Bernecker Newspilot
Informationen direkt aus unserer Redaktion
Volker Schulz
Redaktionsleiter
Moonshot AI hat mit Kimi K3 ein neues Großmodell mit 2,8 Billionen Parametern vorgestellt. Es schlägt K3 Anthropic Claude Opus 4.8 und OpenAI GPT-5.5 in zahlreichen Programmier- und Agenten-Benchmarks. Nur bei besonders anspruchsvollen Aufgaben bleibt das Modell teilweise hinter Anthropic Fable zurück.
Das belegt erneut wie schnell chinesische KI-Anbieter technologisch zu den US-Laboren aufschließen. Die bislang verbreitete Annahme eines Rückstands von acht bis zwölf Monaten ist damit überholt.
Die geschlossenen Modelleder US-Anbieter treffen auf günstigere, frei verfügbare Alternativen, die für viele Unternehmensanwendungen bereits ausreichen. Firmen in den USA und Europa wechseln deshalb zunehmend zu chinesischen Modellen, um ihre KI-Kosten zu senken.
Moonshot strebt eine Bewertung von rund 31,5 Mrd. Dollar an, DeepSeek von etwa 71 Mrd. Dollar. Anthropic wurde zuletzt mit 965 Mrd. Dollar und OpenAI mit 852 Mrd. Dollar bewertet. Die IPOs sollen auf noch höherer Basis erfolgen. Ich wette auf ein Scheitern dieser IPOs.
Volker Schulz
Redaktionsleiter https://www.bernecker.info/
Helmut Gellermann
Redakteur
Minus 9,05 % auf 67,62 $. Das war die erste negative Quittung für NETFLIX nach dem Q2-Termin (gestern, 16. Juli, nachbörslich).
Zuvor hatte der offizielle Handel eher auf einen erfreulichen Abend hingedeutet: + 0,91 % auf 74,35 $. - Inzwischen geht es weiter:
Im wieder gestarteten inoffiziellen Handel steht "NFLX" (Nasdaq-Kürzel) noch etwas tiefer an der Kante zu 67,00 $.
Technische Hinweise ergeben sich aus dem abgebildeten NFLX-Chartverlauf. Erste inhaltliche Überlegungen zu dieser NETFLIX-Enttäuschung in der heutigen Bernecker daily.
Helmut Gellermann
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Markus Horntrich
Redakteur
Den immensen Investitionsbedarf bestäigt die aktuelle „National Transmission Needs Study 2026“ des US-Energieministeriums:
Der Studie zufolge entwickelt sich die Übertragungsinfrastruktur angesichts des steigenden Strombedarfs von KI-Rechenzentren, neuer Industrieproduktion und Elektrifizierung zum Engpass. Obwohl zwischen 2016 und 2024 rund 85.000 Meilen Übertragungsinfrastruktur hinzukamen, sieht das Ministerium erheblichen weiteren Investitionsbedarf. Bislang dienten 40 % der neu installierten Leitungslängen der Versorgungssicherheit, während weniger als 1 % auf die Beseitigung von Netzengpässen entfielen.
Die Netzbetreiber reagieren: MISO, PJM, SPP und ERCOT haben Investitionsprogramme mit einem Projektvolumen von zusammen rund 80 Mrd. US-Dollar bis in die frühen 2030er-Jahre genehmigt.
Zu den Profiteuren dieser Entwicklung gehören die AB-Empfehlung Prysmian aufgrund der starken Position im US-Stromverteilungsmarkt und zusätzlicher Kapazitäten. Zumal erste Großaufträge bereits gesichert sind, darunter für den 800 Meilen langen Grain Belt Express, eines der größten US-Netzprojekte mit einem Investitionsvolumen von 11 Mrd. US-Dollar.
Auch Siemens Energy wird auf der Ausrüstungsseite vom US-Netzausbau profitieren.
Oliver Kantimm
Redakteur
Citi Research hat heute das Kursziel für ASML von 1.675 auf 2.200 € angehoben und die Einstufung „Kaufen“ bestätigt. Das neue Ziel liegt 31,3 % über dem bisherigen Wert. Auslöser waren die überraschend starken Zahlen für das zweite Quartal und die deutlich erhöhte Jahresprognose. Citi erhöhte zugleich seine Umsatzschätzungen für die kommenden Jahre um 14 bis 36 % und die Gewinnprognosen um 25 bis 52 %.
