der Aussicht, im Fiskaljahr so schnell zu wachsen wie der Markt es erwartet. Dass der CFO demnächst aus privaten Gründen den Hut nimmt, wurde bequem verkraftet.
Schädlingsbekämpfung wird gerade im Zeichen des Klimawandels seine Grundlage und seine Berechtigung behalten. Mit dieser einfachen Gleichung und moderaten Aussichten sollte die Aktie neu aufsteigen.
Helmut Gellermann
Oliver Kantimm
Redakteur
Hans A. Bernecker
Redakteur
Die Beteiligung an TAP (Portugal) von 45 % ergibt folgende Hochrechnung als Circa-Zahl.
Der rechnerische Umsatz der erweiterten Gruppe inkl. Italien müsste im kommenden Jahr bei 47/48 Mrd. € liegen, abgestimmt auf die jeweilige Quote. In der Gruppe peilt LH dann jedoch Größenordnungen um 50 Mrd. € an. Daraus ergibt sich ein Cashflow von voraussichtlich 4,20 € je Aktie und ein KCV von weniger als 2. Die LUFTHANSA ist damit Europameister mit voller Abdeckung aller Destinationen nach Südamerika und Afrika.
Das Problem: Alle Airlines sind empfindlich gegenüber Einschränkungen des Luftverkehrs zum einen und der Preisgestaltung für Kerosin zum anderen. Das ist ein Strukturproblem. Ein KGV von 5 ist dagegen, ähnlich wie für die Autoaktien, die unterste Bewertungslinie für solche Investments. Mithin: Die DEUTSCHE LUFTHANSA ist entweder ein Langfristinvestment mit relativ starker Volatilität oder ein ständig zyklisch verwendbares Investment mit günstigem Einkauf, aber zwischenzeitlichem Verkauf. Das gehört zur DNA der DEUTSCHEN LUFTHANSA.
Dies ist ein Ausschnitt aus der neuen Actien-Börse. In der aktuellen Ausgabe analysiert Hans A. Bernecker, Deutschlands erfahrenster Börsenexperte, mit seinem Team die Marktlage und verrät Ihnen, wie Sie sich als Anleger am besten positionieren.
Den kompletten Brief erhalten Sie im Abo oder im Einzelbezug auf www.bernecker.info und über unsere Bernecker-App.
Weitere Themen der Actien-Börse Nr. 43 u. a.:
- Die nächsten Weichen sind gestellt
- Die Amerikaner stecken in den Investitionszielen zurück
- AIXTRON lieferte die glatte Halbierung
- 2G ENERGY leidet unter KI-Abverkauf
- Neue Impulse für OHB?
- WALL STREET: Blick auf die KI-Branche
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