ASML erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 9,33 Mrd. €, eine Bruttomarge von 54,0 % und einen unverwässerten Gewinn je Aktie von 7,59 €. Der Konzern erhöhte die Umsatzprognose für 2026 auf 43 bis 45 Mrd. €. Zuvor waren 36 bis 40 Mrd. € erwartet worden. Die Zielspanne für die Bruttomarge stieg von 51 bis 53 % auf 54 bis 56 %.
Hinter dem Citi-Ziel steht die Erwartung eines mehrjährigen KI-Investitionszyklus. Nach Einschätzung der Bank befindet sich der durch künstliche Intelligenz angetriebene Investitionsaufschwung in der Halbleiterindustrie noch in einer frühen Phase. Die Nachfrage nach Anlagen für moderne Logik- und Speicherchips bleibt hoch. Citi verweist zudem auf umfangreiche Bestellungen für 2027 und 2028, eine bessere Sichtbarkeit der künftigen Kundennachfrage.
Voraussetzung ist, dass der Investitionsboom bis mindestens 2028 anhält, ASML die geplanten Kapazitäten rechtzeitig aufbaut und weitere Exportbeschränkungen für China den Gewinn nicht stärker belasten. Nach einem Kursanstieg von rund 66 % seit Jahresbeginn ist die Bewertung bereits anspruchsvoll. Citi setzt nicht auf eine normale zyklische Erholung, sondern auf einen mehrjährigen KI-Investitionszyklus mit deutlich steigenden Umsatz- und Gewinnschätzungen.
ASML plant, die Produktionskapazität für Low-NA-EUV-Systeme 2027 gegenüber der Kapazität von 2026 um rund 30 % zu erhöhen. Für 2028 wird eine weitere Steigerung um rund 30 % geprüft. Auch bei DUV-Immersionsanlagen plant der Konzern für 2027 ein Plus von rund 30 % und untersucht für 2028 eine nochmals vergleichbare Ausweitung.
Unser Fazit: ASML bleibt ein Kauf und ist aufgrund der Technologieführerschaft auch ein hervorragender Kandidat für einen langfristigen Aktiensparplan.
Oliver Kantimm, Redaktion "Der Aktionärsbrief"
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Oliver Kantimm
Redakteur
Volker Schulz
Redaktionsleiter
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Markus Horntrich
Redakteur
SMA Solar blickt nach einem überraschend starken zweiten Quartal deutlich optimistischer auf 2026. Der Wechselrichterhersteller erzielte vorläufig einen Quartalsumsatz von 345,7 Mio. Euro nach 357,1 Mio. Euro im Vorjahr. Das EBITDA drehte zugleich von minus 15,5 Mio. Euro auf plus 64,7 Mio. Euro. Begünstigt wurde das Ergebnis allerdings durch Einmaleffekte, insbesondere die Erstattung von IEEPA-Zöllen sowie die Auflösung von Wertberichtigungen auf Lagerbestände. Bereinigt um diese Effekte lagen der Umsatz bei 368,0 Mio. Euro und das EBITDA bei 40,9 Mio. Euro.
Auf Basis der guten Entwicklung hebt SMA Solar die Jahresprognose kräftig an. Für 2026 werden nun Erlöse von 1,63 bis 1,73 Mrd. Euro erwartet, nachdem die bisherige Spanne bei 1,48 bis 1,68 Mrd. Euro lag. Noch deutlicher fällt die Anhebung beim EBITDA aus: Statt 50 bis 180 Mio. Euro stellt das Unternehmen jetzt 180 bis 230 Mio. Euro in Aussicht.
Wie in der AB 27/2026 tehmatisiert profitiert man massiv vom Ausbau bei Batteriespeichern (BESS). Das sollte sich stark im zweiten Halbjahr niederschlagen. 80 € lassen sich als Ziel gut rechtfertigen.
Volker Schulz
Redaktionsleiter
Das bekannte Bild setzt sich auch zum Wochenschluss fort. Die Technologiewerte schwächeln, allen voran weiterhin die KI-Halbleiter-Titel die heute in Asien erneut zweistellige Kursverluste hinnehen müssen. Aber auch der DAX taucht unter seine Range zwischen rd. 24.800 und 25.200 der letzten Tage heute Morgen ab. Ohne Lösung bei Hormus bleibt es schwierig.
Der japanische Nikkei verlor zeitweise mehr als 5 %, Taiwan gab rund 6 % nach und auch Hongkong sowie China notierten deutlich im Minus. Im Mittelpunkt stehen erneut die Chipwerte. TSMC verlor nach den eigentlich starken Quartalszahlen über 6 %, auch Tokyo Electron, Advantest, Kioxia, SK Hynix und SoftBank gerieten massiv unter Druck.
Bemerkenswert ist der Auslöser. Die Angst vor einer Überinvestition in KI greift um sich. TSMC erhöhte seine Investitionspläne erneut und kündigte zusätzliche Fabriken in den USA an.
Chinesische KI-Anbieter erhöhen derweil den Druck. Das Start-up Moonshot stellte ein Modell vor, das sich der Leistungsfähigkeit führender US-Labore mit wesentlich geringerer Capex annähert.
Netflix sorgte ebenso für die kalte Dusche. Wir hatten gestern den Konsens vor den Zahlen aufgerollt. Ergebnis nach den Zahlen: Der freie Cashflow fiel mit 1,53 Mrd. Dollar jedoch deutlich schwächer aus. Regional überzeugten vor allem Europa und Lateinamerika, das Geschäft in den USA und Kanada blieb hinter den Schätzungen zurück. Für das Gesamtjahr peilt Netflix nun 51,0 bis 51,4 Mrd. Dollar Umsatz an, der Mittelwert liegt leicht unter dem bisherigen Konsens. Nachbörslich - 9 % und damit hält die wichtige Unterstützung aus 2022 (s. Chart) nicht.
UnitedHealth erhöhte den Ausblick für das Gesamtjahr und meldete einen Quartalsgewinn, der deutlich über den Erwartungen der Analysten lag. Damit lieferte der Krankenversicherer nach vorherigen Belastungen ein positives operatives Signal.
Abbott Laboratories hob ebenfalls seine Gewinnprognose an. Das zweite Quartal verlief solide, wobei sich die Entwicklung in den meisten Geschäftsbereichen verbesserte. Die Geschäftsdynamik scheint damit breiter abgestützt zu sein und nicht nur von einzelnen Produktsegmenten zu kommen.
Beachtenswert sind heute die Daten zu US-Industrieproduktion und Michigan-Verbrauchervertrauen.
Es bleibt bei der Maßgabe: 30 % Liquiditätsquote sind angebracht. Damit gehen wir ins Wochenende.
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Ihr Volker Schulz
Redaktionsleiter Hans A. Bernecker Börsenbriefe
Volker Schulz
Redaktionsleiter
Netflix legt heute nach US-Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Quartal vor. Erwartet werden 12,58 Mrd. Dollar Umsatz, ein operatives Ergebnis von 4,13 Mrd. Dollar und eine Marge von 33 %.
Der Gewinn je Aktie soll bei 0,79 Dollar liegen, der freie Cashflow bei 2,72 Mrd. Dollar. Nach dem schwachen Kursverlauf richtet sich der Blick vor allem auf die Wachstumsstrategie, die Entwicklung der Nutzeraktivität und mögliche Aussagen zur Jahresprognose.
Positiv wären eine Anhebung des Umsatzausblicks, stärkere Aktienrückkäufe und Fortschritte im Werbegeschäft. Der Markt rechnet nach den Zahlen mit einer Kursbewegung von rund 7,5 % nach oben oder unten gerechnet. Nach den starken Verlusten wird es langsam interessant. Wir greifen den Zahlen gleichwohl nicht vor.
Das durchschnittliche Ziel aller Analysten im Bloomberg-Konsens liegt bei 112,5 $. Netflix selbst notiert aktuell auf historischen Tiefbewertungen in fast allen Kennziffern (s. Tabelle).
Volker Schulz
Redaktionsleiter Hans A. Bernecker Börsenbriefe https://www.bernecker.info/
Volker Schulz
Redaktionsleiter
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